Music trotz Ci selber machen !!

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21 Feb 2013 13:25 - 21 Feb 2013 13:28 #25720 von Rübennase
Rübennase erstellte das Thema Music trotz Ci selber machen !!
Hallo zusammen,

damit der post nicht untergeht auch hier nochmals

nun bin ich einen Schritt weiter. Den op habe ich jetzt hinter mir.
AB und der neue Prozessor. EA am 22.04.13 (erst mal noch der alte bis der neue da ist)

Wie schon gepostet lasse ich mir so schnell musikmachen nicht vermiesen und habe mir vorsorglich
ein Schlagzeug gekauft. (wenn nix mehr geht geht krach )) Ihr wisst ja, "es gibt Musiker und Schlagzeuger"

Nicht desto Trotz werde ich versuchen weiter Gitarre zu spielen bzw. weiter zu lernen.

was ich nun gerne organisieren würde ist, sind ein paar Leute zufinden die auch Citräger sind und ebenfalls Musik machen wollen oder es lernen wollen.

Musikrichtung: Rock, Hardrock, Pop, Bluse und alles was fetzt

Ich wohne zwischen Koblenz und Bingen, wenn es jemand aus der Gegend +-70 km gibt und lust hat sich anzuschliessen bitte melden.

grüsse Rübennase
Letzte Änderung: 21 Feb 2013 13:28 von Rübennase.

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21 Feb 2013 16:57 #25721 von Claudia
Claudia antwortete auf das Thema: Aw: Music trotz Ci selber machen !!
Hallo Rübennase,

wünsche dir viel Erfolg bei deinem Projekt!
Bei mir hat das Musikmachen lange gedauert, denn am Anfang klang alles nur einfach komisch.
Nach etwa 1-2 Jahren gings bei mir wieder. Da ich eine ganz andere Musikrichtung bevorzuge, ist es nicht so tragisch, dass ich weit weg wohne ;)!

Wünsche dir gute Besserung, und danach ein gutes Reinwachsen ins Hören!
Gruß, Claudia

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23 Feb 2013 09:24 #25727 von Bibi
Bibi antwortete auf das Thema: Aw: Music trotz Ci selber machen !!
Hallo Rübennase,
mir geht es wie Claudia - ich interessiere mich für andere Musik (Klassik, habe auch eine 11jährige Klavierausbildung als Kind hinter mir). Ich hätte auch nichts dagegen, mit anderen CI-Trägern zu musizieren (Cello zB fände ich prima), aber ich weiß schon, dass ich hier in der Nähe niemanden finden werde. Auf dem Land sind die CI-Träger doch eher spärlich vorhanden und dann auch noch jemanden mit Klassik-Musik-Ausbildung zu finden...
Aber viel Spaß und Erfolg beim Gitarrelernen und Musizieren!
Bibi

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23 Feb 2013 10:35 #25728 von Rübennase
Rübennase antwortete auf das Thema: Aw: Music trotz Ci selber machen !!
Hallo Bibi,

schade,Klassig ist ein ziemlicher Kontrast zu AC DC und co B)
aber evtl. findest du ja auch über meinen poost ein paar Leute die sich für deine Musicrichtung interessieren.

Klavier habe ich auch mal versucht aun einem Synt. aber um die Sachen spielen zu können die mir gefallen muss man schon eine lange ausbildung haben. Ich mache Musik in erster Lienie für mich.
Wenns mir gefällt ist es gut :laugh:

Grüsse Rübennase

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01 Nov 2016 12:53 - 01 Nov 2016 12:55 #27715 von Benedikt
Benedikt antwortete auf das Thema: Aw: Music trotz Ci selber machen !!
Ihr Lieben,

ich bitte um Nachsicht, wenn ich das Thema etwas verfehle und von der Fragestellung abweiche. Denn es geht dabei um das eigene Musizieren mit CI. Darauf kann ich nicht zurückgreifen, weil dessen Leistung bzw. die anatomischen Gegebenheiten nicht ausreichen, um davon zu profitieren. Und ich wüßte auch nicht, ob es mir gefallen würde, wenn ich dazu in der Lage wäre. Vielleicht beim Einstudieren eines Stückes. Ob ich das aber auf Dauer schön fände, bleibe dahingestellt.

Mein Musizieren beruht auf dem inneren Hören, das mich befähigt,weiter am Klavier zu sitzen und zu musizieren. Grundlage ist dabei das Notenstudium, das die Melodie hervorbringt und beim Spielen immer vorauseilen muß. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, in Tonarten zu hören. Was mich innerlich an Melodie erreicht, ist weniger ein Instrument, sondern ein Klangkörper in seiner Gesamtheit. Meine Stiuation ist deshalb schwierig, weil ich sie nur schwer übertragen kann und dabei sehr oft an ein mechanisches Abgreifen gedacht wird. Doch wenn das zuträfe, ginge einfach nichts voran.

Meiner Grenzen bin ich mir natürlich bewußt, aber es ist so, daß ich heute Stücke kenne, die ich vorher nie gehört hatte. Darunter befinden sich auch solche, die gar nicht so leicht zu verarbeiten waren. Im Chat gab es mal eine Unterhaltung über Musiktheorie mit einer Musiklehrerin und Chorleiterin. Meine Taubheit habe ich dabei verschwiegen und sie erst später bekannt. Das wollte sie gar nicht so recht glauben. Jedenfalls kam sie meiner Bitte nach und hat mir die Noten von "Ein bißchen Frieden" über Computer zugeschickt. Das Stück stand in H-Dur, hatte also 5 Kreuze. Erschwert wurde die Verarbeitung, weil die Tonart nicht gleich nach dem Notenschlüssel ersichtlich war, sondern die Kreuze erst vor den Noten auftauchten. Letzten Endes habe ich es trotzdem geschafft.

Eine kleine Befriedigung vermischt sich somit mit der Tragik der Ertaubung. Wenn mir heute Triller viel besser gelingen, könnte man das als erfreulich, aber auch tragisch bezeichnen. Denn die Gedanken gehen dahin, was wohl der Normalfall für mich bereitgehalten hätte.


IMMERWÄHREND

Lieder klingen in die Stille,
von Gedichten ausgetragen,
künden von des Lebens Fülle,
sind ein Hoffen im Verzagen.

All der Zauber von Gesängen
und von Musikantenspielen,
bleibt oft an Gedichten hängen,
größter Reichtum an Gefühlen.

Dargebracht in hart und weich,
und das heißt in Dur und Moll,
ist Musik nicht wesensgleich,
aber trotzdem liebevoll.

Diesen Bund der Poesie,
laßt ihn niemals untergehen,
und die schönste Harmonie
bleibt in Ewigkeit bestehen.


Liebe Grüße

Benedikt
Letzte Änderung: 01 Nov 2016 12:55 von Benedikt. Begründung: Absatzänderung

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09 Nov 2016 23:12 #27717 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: Music trotz Ci selber machen !!
Hallo Benedikt,

Dein Posting liest sich irgendwie traurig, so ähnlich wenn ich daran denke, wie Beethoven seine eigenen Spätwerke wohl nicht mehr vernünftig hehört hat.

Ich selbst kann zu dem Thema nichts sagen, da ich von Geburt an schon ziemlich schlecht gehört habe. Für mich klingt Musik mit CI schöner als vorher ohne CI, aber ich habe auch mit CI keinen nennenswerten Bezug zur Musik entwickelt. Ich fahre viel Auto und höre dann auch Radio, neuerdings auch mit einem Superradio mit sehr gutem Sound (sagen normalhörende Mitfahrer). Ich finde manche Musik schön und entspannend, aber das sind weniger 10% des Dargebotenen, den Rest würde ich neutral bis nervend bezeichnen. Ich verstehe zum Beispiel nicht was die Leute an Grönemeyer finden. Der Mann kann gar nicht singen. Wenn ich etwas schön finde, dann sind das eher leichte klar unterscheidbare Musik aus der Schlagerecke, manchmal auch Popmusik.

Wie auch immer ich hatte keine Erwartung an das CI bzgl. Musik. Ich wollte in besseres Sprachverstehen und das ist viel besser gekommen als erhofft, insofern bin ich auch nicht traurig.

Gruß
Andrea

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10 Nov 2016 18:23 - 10 Nov 2016 18:35 #27718 von Benedikt
Benedikt antwortete auf das Thema: Aw: Music trotz Ci selber machen !!
Hallo Andrea,

ich freue mich über Deine Gedanken zum Eintrag. Deinen Überlegungen stimme ich zu, denn sie unterscheiden sich so gut wie gar nicht von meinen. Du bist von keinen Erwartungen und Illusionen ausgegangen und wußtest, daß Du mit dem CI keinen Musikprozessor, sondern einen Sprachprozessor erhältst. In erster Linie wird also an Sprache gedacht. Als Zugewinn konntest Du Musik trotzdem streifen, auch wenn Du das realistisch siehts. Darüber kannst Du dich freuen. Den besten Eingang verschaffen rhythmisch-melodische Stücke, erst recht, wenn sie gesanglich begleitet werden. Den Grönemeyer müßtest Du doch so schlecht gar nicht wahrgenommen haben, weil Du ihn auch einzuschätzen wußtest. Es mag Stücke geben, die Du ohne bzw. mit nur wenig Schwierigkeiten einordnen kannst, und andere, die Dir vielleicht sagen, in welche Richtung es geht. Stimmt das in etwa? Es interessiert mich sehr.

Nun ja, mein Posting mag sich in gewisser Weise traurig gelesen haben. Dann entspricht es den Realitäten, aber wenn Du zwischen den Zeilen liest, wirst Du auch kleinere Aufheiterungen entdecken. Die Schaffensweise Beethovens kann ich vom Prinzip her schon irgendwie gut nachvollziehen und weiß, daß seine Spätwerke vom inneren Hören geprägt worden sind. Wie wäre es wohl, wenn Beethoven bereits damals ein CI hätte bekommen können? Es gibt leider Fälle, in denen Krankheiten ein großes Zerstörungswerk anrichten. So war es auch bei Beethoven in Bezug zum Hörnerv. Es galt damals als schick, sich nach dem Tod obduzieren zu lassen. Jan Cayers schreibt davon in seiner Beethoven-Biographie. Das wollte auch Beethoven und seinem Wunsch wurde entsprochen. Das anatomische Bild der Hörwerkzeuge soll ausgesprochen schlecht gewesen sein, wie andere Quellen berichten. Im günstigsten Fall hätte Beethoven wohl noch Mickymaus-Stimmen wahrnehmen können, doch wäre die Lautreinheit bestimmt nicht zu seiner Zufriedenheit ausgefallen.

Beethoven wurde vom doppelten Unglück betroffen. Seine fortschreitende Ertaubung ist einem Großteil bekannt. Jan Cayers schreibt dann aber auch davon, daß er noch halb blind war. Das mag etwas überspitzt formuliert sein, weil es hauptsächlich die letzten 4 Lebensjahre betrifft. Es wird angenommen, daß Beethoven eine Uveitis hatte - eine Augenentzündung, bei der eine Erblindung befürchtet wurde. Er hat sich dann einigermaßen davon erholt, doch ein Jahr später fingen die Beschwerden wieder an. Beethoven war damals 54, hatte das kritische Alter also noch gar nicht erreicht. Nicht auszudenken, was durch eine Sehverschlechterung im Alter auf ihn hätte zukommen können. Dann wäre es unter Umständen vielleicht noch nicht einmal möglich gewesen, die Noten zu Papier zu bringen, die ihm im Kopf herumgingen.

Leider gibt es im Leben Dinge, die am seidenen Faden hängen und Ungewißheiten mit sich bringen, die einem viel Kraft abverlangen. Besonders dann, wenn etwas als existenziell eingestuft werden muß.

Dann denke ich an die Zeilen von "Ein bißchen Frieden":

"Und ich singe als Antwort im Dunkeln ein Lied,
und hoffe, daß nichts geschieht".

Gruß

Benedikt
Letzte Änderung: 10 Nov 2016 18:35 von Benedikt. Begründung: Ausdrucksänderung

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10 Nov 2016 23:43 #27719 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: Music trotz Ci selber machen !!
Hallo,

ich bin durchaus in der Lage über das Gehör Musikstile zu unterscheiden und ich verstehe zum Teil auch die Liedtexte. Ich kann unterscheiden, ob etwas harmonisch klingt oder ob da nur einer wie Grönemeyer rumgröhlt. Ich nehme z.B. auch im Fernsehen und Kino wahr, dass der Film unterstützt wird, indem die Filmmusik bedrohlich, romantisch oder drängend oder erhaben klingt.

Die Musik, die ich mag, ist eher langsam und melodiös eher einfach gestrickt und die drei Bestandteile, Gesang, Melodielinie und Bass sind gut raushörbar. Es gab mal früher im hiesigen Hausfrauensender eine Sendung, die "Sweet, Soft and Lazy" hieß und das war nach meinem Geschmack.

"Du hast mich tausend Mal belogen" von Andrea Berg oder "Ein Stern der deinen Namen trägt" von DJ Ötzi ist beispielsweise noch okay, während "Atemlos durch die Nacht" von Helene Fischer für mich schon weniger genussvoll ist, obwohl DJ Ötzi auch schon etwas "gröhlig" singt und Helene Fischer eine sehr gut ausgebildete Singstimme hat. Aber bei Ötzi ist die Trennung sauberer. Bei "Atemlos" gibt einige Stellen, an denen ich Gesang und Musik nicht klar auseinander halten kann. Und wenn es geräuschebreiig wird, dann ist das nichts für mich. Ganz und gar nicht geht für mich ein klassisches Orchester. Der Unterschied zwischen Laut und Leise ist mir zu krass, wenn alle Instrumente gleichzeitig spielen wird es schnell undefinierbar. Musik muss einigermaßen gleichmäßig fließen und darf nicht mal leise flöten und dann einen Augenblick später wieder rasend donnernd. Das gleiche gilt für Orgelmusik, die Begleitmusik zu Kirchenliedern ist meistens schön, aber die Orgelstücke als Instrumentalstücke ist bei Weitem too much, Lautstärke und klangmäßig zu unterschiedlich.

Vor einiger Zeit gab es mal ein Experiment in der MHH. Da haben Musiker CI-Träger interviewt und nach dem Hören befragt und sich dann basierend auf den Erzählungen der CI-Träger was zusammen komponiert. Das Ergebnis soll wohl sehr gewöhnungsbedürftig und eher nicht genussbehaftet gewesen sein. Ich war selbst aber nicht dabei.

Im Übrigen ist Musikgenuss allein mit meinem Ci nicht gegeben. Ich brauche zum Musikhören auch das Hörgerät auf dem Gegenohr, obwohl der Hörrest auch ziemlich bescheiden ist. Das natürliche Restgehör macht den Klange einfach wärmer und eben natürlicher. Das war auch einer der Gründe warum ich mich vorletztes Jahr vorerst gegen ein zweites CI entschieden habe (mir wurde auch von der implantierenden Klinik auch abgeraten)

Gruß
Andrea

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11 Nov 2016 19:42 #27720 von Bibi
Bibi antwortete auf das Thema: Aw: Music trotz Ci selber machen !!
Hallo Benedikt,
ich kenne das auch gut mit den "inneren Melodien". Ich habe mich früher intensiv der klassischen Musik gewidmet und 11 Jahre lang Klavier gespielt, die letzten Jahre dann an Taubheit grenzend schwerhörig. Die hohen Töne habe ich mir immer nur vorgestellt und das hat gut funktioniert. Insbesondere habe ich sie "innen" auch richtig gehört, wenn ich mich in echt verspielt hatte! ;)
Bei Unterhaltungsmusik geht es mir wie Andrea, ich mag nur manches, zB darf der Bass nicht zu dominant sein. Aber insgesamt liebe ich (leider) die klassische Musik, für die mein CI wirklich schlecht geeignet ist. Daher höre ich insgesamt wenig Musik. Das eigene Musizieren habe ich mit den Kindern aufgegeben mangels Zeit. Aber eigentlich würde ich gern nochmal Kontrabass lernen oder wieder Klavier anfangen.
Ich freue mich viel mehr, seit ich ein CI habe im Auto Deutschlandfunk hören zu können. Die sprechen dort so schön deutlich und ohne Hintergrundlärm, da kann ich viele interessante Dinge hören (ich fahre recht regelmäßig auch mal Strecken von 2 Stunden).
Viele Grüße, Bibi

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12 Nov 2016 17:56 - 12 Nov 2016 18:01 #27721 von Benedikt
Benedikt antwortete auf das Thema: Aw: Music trotz Ci selber machen !!
Hallo Andrea,

ich danke Dir für Deine Erläuterungen zur Musikwahrnehmung. Du hattest sie schon im ersten Posting angedeutet und jetzt noch mehr dazu erzählt. Deine Beschreibungen kommen meinen Vorstellungen ziemlich nahe. Du bist für Musik am empfänglichsten, wenn sie melodiös in Erscheinung tritt und dann möglichst geradlinig verläuft. Diese Geradlinigkeit ist eben bei Orchestermusik nicht gegeben, weil sich laut und leise stark abwechseln, das Tempo variiiert und die Tonart nicht durchgehend die gleiche bleibt. Etwas anders sieht es bei Orgelmusik aus. Wenn es sich nicht gerade um Instrumentalmusik handelt, empfindest Du den Choralgesang der Gemeinde angenehmer, auch schon deshalb, weil sich die Orgel hier etwas zurücknimmt. Ich kann es gut einschätzen, denn ich habe früher selbst mal Orgel gespielt, in der Taubheit aber damit aufgehört. Die Orgel ist nämlich ein Balginstrument und das Spielen erscheint lebloser als am Klavier. Als Hammerinstrument erlaubt das Klavier immer noch gewisse Vibrationen, die das Spielen beleben. Ich gehöre aber nicht zu jenen, die Vibrationen überschätzen und den Eindruck entstehen lassen, Melodie werde dadurch erfahrbar. Jedenfalls distanziere ich mich von solchen Einträgen im Netz. Das allein reicht nun wirklich nicht aus und es gehört weitaus mehr dazu.

Irritationen entstehen auch durch eine falsch verstandene Terminologie. Wenn eine Musikerin als "deaf" bezeichnet wird, so hat der deutsche Leser eine taube Person im Blick. Die Wirklichkeit stellt sich schon ein bißchen anders dar, denn es gibt im Englischen verschiedene Grade von "deaf" - mild deafness, profound deafness etc. Davon kann man sich nun etwas aussuchen. Schlagen wir in Wörterbüchern nach, so wird deaf nicht nur als taub übersetzt, sondern auch als schwerhörig. Hier entstehen leicht Mißverständnisse, und es wäre manchmal angebrachter, das Wort hard-hearing zu benutzten, denn es übermittelt eine deutlichere Botschaft, Schwerhörigkeit anzuzeigen, falls diese vorliegt. Überdies wirkt hard-hearing weniger diffus als das deaf, das dieses und jenes bedeuten kann. So recht ins Bewußtsein scheint das leider noch nicht getreten zu sein.

Deine Entscheidung, das andere Ohr nicht operieren zu lassen, war bestimmt die richtige, denn wenn Du mit der jetzigen Situation zufrieden bist, ist das immer noch besser als sich Ungewißheiten auszusetzen, die Du dann bereuen würdest.

Viele Grüße

Benedikt

Hallo Bibi,

auch über Deine Zuschrift habe ich mich gefreut. Daraus geht hervor, daß Du vor allem sprachlich vom CI profitierst, was auch schon viel ist. Denn nicht allen ist es vergönnt. In Sachen Musik mußt Du dich mit Einschränkungen abfinden, zumal Dir die klassische Schiene etwas mehr liegt, die mit dem CI nicht so gut nahegebacht werden kann.

Es trifft sich gut, daß Du dich 11 Jahre lang der klassischen Musik gewidmet hast. Dann glaube ich Dir gern, daß Du über Fähigkeiten des inneren Hörens verfügst. Dazu hast Du ein gutes Beispiel angeführt. Den falschen Ton konntest Du "innen" richtig einorden, falls es mal vorgekommen ist, daß Du dich verspielt hattest. Aber diesen falschen Ton mußt Du dann immerhin noch registriert haben

Ich weiß nicht, ob Du schon mal die Analyse eines Musikstückes vorgenommen hast, noch ehe Du am Instrument saßest. Für mich geht es nicht anders. Robert Schumanns "Erster Verlust" kennst Du bestimmt. Das Stück beginnt in E-Moll, geht dann in A-Moll über und springt dann wieder zu E-Moll. Eine solche Verarbeitung muß ich immer vornehmen.

Wenn Du wieder vorhast, mit Klavier anzufangen, ist das vielleicht nicht ganz der richtige Ausdrcuk Denn Du bist ja keine Anfängerin, sondern kennst Dich schon relativ gut am Insturment aus. Du wärest dann eher eine Wiedereinsteigerin. Ein Gefühl sagt mir, daß Du es gut anpacken würdest.

Falls es Dich mal in meine Gegend verschlägt, könnten wir versuchen, vierhändig zu spielen. Ich wage mal eine Prognose und sage: Wir bekämen das hin.

Viele Grüße

Benedikt
Letzte Änderung: 12 Nov 2016 18:01 von Benedikt. Begründung: orthographische Änderung

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13 Feb 2017 12:16 - 13 Feb 2017 12:20 #27737 von Benedikt
Benedikt antwortete auf das Thema: Music trotz Ci selber machen !!
Ihr Lieben,

weiter oben wollte ich aufzeigen, daß es auch im Englischen den sprachlichen Schlendrian gibt, der ganz besonders beim Wort "deaf" zutage tritt. Der laxe Umgang damit kann Menschen unter günstigeren Umständen aufwerten, wo es ihnen gar nicht zukommt, von anderen aber auch Verstehensleistungen einfordern, die bei gänzlicher Taubheit nicht möglich sind. Die unbedachte Anwendung des "deaf" hat schon viel Schaden angerichtet.

Das Buch "Katzentisch" von Michael Ondaatje ist der Auslöser, warum ich mich heute noch mal melde. Es handelt von Personen, die sich auf einer Schiffsüberfahrt befinden. Unter ihnen auch das taube Mädchen Asuntha. Von ihr wird gleichzeitig gesagt, daß sie nur auf dem rechten Ohr hören konnte, und auch nur dann, wenn man ihr klar und deutlich ins Ohr sprach. Schon diese Aussage ist widersprüchlich, denn in einem solchen Fall wäre sie nicht taub, sondern resthörig oder an Taubheit grenzend schwerhörig. Das sind schon große Unterschiede. Es ist so, als hätte man sich das englische "deaf" zum Vorbild genommen, wo ein "hard of hearing" sehr viel passender gewesen wäre. Oder sollte doch etwas anderes zum Ausdruck kommen? Denn weiter ist zu lesen: "So konnte sie die Schwingungen in der Luft erfassen und in Töne und dann in Worter umwandeln". Das muß mir erst mal einer vormachen...

Auch wenn es um die Musik geht, ist mir der Sprachschlendrian schon begegnet. Und zwar in einem Buch, in dem die Widersprüche unverkennbar sind und das den Titel "Hören - Spüren - Spielen" trägt. Darin kommt Paul Whittaker zu Wort und es heißt: "Bis zum Alter von sieben Jahren blieb mein Gehörverlust einigermaßen stabil; über die folgenden Jahre verschlechterte er sich jedoch gravierend, bis ich im Alter von elf Jahren völlig ertaubte... "Als ich mit dem Klavierspiel begann, konnte ich akustisch noch partiell Noten bis zu zwei Oktaven bis zum mittleren C ohne Hörhilfen wahrnehmen. Heute kann ich ohne diese Unterstützung keine einzige Note "hören", wohingegen ich mit Hörhilfen bis zu zwei Oktaven über dem mittleren C "hören" kann". Ist eine verwertbare Unterstüzung vorhanden, sollte doch besser von Hörverschlechterung gesprochen werden, nicht aber von Ertaubung. Wenn derartige Aussagen in Druck gehen, bleibt mir das ein Rätsel.

Der Hörstatus von Paul Whittaker läßt sich am besten mit "profoundly deaf" beschreiben - also stark schwerhörig. Er unterscheidet sich dann immerhin noch wesentlich von "purer deafness".

Benedikt
Letzte Änderung: 13 Feb 2017 12:20 von Benedikt. Begründung: Fehlerberichtigung

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14 Feb 2017 21:16 #27738 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Music trotz Ci selber machen !!
Hallo Benedikt,

ich finde dass Du es zu eng siehst. Jemanden dem man direkt ins Ohr sprechen muss, ist für mich taub. Die versorgungsmedizischen Grundsätze besagen, dass man ab einem Hörverlust von 85 dB taub ist. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man dann ohne Hörgeräte nur sehr vereinzelte und nicht wirklich identifizierbare Höreindrücke hat. Mit Hörgeräten geht es bei 85 dB noch ziemlich gut, zumindest wenn die 85 dB auch noch bei den mittleren und hohen Tönen da sind.

Gruß Andrea

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15 Feb 2017 11:45 #27739 von Benedikt
Benedikt antwortete auf das Thema: Music trotz Ci selber machen !!
Hallo Andrea,

Du kennst dich in audiologischen Dingen gut aus, was auch Anerkennung verdient. Bei meiner Aussage möchte ich trotzdem bleiben. Wenn jemand ohne Hörgerät etwas ins Ohr gesagt bekommt und Fragmente versteht, unterscheidet sich das von einer Person, die dazu nicht in der Lage ist. Mit Hochleistungshörgeräten läßt sich noch viel herausholen. Das sollten wir nicht losgelöst voneinander betrachten. Du sagst ja auch selbst, welche große Hilfe Hörgeräte dann noch bieten können. In der Gesamtheit betrachtet, liegt dann für mein Empfinden keine Taubheit vor - unabhängig von der Auslegung. Im Buch fällt aber auch ein Satz, der schriftstellerischer Phantasterei entspringt und ins esoterische Fahrwasser gerät: "So konnte sie die Schwingungen in der Luft erfassen und in Töne und dann in Wörter umwandeln". Hier wird dem Leser keine so geringe Verstehensleistung suggeriert.

Das andere Buch, von dem die Rede war, möchte ich nicht aussparen. Die Widersprüche in der Aussage über Paul Whittkaer habe ich der Herausgeberin mitgeteilt. Sie hat mir eine Fahrlässigkeit bestätigt, die man hätte vermeiden müssen. Bei der vorgesehenen englischen Ausgabe sollte deshalb eine genauere Terminologie erfolgen. Was nicht darüber hinwegtäuschen kann, daß bei der Übersetzung ins Deutsche recht oberflächlich vorgegangen wurde.

Der undifferenzierte Gebrauch des "deaf" für Sachverhalte, die den Hörstatus verfälschen, sollte in Zukunft besser unterbleiben. Darin sind wir uns bestimmt einig.

Gruß Benedikt

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