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14 Feb 2011 22:03 #21973 von Maike
Maike antwortete auf das Thema: Aw: Interessantes
Hallo Julia,

stimmt - fällt mir auch erst jetzt auf! Danke für die Aufklärung!

Grüßle
Maike
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05 Apr 2011 15:19 #22354 von Knight
Knight antwortete auf das Thema: Aw: Interessantes
Fernsehvorausschau:

Dienstag, 12.04.2011, 21:05 Uhr Folge 514: Trügerischer Friede

Die 14-jährige Lilly Brückner ist seit ihrer Geburt gehörlos. Auf Betreiben ihres Vaters wird sie in der Sachsenklinik untersucht, ob sie für ein Innenohrimplantat infrage käme. Mit diesem Implantat könnte Lilly zum ersten Mal in ihrem Leben hören. Lilly aber wehrt sich vehement dagegen. Sie fühlt sich wohl in ihrer Gehörlosenwelt und hat Angst, ihre Freunde und all das zu verlieren, was sie kennt. Doch dann muss sie feststellen, dass ihr Vater in seiner Sorge um sie vergessen hat, auf sein eigenes Wohl zu achten. (... weiter lesen)
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09 Aug 2011 08:11 #22974 von Knight
Knight antwortete auf das Thema: Aw: Interessantes
Cochlea Implantate – eine ökonomische Analyse

Spitzenmedizin darf sich zur Kostenwahrheit bekennen.

Die Motivation für diese Arbeit stammt aus der Beschäftigung mit der Implantatfinanzierung. Seit 1999 bin ich für das gesamte Implantat-Programm der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten der Medizinischen Universität Wien verantwortlich. Rein finanztechnisch handelt es sich um etwa 1,7 Millionen Euro, die jährlich von uns „verimplantiert“ werden. Ziel dieser Zusammenstellung sind nicht die medizinischen Parameter. Es geht nicht um Hörleistung und Verständnisleistung, die können über Medline abgerufen werden. Ziel dieser Arbeit ist die erstmalige Aufarbeitung der ökonomischen Daten.


Dazu:

Stellungnahme des Österreichischen Gehörlosenbundes

K.
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10 Aug 2011 11:53 #22980 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: Interessantes
Ich habe den Text quer gelesen und mich schüttelt es nur. Ich hoffe eine solche Denke hält keinen verbreitetetn Einzug.
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10 Aug 2011 13:59 #22981 von Bibi
Bibi antwortete auf das Thema: Aw: Interessantes
Ich finde den ersten Teil des Artikels, in dem die ganzen Statistiken zu der Anzahl Gehörloser, der Schulkarriere von Implantierten etc. genannt werden, sehr interessant. Der zweite Teil, in dem der Arzt die Meinung vertritt, nur solche Leute sollten implantiert werden, die dadurch zu Beitragszahlern für die Sozialkassen werden, ist heftig. Insbesondere ist er nicht einmal ökonomisch korrekt! Es ist im medizinischen Bereich sowieso schon fragwürdig, mit Ökonomie zu argumentieren, aber wenn das dann auch noch falsch ist, weil relevante Kosten ausgeblendet werden, finde ich es besonders unmoralisch. :pinch:
Denn der Arzt blendet alle Folgekosten aus, die entstehen, wenn unversorgte Gehörlose (besonders Spätertaubte), die unter ihrer Behinderung leiden, psychisch krank werden und damit zu teuren Patienten in psychologischen Kliniken - oder auch zu Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten.
Wie Andrea (und der ÖGLB) hoffe ich, dass nicht viele Menschen der Meinung dieses Arztes folgen...
Bibi
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10 Aug 2011 21:42 #22985 von Gudrun
Gudrun antwortete auf das Thema: Aw: Interessantes

Bibi schrieb: Ich finde den ersten Teil des Artikels, in dem die ganzen Statistiken zu der Anzahl Gehörloser, der Schulkarriere von Implantierten etc. genannt werden, sehr interessant.


Noch interessanter wird es, wenn die zusätzlichen Kosten, die CI-Träger "verursachen", aufgelistet würden. Mag ja sein, dass eine Regelbeschulung günstiger ist. Dabei wird aber übersehen, dass CI-Träger zusätzliche Hilfen in Anspruch nehmen wie FM-Anlage, hörverstärkende Anlagen für TV, mobilen sonderpädagogischen Dienst, teurere Handys, teurere Telefone, Adapter für Telefon/CI/TV/MP-Player usw., Nachhilfestunden für verpasste Unterrichtsinhalte, ja sogar Assistenzen und Dolmetscher (Schreibsteno-Dolmetscher sind teurer als DGS-Dolmetscher); einen Teil dieser Kosten darf auch Vater Staat tragen...

Perfide finde ich auch die Argumentation, dass eine CI-Versorgung nur bei denen erfolgen sollte, wo es "sich am meisten lohnt". Demnach hätte ich kein CI erhalten dürfen, weil ich damit nicht telefonieren kann und im Beruf teure Schreibdolmetscher nutze. Ich bin dankbar dafür, dass mir ein CI ermöglicht wurde, denn es bedeutet einen enormen Gewinn für mich.

Denn der Arzt blendet alle Folgekosten aus, die entstehen, wenn unversorgte Gehörlose (besonders Spätertaubte), die unter ihrer Behinderung leiden, psychisch krank werden und damit zu teuren Patienten in psychologischen Kliniken - oder auch zu Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten.


Und er blendet die Folgekosten aus, die entstehen, wenn man ein CI trägt.

Dieser Artikel übt Druck auf Eltern aus, ihre Kinder noch in den ersten zwei Lebensjahren mit einem CI versorgen zu lassen. Das ist für mich indiskutabel. Eltern sollen sich nach umfassender Information, aber bitte ohne Druck für oder gegen ein CI entscheiden dürfen.

Auch wenn manche das nicht gerne lesen/hören wollen, aber viele Gehörlose, die keine Hörhilfen tragen und DGS nutzen, beweisen, dass Glücklichsein nicht vom Hören abhängt. Doch auch Gehörlose, die DGS nutzen, sollen ein CI bekommen dürfen, wenn sie es wollen, auch wenn sie davon nicht mehr so profitieren werden wie ein früh versorgtes Kleinkind. Entscheidend ist der subjektiv empfundene Gewinn durch das CI und nicht der objektiv messbare.

Im Übrigen verursachen auch hörende Menschen Kosten, die wir mittragen dürfen... die neue gigantische Lautsprecheranlage am Münchner Hauptbahnhof zur besseren Verständlichkeit bringt mir rein gar nichts, viel besser wären neue digitale Anzeigetafeln gewesen.

gehörlos geboren, mit 2 HG aufgewachsen, jetzt CI rechts seit 09/2007 (erst Freedom, dann Nucleus 5), HG links
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11 Aug 2011 13:54 #22986 von flyingfranzi
flyingfranzi antwortete auf das Thema: Aw: Interessantes
Zitat Gudrun:Perfide finde ich auch die Argumentation, dass eine CI-Versorgung nur bei denen erfolgen sollte, wo es "sich am meisten lohnt". Demnach hätte ich kein CI erhalten dürfen, weil ich damit nicht telefonieren kann und im Beruf teure Schreibdolmetscher nutze. Ich bin dankbar dafür, dass mir ein CI ermöglicht wurde, denn es bedeutet einen enormen Gewinn für mich.


Wie will den dieser Arzt voher wissen wer von CI profitiert und wer nicht. Klar kann man einiges an der Hörbiographie sehen wie es verlaufen kann aber das ist ja nicht 100%. Ich finde jeder hat eine Chance verdient, ein CI zubekommen auch wenn die Hörbiographie oder sonstige gründe gegen einen sehr guten verlauf spricht.
Wenn diese Arzt bei mir hätte entscheiden müssen, hätte ich wahrscheinlich kein CI bekommen.

Lg Franzi

links CI seit 6.12.2010 Aktiviert
rechts CI seit 27.10.2014 aktiviert
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15 Aug 2011 19:07 #23030 von CharlyBrown
CharlyBrown antwortete auf das Thema: Aw: Interessantes
Ich fand den Artikel anfangs merkwürdig.
Ein Mediziner sollte bei seinem Fach bleiben und Ökonomie, Kostenrechnung, Volkswirtschaftliche Analyse usw den gelernten Ökonomen, Volkswirten etc überlassen.
Aber nachdem ich alles gelesen und nachgedacht habe, habe ich den
Eindruck, der Prof. Baumgartner will nur darlegen wie es wäre,
wenn in der Medizin rein ökonomisch gehandelt werden müsste.
Angeblich ist das in England und USA so. Zitat aus dem Artikel:
„gibt es Staaten, die solche ökonomischen Regeln über Medizin und Ethik stellen, z. B. Großbritannien. Im angloamerikanischen Raum steht das Wohl der Population über dem Wohl des Einzelnen. Im Gegensatz zu unseren Wertvorstellungen, die einen Zugang zu individuellem Glück, Freiheit und Selbstverwirklichung sieht. Das Individuum steht in Österreich über der Population.“
Am Schluss kommt der Professor Baumgartner zu seinem persönlichen
Fazit: Zitat
„. Spitzenmedizin darf sich zur Kostenwahrheit bekennen. Entscheidungen, welche Gelder für welche Leistungen auch tatsächlich verwendet werden, bleiben schlussendlich aber immer gesellschaftliche und politische Entscheidungen. Es zeigt sich, dass unsere Entscheidungen nach wie vor medizinisch und ethisch geprägt sind. Dies muss aber nicht immer ökonomischen Überlegungen zuwiderlaufen.“
Soweit ich verstanden habe, möchte der Professor Baumgartner
nicht, das in der Medizin rein ökonomisches Denken einzieht.
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