Erfahrungen gesucht! Hören in der Schule/Uni

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08 Jun 2010 09:09 - 08 Jun 2010 09:21 #20652 von andrea_gordon
andrea_gordon erstellte das Thema Erfahrungen gesucht! Hören in der Schule/Uni
Hallo,

ich mach mal ein Neues Thema auf, weil es hier besser hinpaßt (denke ich) und ich auf
viele Erfahrungen von Euch hoffe.

Ich schrieb in einem anderen Thema:

Ich habe des öfteren gehört die Qualität der T-Spule wäre deutlich schlechter als mit FM-Empfängern.

Und was haltet ihr von der Idee den Junior mit T-Mic auf der einen Seite und FM-Empfänger auf
der anderen Seite in die Schule zu schicken.



Andrea antwortete:

Andrea weiter oben hast Du gefragt, wie man es in der Schule am praktischsten handhabt. Der ganz falsche Weg ist es, ein Ohr so und das andere so zu handhaben, ein Ohr IConnect anderes Ohr T-Mic. Da wird Junior dann entweder die neuimplantierte Seite einfach ausblenden, oder er kommt völlig durcheinander.

Eine optimale Lösung müsst ihr versuchen rauszubekommen. Entweder ihr steigt auf eine Phonak FM um und verwendet als Empfänger die MyLink, dann müsst ihr auf die Prozessoren die T-Spule aktivieren, am besten für die beiden Programme T-Mic und T-Spule die Programmplätze ganz unten und ganz oben belegen. Junior muss eigenhändig umschalten können. Vorteil wäre, dass er schnell und blind (d.h. direkt am Ohr) zwischen FM und T-Mic umschalten kann, ohne den Prozessor umbauen zu müssen. Der Nachteil ist, dass induktives Hören evtl. nicht so dolle ist, und das auch störanfällig für andere elektromagnetische Einflüsse ist. Außerdem ist ein Kasten um den Hals ja auch nicht jedermanns Sache. Bei der Anpassung der T-Spule sollten ihr die FM dabei haben, um die optimale Lautstärke zu finden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man für die T-Spule eine andere (lauter und viel weniger Eingangsdynamik) Einstellung braucht als für alle anderen Programme.

Die Alternative ist natürlich die Umnbauerei mit dem IConnect. Da braucht Sohnemann dann ein gewisses motorischen Geschick und sollte auch selbst die Batterie wechseln können, da bei einer Laufzeit von ca. 30 Stunden, die Batterie durchaus auch mitten am Schultag leer werden wird, besonders dann wenn man vergisst, den Empfänger auszuschalten.

Ich würde sagen, dass ihr einfach mal eine Phonak FM vom Akustiker ausleiht und guckt ob die baulichen Gegebenheiten in der Schule so sind, dass man ungestöhrt induktiv hören kann. Die Umbauerei stelle ich mir für so einen Erstklässler doch etwas unpraktisch vor.



Hm, was ist nun besser? Kasten um den Hals und T-Mics oder FM-Empfänger und I-Connects?

Das ist natürlich keine rein AB-FRage,

Sondern mich interessiert grundsätzlich, wie Ihr oder Eure Kinder am besten in Schulsituationen
klar kommt.

Auch die Mischverhältnisse würden mich interessieren. Mirko bekommt lt. KIGA selbst bei 50:50 relativ wenig von seiner Umwelt mit.

Liebe Grüße Andrea

Mirko 1.CI 2007, Revision 2008, 2.CI 2010
Letzte Änderung: 08 Jun 2010 09:21 von andrea_gordon.

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08 Jun 2010 09:45 #20653 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: Erfahrungen gesucht! Hören in der Schule/Uni
Liebe Namensvetterin,

ein wesentliches Merkmal der Schwerhörigkeit ist ja eben, dass man beim Hören nur eine Sache mitbekommen kann und nicht zwei verschiedene Dinge gleichzeitig. Auch bei 50:50 ist die FM dominant. Ich handhabe es so, dass ich mittlerweile oft ganz auf die FM verzichte und mich vorne hinsetze. So bekomme ich viel mehr vom Publikum etc. mit. Und wenn eine FM hermuss, dann benutze ich 50:50, muss den FM-Empfänger am Kippschalter jedoch ausschalten, wenn ich z.B. bei einer Tagung von der Seite angesprochen werde. Mit ausgeschalteten Empfänger ist zumindest für so eine kleine Kommunikation 50:50 ausreichend, so dass ich nicht erst umbauen muss.

Je nach Umständen würde ich Dir zu Folgendem raten. Wenn die Klasse nicht so super groß ist, und das Klassenzimmer eine günstige Akustik hat, Mirko vorne hinzusetzen und ganz auf die FM zu verzichten. Die Lehrer müssen dann natürlich immer wieder daran erinnert werden, dass er nicht 100%ig versteht und Mirko muss auch auf sich aufmerksam machen, wenn er den Anschluss verliert. Mein Vater hat mir als Kind immer gesagt: Andrea, Du musst sagen, wenn Du nicht verstehst, wir/die Lehrer können es nicht wissen, wenn Du gerade nicht verstehst." Ein mir bekanntes bilateral versorgtes Kind macht es im Moment so. Es bekommt nicht immer 100%ig Alles mit, aber mit der FM war es auch nicht soviel besser. Es versteht die Lehrer zwar dann 100%ig aber seine Mitschüler gar nicht mehr. Tja, der altmodische Frontalunterricht, den ich überwiegend genossen habe, war für SH viel besser!!! Wenn die Akustik im Klassenraum schlecht ist, müsst ihr halt probieren, mit welcher FM-Variante es am Besten geht. Eine Patentlösung gibt es leider nicht, da jeder Klassenraum, jede Klasse und jedes sh Kind anders ist.

Liebe Grüße
Andrea

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08 Jun 2010 10:08 #20654 von andrea_gordon
andrea_gordon antwortete auf das Thema: Aw: Erfahrungen gesucht! Hören in der Schule/Uni
Hallo Andrea die 1. ;-)


also, die Klasse ist für unser Dorf riesig - 24 Hanseln.
Soviel gabs hier noch nie! ;-(

Die Akustik dürfte ganz gut sein, da eine Akustikdecke drin ist.
Der Raum ist eher langgezogen, so daß der sprechende Mitschüler u. U.
recht weit weg ist.

Ich bin mal ketzerisch und behaupte, daß die gar nicht wissen, das
es Alternativen zum Frontalunterricht gibt. ;-)

Allerdings bekommt Mirko eine neue Lehrerin, die erst im September
bei uns beginnt, also Überraschung!

Ganz ohne FM - ist mir auch schon durch den Kopf gegangen, aber da
bekommt unsere Kooperationslehrerin die Krise. Die geht davon aus,
daß ohne FM-Anlage gar nichts geht.

Kenne aber auch einen 13jährigen, der mit einem CI, ohne FM (mochte
er noch nie) ins Regelgym geht.

Liebe Grüße - Andrea

Mirko 1.CI 2007, Revision 2008, 2.CI 2010

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08 Jun 2010 11:47 #20655 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: Erfahrungen gesucht! Hören in der Schule/Uni
Hallo Andrea,

man muss auch immer darauf achten, ob den Kids die FM "peinlich" ist, oder ob es wirklich keinen Vorteil bringt.

Ich denke, ihr werden soweiso mit der Lehrerin sprechen und da könnt ihr ja vereinbaren, dass die Lehrerin darauf achtet, ob Mirko vertseht und wenn nicht, muss halt die FM her.

Gruß
Andrea

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08 Jun 2010 22:27 #20657 von SilkeA
SilkeA antwortete auf das Thema: Aw: Erfahrungen gesucht! Hören in der Schule/Uni
Hallo Andrea,
ich sehe das ähnlich wie Andrea. Was spricht denn dagegen, es erstmal ohne FM auszuprobieren? Ich selber habe trotz an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit in der normalen Grundschule keine zusätzlichen Hilfsmittel gehabt. Damals (70er-Jahre) war die Sennheiser-FM so riesig, daß meine Eltern meinten, sie probieren es erstmal so. Erst im Gymnasium habe ich eine FM gehabt und habe sie auch gebraucht. Ich habe aber die ganze Schulzeit durch die Mitschüler nie verstanden. Das ist natürlich nicht optimal, aber es ging auch so. Jedenfalls würde ich die Lehrerin von Deinem Filius ansprechen und ihr sagen, daß es mehrere Möglichkeiten gibt und daß Ihr erstmal die einfachste ausprobieren wollt. Es ist doch nicht so schwer, daß die Lehrerin versucht herauszubekommen, ob er einigermaßen mitkommt oder nicht. Ich persönlich würde mich in dem Fall nicht nach der Kooperationslehrerin richten.
Grüße von Silke

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10 Jun 2010 18:00 #20667 von Mardag
Mardag antwortete auf das Thema: Aw: Erfahrungen gesucht! Hören in der Schule/Uni
Hallo Andrea,
ich würde Mirko auch zunächst ohne FM am Unterricht teilnehmen lassen. Er selbst und seine Lehrerin werden merken, wie gut er versteht.
Falls es nicht klappt, kann man immer noch die FM einsetzen. Dazu hätte ich dann noch den Tipp einen Programmplatz auf "Mic" einstellen zu lassen (normalerweise steht bei ber Verwendung des T-Mics alles auf "aux"). Dann kann nämlich ohne Ohrbügeltausch einfach von der T-Spule umgeschaltet werden und er hört zu 100 % über das Mikrofon oben und nicht nur 50 % neben der FM. Das hört sich dann zwar etwas anders an als sonst mit dem T-Mic, aber in ruhiger Umgebung (und das sollte ja während des Unterrichts so sein :-)) ist der Unterschied nicht so gravierend.D

Das sind zwar keine Erfahrungen aus der Schule. Aber ich denke, bei Besprechungen in großer Runde bzw. Vorträge in großen Räumen kann man ähnliche sammeln.

Ich wünsche deinem Sohn viel Erfolg.

Mardag

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10 Jun 2010 22:11 #20668 von Claudia
Claudia antwortete auf das Thema: Aw: Erfahrungen gesucht! Hören in der Schule/Uni
Hallo Andrea,

grundsätzlich können Ratschläge von Kooperationslehrern schon sehr wertvoll sein.
Bezüglich der FM-Anlage schließe ich mich jedoch von anderen Antwortern an.

Ich selbst habe als hochgradig Schwerhörige erst ab der 3. Klasse die FM-Anlage benutzt, und da auch nur für die Diktate (nur so konnte ich meine guten Noten halten ;)). Und erst ab dem Gymnasium, d.h. ab der 5. Klasse, trug ich die Anlage (auch die große Sennheiser von damals) von Anfang bis Ende.

Doch damals hatten wir, wie schon erklärt, ganz andere Unterrichtsbedingungen. Erst ab der 7./8. Klasse fiel mir negativ auf, dass ich die Mitschüler gar nicht verstehe, dass ich von dem "Nein!" des Lehrers nicht kombinieren kann, WAS denn falsch ist. Bei lebhaften Diskussionen bleibt man, auch mit der FM und viel gutem Willen, irgendwann auf der Strecke...

Außerdem wird in Eingangsklassen heutzutage, v.a. wenn die Lehrerin neu an eure Schule kommt, methodenreicher (und somit auch lebhafter) unterrichtet. Eine FM-Anlage ist nicht in allen Situationen sinnvoll. Wenn in Gruppenarbeiten oder Partnerarbeiten viele Störgeräusche durch die anderen Gruppen entstehen, hilft einem auch die FM-Anlage nicht weiter (so meine Erfahrung, doch vielleicht hat hier jemand eine andere Erfahrung gemacht?).
In Unterrichtsgesrächen dagegen kann die FM-Anlage gut verwendet werden, wenn sowohl dier Lehrerin als auch die Mitschüler mitmachen.
Wenn Einzelarbeit gemacht wird (z.B. bei der Wochenplanarbeit), denn lässt sich die FM-Anlage auch einsetzen, wenn die Mitschüler leise beschäftigt sind, der Schüler jedoch noch eine Frage hat bzw. Erklärungsbedarf besteht.

Klassischen Frontalunterricht gibt es jedoch i.d.R. kaum noch.
Ich glaube auch, dass es das beste ist mit der Lehrerin direkt zu sprechen, damit sie weiß, was auf sie zukommt. Sinnvoll wäre auch, wenn ihr den Start ohne FM versucht, dass ihr nach einigen Monaten ein weiteres Gespräch macht, um die Unterrichtssituationen und evtl. vorhandene Schwierigkeiten zu besprechen. Davon ausgehend könnt ihr euch dann entscheiden, ob ihr die FM mit einsetzen wollt oder nicht.

Wichtiger als die FM halte ich im Unterricht, dass der Lehrer antlitzgerichtet spricht, dass das hörgeschädigte Kind den Klassenraum und die Mitschüler gut im Blick hat. Außerdem sollte der Lehrer mit einem Fingerzeig angeben, welcher Schüler gerade antwortet bzw. spricht. Und, falls eine FM vorhanden bzw. falls ein Schüler schlecht spricht, sollte der Lehrer die Schülerantwort wiederholen (das eigentlich verpöhnte Lehrer-Feedback). Ebenso sollten die Mitschüler dazu erzogen werden deutlich und möglichst antlitzgerichtet zu sprechen. Dies ist nicht nur für hörgeschädigte Mitschüler wichtig, sondern auch generell nicht zu verachten ;)!

Nun habe ich viele Dinge erwähnt, ich hoffe, du fühlst dich davon nicht erschlagen...
Doch meine Flut an Tipps heißt nicht, dass ihr überall darauf achtgeben müsst! Das sind nur Hinweise, und sie lassen sich keinesfalls vollständig umsetzen. Und es ist gut, Andrea, wenn du dich nun einsetzt für gute Startbedingen! Doch ich glaube, die Sache wird auch von alleine laufen. Und es ist auch sehr wichtig, wenn die Behinderung von deinem Filius nicht zu sehr in den Mittelpunkt gerückt wird. Er soll nicht nur als CI-Träger, sondern auch als einfacher Junge in der Klasse anerkannt werden. Und ich wünsche ihm so, dass ihm dies gelingt!

Alles Gute und viel Vorfreude auf den ersten Schultag wünscht euch
Claudia

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10 Jun 2010 22:17 #20669 von Claudia
Claudia antwortete auf das Thema: Aw: Erfahrungen gesucht! Hören in der Schule/Uni
P.S: Zum Thema CI und FM-Anlage:

Ich selbst kam zu HG-Zeiten mit der FM-Anlage um einiges besser zurecht als heutzutage mit dem CI. Aus verschiedenen Gründen kann es mit dem CI zu Interferenzen, d.h. zu unregelmäßigem Rauschen kommen. Dies kan zwar abhängig sein vom FM-Typ (bzw. vom Kanal), jedoch auch von den örtlichen Gegebenheiten.

Möglicherweise spielt auch das eine Rolle, weshalb Mirko keinen großen Nutzen aus der FM ziehen kann?!? Der Akustiker bzw. auch du als Mutter kannst das überprüfen.

Kann dir Mirko zu diesem Thema eigentlich eine Rückmeldung geben? Nutzt ihr die FM eigentlich auch außerhalb des KiGas? Da hättest du da auch Vergleichssituationen...

Gruß, Claudia

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