Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?

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05 Jan 2012 10:02 #23825 von andrea
andrea erstellte das Thema Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?
Hallo,

ich möchte einen neuen Thread zu einem Thema starten, der seinen Anfang in einen anderen Thread genommen hat, dort aber nicht eigentlich nicht hingehört.

Es wurde in den Raum gestellt, einige Leute würden nicht gnügend Mut machen bzw. Risiken überbewerten.

Ich habe daraufhin die Behauptung aufgestellt, zu der ich auch weiterhin stehe, dass die Kliniken nicht kritisch genug aufklären. Ich hätte an diese Stelle wohl die Einschränkung treffen müssen, dass etliche Kliniken lediglich das rein Medizinische und auch Finazielle im Blick haben und sehr unkritisch ein CI empfehlen. (Komisch, im Schwerhörigennetz wird mir vorgeworfen das CI zu sehr zu propagieren).

Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass es noch viele potentielle CI-Kandidaten gibt, die heutzutage nicht wissen, dass es ein CI gibt. In allen Gesundheitsbereichen ist es so, dass man selbst die Augen aufhalten muss, um sich nichts Unnötiges aufschwatzen zu lassen bzw. nichts zu übersehen. Wenn sich jemand 100%ig auf einen lahma* HNO verlässt und auch nicht im Internet nachschaut, der weiß vielleicht heute nicht Bescheid. Aber alle anderen schon! Viele hochgradig Schwerhörige wollen eben auch keines. Ich habe eine ertaubte Verwandte, die Hörreste sind bei ihr so minimal, dass ich manchmal wirklich bezweifele, ob sie überhaupt noch etwas hört. Wir haben diese Verwandte schon vor ca. 20 Jahren auf das CI hingewiesen, damals hörte sie noch besser und wäre evtl. damals noch nicht implantiert worden. Als ich selbst ein CI bekam, hat sie bereits noch schlechter gehört als ich. Wir haben gefragt, ob sie nicht auch mal mit nach Hannover fahren möchte, das ging nicht, weil ihr Mann kurz vorher einen Schlaganfall hatte. Danach war er pflegebedürftig und angeblich ging es dann einfach nicht. Es wurden Tausend Gründe gefunden, Hannover wäre zu weit weg, sie könne allein nicht hinkommen, der Mann würde Kurzzeitpflege nicht akzeptieren usw. usf. Der Mann ist mittlerweile verstorben, es gibt mittlerweile auch in ihrer Nähe Kliniken, aber sie will noch immer nicht. Jetzt ist sie ihrer Aussage nach zu alt. Sie ist zugebenermaßen schon über 80 Jahre alt, sonst aber ziemlich fit. Mutmachen meinerseits hat also nichts geholfen und mittlerweile ist es auch so, dass sie bei Familientreffen mich zwar anspricht, aber rein gar nichts versteht und ihr ist es auch peinlich, wenn man ihr etwas aufschreibt. Gleichwohl hat sie immer Block und Kuli in der Handtasche.

Ich fürchte solche "Angsthasen" gibt es sehr viele und die würden jedes aufgezählte Risiko als dankbaren Vorwand nehmen, vor einer OP und dem Unbekannten "neuen Ohr" zu kneifen, vor der sie Riesenschiss haben. Der Vergleich mit einer Mandel- und Blindarm-OP hinkt in meinen Augen. Ohne OP verstirbt man mit hoher Wahrscheinlichkeit an dem Blindarm. Entzündete Mandeln verursachen üble Schmerzen, die das Schlucken unmöglich machen. Also hat man auch da keine Wahl. Als ich damals einen entzündeten Blindarm hatte, fiel die Entscheidung zu op innerhalb von zwei Stunden. Da war keine Zeit, sich großartig Gedanken zu machen. Eine Ertaubung hingegen verursacht keine körperliche Schmerzen und man stirbt ja auch nicht dran. Und wenn man über Jahre ertaubt kann man sich offenbar mehr oder weniger auch daran gewöhnen. Und dadurch, dass eine CI-OP eine geplante OP ist, hat man auch jede Menge Zeit sich mit Allem auseinander zu setzen. Und man muss es auch tun.

Es ist selbstverständlich, dass man auch vor den Risiken warnt bzw. Alternativen aufzeigt. Mit dem Chili und dem Naida gibt es z.B. Hörgeräte, die sehr leistungsfähig sind und bei bestimmten Hörkurven durchaus das CI noch um einige Jahre herauszögern können. Gerade bei Kindern sollte man m.E. den Hörgeräten ein halbes Jahr eine Chance geben. Selbst das passiert nicht, obwohl eine BERA nur Pi mal Daumen Ergebnisse liefert. Mich mutet es gelinde gesagt selbstsam an, wenn gesagt wird, "Unsere Tochter hat toll auf ihre Hg reagiert. Wir hoffen, dass sie auch so toll auf das CI reagiert." Weiterhin finde ich die Diskrepanz zwischen den offiziellen Statistiken, bei denen es immer heißt, dass die Komplikationen alle im Promillebereich liegen, aber in den Foren laufend Leute schreiben, die doch irgendwelche Probleme haben. Und diese Leute gehen dann im Klinikalltag unter, weil keiner sich kümmert und Zeit und Mühe aufwendet, dem Problem auf die Sour zu gehen.

Das CI ist großartig, aber es sollte überlegt angegangen werden. Und etliche Professionelle sind in meinen Augen auch betriebsblind.

Gruß
Andrea
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05 Jan 2012 15:09 - 05 Jan 2012 15:11 #23831 von Maike
Maike antwortete auf das Thema: Aw: Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?
Danke Andrea!

Hierher gehört m.E. evtl. auch ein Thread: Empfehlungen von uns langjährigen Anwendern für ein CI? (D.h., ab wann ist man - aus der Sicht erfahrener, langjähriger AnwenderInnen, die wirklich nicht nur sich selbst kennen, sondern so - ähnlich wie wir - seit Jahren hier mit zig und z.T. Hunderten anderer CI-TrägerInnen im Kontakt sind - reif für ein CI?)

Als Beispiel: Mir begegnete just jetzt gerade ein Bekannter, der auf dem schlechteren Ohr noch ein Einsilberverstehen von 45% hat und auch noch sehr gut telefonieren kann. Ihm wurde von seiner ehemaligen Schule aus (nicht Nürnberg!) von einer pädagogischen Kraft sehr nahegelegt, ein CI implantieren zu lassen.

Ich bin ziemlich hin- und hergerissen in so einem Fall. Wenn man auf dem besseren Ohr ein Einsilberverstehen von mehr als 50% und auf dem schlechteren Ohr von 45% hat, dann finde ich ein CI verfrüht.

Wenn wir z.B. eine Liste herausgeben (und zwar aus Anwendersicht), in der solche Dinge z.B. stehen - oder auch die Frage, ob der CI-Anwärter oder CI-Interessierte sich Gedanken über die Nachsorge und das Fabrikatangebot der jeweiligen Klinik gemacht hat etc. - dann wäre es sehr gut...

Auch wäre es evtl. gut, einen gesonderten Thread herauszugeben, in dem die einzelnen Kliniken von uns CI-TrägerInnen beschrieben werden. Beispielsweise in der Form:

Hannover: bietet alle CI-Firmen an und hat Erfahrung mit der Einstellung aller CI-Firmen - zusätzlich ABI (Acusticus Brainstem Implantat (Hirnstammimplantat)) -Angebot (hat Freiburg auch!)

Kiel: für Cochlear-CI-Anwärter interessant. Für Leute, die AB wollen, ist Kiel dagegen NICHT empfehlenswert, da sie nicht offen genug für eine Zusammenarbeit mit AB ist. Da ist dann z.B. Hannover oder evtl. Hamburg oder evtl. Lübeck oder oder... besser.

Würzburg: Bietet NUR Med-El an. etc. etc.

Grüßle
Maike
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05 Jan 2012 17:22 #23839 von Martina
Martina antwortete auf das Thema: Aw: Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?
Mädels,

Zitat von Andrea:

"Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass es noch viele potentielle CI-Kandidaten gibt, die heutzutage nicht wissen, dass es ein CI gibt. In allen Gesundheitsbereichen ist es so, dass man selbst die Augen aufhalten muss, um sich nichts Unnötiges aufschwatzen zu lassen bzw. nichts zu übersehen. Wenn sich jemand 100%ig auf einen lahma* HNO verlässt und auch nicht im Internet nachschaut, der weiß vielleicht heute nicht Bescheid."

Ihr überschätzt dieses Forum!
Es gibt jede Menge potentieller CI-Kandidaten, und die sind eher älter und haben nicht unbedingt Zugang zum Internet. An dieser Stelle sind die SHG von unschätzbaren Wert! Es ist etwas ganz Anderes, "live" etwas zu erleben als virtuell. An dieser Stelle kann ich Dagi und Maryanne nur beipflichten!

Zitat von Maike:

"(D.h., ab wann ist man - aus der Sicht erfahrener, langjähriger AnwenderInnen, die wirklich nicht nur sich selbst kennen, sondern so - ähnlich wie wir - seit Jahren hier mit zig und z.T. Hunderten anderer CI-TrägerInnen im Kontakt sind - reif für ein CI?)"

-Mag sein, dass du diese Frage eben "live" beantworten kannst, aber sicherlich nicht in einem Forum. Dieser Satz in Klammern kommt übrigens -virtuell!- extrem überheblich daher, nach dem Motto, "wir" -btw: Wer ist das? Gudrun, Andrea und Maike??- wissen mindestens soviel wie die Ärzte, eher sogar mehr.

Ich bin übrigens seit Jahren Gründungsmitglied einer sehr großen SHG,deren Mitgliederzahl aktuell weit über 70 liegt, und stehe dort immer für Fragen zur Verfügung.

Greetz,
Martina

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05 Jan 2012 18:28 #23840 von maryanne
maryanne antwortete auf das Thema: Aw: Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?
Ich bin verblüfft, die zahleichen Menschen zu erleben, die mehr oder weniger durch Zufall vom CI erfuhren, selten von ihren niedergelassenen HNOs; es sind solche Leute, die bds. medizinisch taub sind, also nicht die "neue Elite"; sie kommen in die Klinik, nachdem sie in den Medien vom CI erfahren haben.

Ich bin absolut nicht der Auffassung, dass CI-Träger - in welcher Funktion auch immer - anderen Menschen ein CI empfehlen sollten. Man kann sachlich informieren, seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen mitteilen und auch Adressen von SHGen und Kliniken weitergeben. Alles andere halte ich für ethisch nicht vertretbar.
Entscheiden muss jeder Mensch selbst. Das gilt auch für den umgekehrten Fall, z. B. wenn wir den Eindruck haben, dass jemand "zu früh" implantiert werden soll.

Das ist nicht Sache anderer, sondern nur der Betroffenen selbst. Dies sage ich mal, auch wenn es Leute gibt, die es anders sehen.

maryanne
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05 Jan 2012 18:35 #23841 von Maike
Maike antwortete auf das Thema: Aw: Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?

Martina schrieb: Es gibt jede Menge potentieller CI-Kandidaten, und die sind eher älter und haben nicht unbedingt Zugang zum Internet. An dieser Stelle sind die SHG von unschätzbaren Wert! Es ist etwas ganz Anderes, "live" etwas zu erleben als virtuell. An dieser Stelle kann ich Dagi und Maryanne nur beipflichten!


Hallo Martina,

wenn denn diese älteren Leute die SHG'en finden. Wie oft traf ich auf Leute, die gar nicht wussten, dass es so etwas gibt.

Da sieht man, wie wichtig es ist, dass es nicht nur EINE Informationsschiene gibt, also nicht nur das Internet.

Trotzdem glaube ich schon, dass immer mehr Menschen Zugang zum Informationsangebot des Internets haben. Insofern ist das Internet nicht zu unterschätzen, davon bin ich überzeugt...

Martina schrieb: -Mag sein, dass du diese Frage eben "live" beantworten kannst, aber sicherlich nicht in einem Forum. Dieser Satz in Klammern kommt übrigens -virtuell!- extrem überheblich daher, nach dem Motto, "wir" -btw: Wer ist das? Gudrun, Andrea und Maike??- wissen mindestens soviel wie die Ärzte, eher sogar mehr.


Es ist richtig, dass sich manche Fragen im Gespräch viel besser klären lassen als im Internet. Trotzdem wundere ich mich über Deine Aussagen: "extrem überheblich". Was meinst Du damit?

Mit "wir" meine ich dieses Forum und jeden, der hier mitschreibt und der dazu etwas beitragen kann. Dich zum Beispiel. Bin ich jetzt "extrem überheblich"?

Es ist einfach relativ, wer was beitragen kann. Siehe Wikipedia, wo jeder da mitmachen kann - mit allen Vor- und Nachteilen.

BTW: Habe ich irgendwo geschrieben, mehr zu wissen als die Ärzte? Solche Überheblichkeit würde ich mir nicht anmaßen. Solltest Du Dich auf meine Antwort an Maryanne beziehen, dann hast Du etwas falsch gelesen bzw. missverstanden, da ich sie (Maryanne) persönlcih meinte - und hier auch nichts, aber kein Jota von Ärzten schrieb. :dry:

Martina schrieb: Ich bin übrigens seit Jahren Gründungsmitglied einer sehr großen SHG,deren Mitgliederzahl aktuell weit über 70 liegt, und stehe dort immer für Fragen zur Verfügung.


Schön, dass Du Dich so engagierst. Da sieht man, wie sehr wir (also Du, ich, Gudrun, Andrea und noch viele andere hier - eigentlich jeder CI-Träger, der hier mitschreibt...) mit Herz und Verstand dabei sind. Gut, dass es unterschiedliche CI-Träger mit unterschiedlichen Erfahrungen gibt - und genau das ist die Chance dieses Forums: Nicht bloß "Friede-Freude-Eierkuchen"-Erfahrungen, sondern die unterschiedlichsten vom "absoluten Gehör" mit CI (auch solche Leute kenne ich, die glaubwürdig behaupten, mit dem CI wieder das "absolute Gehör" bekommen haben) bis hin zur Explantation ist die Palette sehr vielfältig und bunt.

Grüßle
Maike

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05 Jan 2012 18:48 #23842 von CILer
CILer antwortete auf das Thema: Aw: Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?
Hallo Maryanne,
da stimme ich mit dir voll überein.
Auch mit dem Abraten sollte man vorsichtig sein.
In Friedberg im CIC wurde ich von einer Frau angesprochen, die ich vom DSB-OV kenne. Sie hat mir ganz stolz gezeigt, dass sie inzwischen auch implantiert ist. Hätte sie mich vorher um Rat gefragt, hätte ich ihr nicht unbedingt abgeraten, aber ich hätte ihr gesagt, dass sie nichts überstürzen- und sich in mindestens 2 Klinken vorstellen soll. Zu ihrer sehr ungünstigen Ausgangslage kam auch noch, dass sie eher von ihrem Mann zur Implantation bedrängt worden ist. Trotz alledem versteht sie mit dem CI gut.
Weder Mut- noch Panikmache ist richtig. Sie wurde zum Mut "gezwungen" und hatte Erfolg.
Ausreißer gibt es nach beiden Seiten zur Genüge. Helga kennt die Frau übrigens auch sehr gut.
Uli
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05 Jan 2012 19:22 #23843 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?
Liebe Leute,

JEDER muss frei entscheiden: Man kann nicht sagen: DU MUSST oder DU DARFST NICHT. Ich glaube darüber herrscht hier auch Konsens.

Aber man wird das Für und Wider diskutieren können und ich glaube, dass Selbstbetroffene auch einen anderen Blickwinkel haben als hörende Angehörige oder Ärzte. Es ist auch ganz einfach so, dass Professionelle in der Mehrzeal sicher die besten Absichten haben, aber es bleibt Fakt, dass sie damit Geld verdienen.

Nur habe ich das Gefühl, dass, wenn man die negativen Aspekte eines CIs erwähnt, gleich zurück gepfiffen wird. Das ist auch eine ungute Entwicklung.

Ich warte noch immer darauf, dass sich diejenigen, die meinen, man würde nicht genug Mut zusprechen, dieses auch mal konkret belegen.

Viele Grüße
Andrea
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05 Jan 2012 21:57 - 06 Jan 2012 00:06 #23847 von Gudrun
Gudrun antwortete auf das Thema: Aw: Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?
Ich unterschreibe Andreas Posting. Ich finde, hier sollte Meinungsfreiheit gelten.

Ich rate nicht von einem CI ab, aber wenn ich den Eindruck habe, dass jemand zu blauäugig an die Sache herangeht, weise ich auf die negativen Aspekte hin.

Ich denke hier z.B. an eine junge geburtsgehörlose Frau (Namen möchte ich nicht nennen), die sich mit einem CI versorgen ließ, hinterher sehr enttäuscht war und dann behauptet hat, über die schwierigere CI-Anpassung nicht aufgeklärt worden zu sein (obwohl das mit Sicherheit geschehen ist). Dass die möglichen Probleme eine untergeordnete Rolle spielen, sehe ich als Schwachstelle von medizinischen CI-Aufklärungsgesprächen an. Das Problem ist, dass manche Leute, die sich für ein CI interessieren, die möglichen Probleme einfach ausblenden, zum einen Ohr rein, rum anderen wieder raus.

Natürlich wurde ich über die Risiken aufgeklärt, aber nicht im Rahmen der Voruntersuchung, sondern einen Tag vor der CI-Operation. Das finde ich definitiv zu spät. Ich muss allerdings einschränken, dass das medizinische Team bei der Voruntersuchung registriert hat, dass ich Sachen CI bereits hervorragend aufgeklärt war. Mir wurden auch keine überzogenen Hoffnungen gemacht. Prof. A. sagte: "Ich verspreche mir vom CI, dass Sie damit viel mehr herausholen können als mit dem Hörgerät. Die OP wird nicht ganz einfach sein." Sie hatte mit beidem Recht, ich wurde im Rahmen der Voruntersuchung auch gefragt, was ich mir vom CI erhoffe. Das fand ich vorbildlich. Nur die möglichen Probleme und OP-Risiken waren bei der VU kein Thema und das fand ich weniger gut.

Ich würde die medizinischen Probleme beim Vorgespräch allerdings auch nicht einfach im Raum stehen lassen, sondern Lösungsvorschläge dazu bieten, z.B. "So und so viele Reimplantationen waren erfolgreich, bei anderen führten wir Maßnahmen X und Y durch." oder "Falls ein Tinnitus auftritt, kann ggfs. eine Reha in Ort XY helfen."

Zum Forum hier: Ich persönlich finde "Pauschalkritiken", die unkonkret sind, wenig hilfreich, weil der Kritiker sich dann feige herausreden kann: "Warum beziehst du die Kritik denn auf dich?" Wenn nach meinen Posting plötzlich eine uneindeutige Kritik ohne Namensnennungen kommt, fühle ich mich nun mal angesprochen.

Zum Threadthema: Wir haben hier Meinungsfreiheit und hier sollten positive und negative Dinge gleichberechtigt nebeneinander stehen dürfen.

gehörlos geboren, mit 2 HG aufgewachsen, jetzt CI rechts seit 09/2007 (erst Freedom, dann Nucleus 5), HG links
Letzte Änderung: 06 Jan 2012 00:06 von Gudrun.

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06 Jan 2012 07:27 #23848 von flyingfranzi
flyingfranzi antwortete auf das Thema: Aw: Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?
Ich finde einfach das manchmal einfach zu positiv beraten wird von den kliniken, das ist ja eingendlich gut für den Mut. Nur wenn etwas schief läuft, sprich probleme bei der anpassung oder eine re-implantation dann sind manche betroffene in einer art "schock zustand". Es ist nun mal Fakt das sowas passieren kann, also sollte man auch darauf hinweißen, und zwar schon so das der Patient das dann auch richtig mitbekommt und nicht irgndwo zwischen den Zeilen oder erst kurz vor der OP. Klar sollte man sich als CI-patient auch selber informieren, das ist keine frage, aber gerade älter die nicht so fit sind im Internet kommen an bestimmte Infos kaum ran.

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06 Jan 2012 13:18 #23849 von DagiB
DagiB antwortete auf das Thema: Aw: Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?
hallo alle zusammen,

meine güte, dass das so eine lawine lostritt!! aber erst einmal dank an alle, die sich dazu geäußert haben. ich nehme niemandem irgendetwas übel und habe mich gefreut, dass so viele postings dazu kamen.

zunächst einmal, nichts von dem, was ich geschrieben habe, betrifft irgendein posting von euch direkt, sondern ist eine zusammenfassung alldessen, was zum thema: "mister", geantwortet wurde.

im leben läuft das so, dass man informationen bekommt und die kann man annehmen, oder es sein lassen. das ergebnis muss man dann selbst vertreten. nur weiß so manch ein hörgeschädigter nichts von diesen informationen, wie schon von etlichen von euch bestätigt. je nachdem, wie die voraussetzungen vor der OP sind, müssen die informationen anders sein. und manche haben sogar angst vor zuvielen infos! auch das muss man akzeptieren.

Ja, ich arbeite in unserer SHG mit CI-trägern und potentiellen CI-trägern. Ich habe erlebt, dass die meisten sich für das CI entscheiden, aber auch, dass sich manche dagegen entscheiden.jeder darf und soll sich so entscheiden, wie er möchte. dass da auch fehlentscheidungen bei sein mögen, ist bekannt. bei uns gibt es eine person, die zu spät operiert wurde (nach einer meningitis) und deshalb weniger gute erfolge beim hören aufweist, aber das war die schuld der ärztlichen betreuung! alle anderen sind mit ihren entscheidungen sehr zufrieden. unsere berliner beratung schließt ALLE fakten (auch die negativen) ein, aber

UND DAS IST ES WAS ICH MEINE

um gottes willen keine zahlen (so und so oft reimplantation; soviel % sollte man verstehen oder nicht verstehen, damit man mit dem CI erfolge hat; deine hörkurve ist noch viel zu gut fürs CI usw). das können wir garnicht für das einzelne individuum aussagen! auch wenn wir viel vom CI wissen und weitergeben können: die entscheidung treffen der patient und die klinik. wir beraten - nicht abraten und nicht zuraten!

es wurde hier auch schon mehrfach der unterschied heraus kristallisiert. die allermeisten von uns hatten vor der OP angst und auch dass es schief gehen könnte. wenn die angst überwiegt, könnte es sein, dass man sich dagegen entscheidet, UND sich damit vielleicht das leben unnötig schwer macht. es steht uns nicht zu, solche entscheidungen zu kritisieren.
ist eine person noch in der entscheidungsfindung (das heißt immerhin, sie möchte gerne unbedingt besser hören oder überhaupt hören können) oder hat sich sogar zur OP entschieden, sollte das Mut machen überwiegen. man erkennt sehr schnell aus den postings wie die fragesteller "gestrickt" sind. z.B. wenn ein erwachsener geburtsgehörloser informationen haben möchte, würde ich persönlich hier im forum keine individuellen tipps zum CI geben, weil ich da aus meiner persönlichen lage heraus keinerlei erfahrungen habe. ist die person, aber hochgradig sh oder an taubheit grenzend sh, kann ich von meiner erfahrung erzählen, ohne das zu bewerten. ich kann auch von meinen persönlichen ängsten schreiben und dann kann der fragesteller überlegen, trifft das auf mich zu oder nicht. nur allgemeine aussagen sind fehl am platz, besonders wenn ich als "ratgeber" ganz andere eigne voraussetzungen habe.

ich persönlich habe mehreren personen, die durch die postings im forum verunsichert/verwirrt waren, durch lange emails die infos gegeben, die sie brauchten, um zu einer entscheidung zu kommen. wobei ich nur ihre fragen beantwortet habe, weiter nichts.

ich will damit nicht sagen, wie toll ich bin! aber das die postings unter gewissen umständen nicht so hilfreich sind, wie beabsichtigt, habe ich mehrfach erfahren.

und noch etwas:

Leute, wir sind doch erwachsen!! Wenn man jedes posting gleich als persönliche beleidigung auffasst, ist das echt schade!

das ist kommunikation: und wikipedia sagt dazu:
Kommunikation wird häufig als „Austausch“ oder „Übertragung“ von Informationen beschrieben. „Information“ ist in diesem Zusammenhang eine zusammenfassende Bezeichnung für Wissen, Erkenntnis oder Erfahrung. Mit „Austausch“ ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen gemeint. „Übertragung“ ist die Beschreibung dafür, dass dabei Distanzen überwunden werden können, oder es ist eine Vorstellung gemeint, dass Gedanken, Vorstellungen, Meinungen und anderes ein Individuum ‚verlassen‘ und in ein anderes ‚hinein gelangen‘. Dies ist eine bestimmte Sichtweise und metaphorische Beschreibung für den Alltag.

Ich wünsche euch allen einen schönen tag und bin auf eure meinung gespannt.
lg dagib

OPUS 2 rechts 2005, links 2008

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06 Jan 2012 15:09 #23850 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?
Hallo Dagi,

wenn ich mich recht erinnere hat keiner vom CI abgeraten. Ich kann mich aber erinnern, dass ihm sehr wohl zugeraten wurde, noch einmal Hörgeräte zu probieren und an diesem Rat kann ich nichts Verwerfliches finden. Wenn es mit anderen Hg dann noch immer nicht besser klappt als zuvor, bleibt das CI ja noch immer eine Trumpfkarte, die man ziehen kann. Insofern verstehe ich auch nicht ganz, warum ein solcher Rat Verunsicherung auslösen sollte. Der Rat kann höchstens dann Verunsicherung auslösen, wenn man sich 100% auf Arzt und Klinik verlässt und dann merkt. "Oh, es gibt ja noch eine andere Sichtweise."

Ich habe einfach große Bauchschmerzen, zu implantieren, wenn nicht wenigstens versucht hat, aus Hörgeräten alles herauszuholen. Sorry, bei einem mittleren HV von 70 dB kann man mit Hg noch vieles rausholen und das sind heutzutage Implantationskriterien, sogar dann, wenn beidseitig noch diese vergleichsweise gute Kurve besteht. Bzw. wenn jemand mit Hg noch 50% Einsilber versteht, muss man da implantieren? Viele CI-Träger haben ein Einsilberverstehen von 80% aber es gibt auch ziemlich viele, die auch ein schlechteres Einsilberverstehen haben. Jedes HCIG-Sommerfest beweist das aufs Neue.

Viele Grüße
Andrea
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06 Jan 2012 17:02 - 06 Jan 2012 17:14 #23851 von Gudrun
Gudrun antwortete auf das Thema: Aw: Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?
Hallo Dagi,

so ganz zufrieden bin ich mit deiner Antwort nicht.

Du schreibst zuerst:

DagiB schrieb: zunächst einmal, nichts von dem, was ich geschrieben habe, betrifft irgendein posting von euch direkt


Aber dann schreibst du:

sondern ist eine zusammenfassung alldessen, was zum thema: "mister", geantwortet wurde.


Also hast du dich mit deiner Kritik doch auf die Antworten an Mister bezogen.

Somit mussten diejenigen, die Mister geschrieben haben, sich von deiner Kritik angesprochen fühlen. Da du aber weder Namen nennst noch Zitate gebracht hast, blieb von unserer Seite aus nur Unmut (mit "uns" meine ich Andrea, Maike und mich). Einfach eine Kritik in den Raum werfen, ohne konkret zu werden, finde ich persönlich nicht sehr konstruktiv. Solche Arten von Kritiken verschlechtern das Diskussionsklima, weil keiner weiß, wer denn angesprochen werden soll.

Ja, wir sind erwachsene Menschen. Eben deshalb sollten wir auch in der Lage sein, uns gegenseitig persönlich anzusprechen, wenn uns etwas nicht gefällt.

Es schreibt hier jeder aus seiner eigenen Perspektive, die einen denken, man muss jemandem Mut machen, die anderen denken, man muss ihn bremsen. Wer hat nun recht? Wäre es nicht besser, die Postings einfach für sich stehen zu lassen?

Ich möchte mir nicht vorschreiben lassen, ob ich jemandem Mut machen oder in seiner Euphorie bremsen soll. Ich antworte stets so, wie ich mein Gegenüber einschätze, und nicht so, wie andere es wollen. Keiner von uns kann beurteilen, wessen Perspektive wirklich zutrifft, das kann nur der, an den die Postings sich wenden.

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Letzte Änderung: 06 Jan 2012 17:14 von Gudrun.
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06 Jan 2012 19:35 #23852 von DagiB
DagiB antwortete auf das Thema: Aw: Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?
hallo ihr zwei,

was ihr beide sagt, verstehe ich völlig. von einem abraten eurerseits habe ich auch nirgendwo etwas gelesen. der fakt aus den hörgeräten rauszuholen, was zu holen ist, ist auch absolut meine meinung und zusätzlich die pflicht jedes verantwortungsbewussten arztes/chirurgen. in unserer SHG hatten wir eine person, die jahrelang immer wieder versuchte, ihre HGe zu optimieren, ohne dass verbesserungen spürbar waren, bis sie sich dann implantieren ließ. das ist dann wieder die andere seite. und da die goldene mitte zu finden, ist eine kunst.

ihr wisst genauso wie ich, dass es personen gibt, die mit erstaunlich "wenig" hörkurve noch telefonieren und gut zurecht kommen und auf der anderen seite menschen, die "auf dem papier" eine anscheinend relativ gute hörkurve haben, aber überhaupt nicht im leben zurecht kommen. dieses subjektive hörempfinden ist eine größe, die selbst fachleute erst versuchen "messbar" zu machen.

ich habe meine mehrfache erfahrung deutlich geschildert, dass unentschlossene, ängstliche personen hier verunsichert wurden, statt eine entscheidung herauskristallisieren zu können. ich überlege mir für mich persönlich sehr genau, ob meine informationen konstruktiv, destruktiv oder evtl. überflüssig, wirklich nötig sind. das kann natürlich jeder für sich entscheiden, wie er das hält.

aber ich werde auf garkeinen fall jeden einzelnen satz, der hier geäußert wurde/wird zerpflücken und analysieren. es geht mir einfach um den gesamteindruck, wie das rüberkommten kann.und ich werde mich nicht auf solche wortklaubereien einlassen, da das ende solcher debatten oft "schrecken" und "harte worte" waren.

dieses forum ist zum austausch über das thema CI gedacht und nicht um wortanalysen zu machen. meine anmerkungen dazu hatten den sinn, dass wir uns einfach alle genau überlegen, was wir sagen.

mir liegt das wohl jedes fragenden hier so sehr am herzen, weil ich weiß, wie es mir erging, als ich nahezu taub war und infos gesucht habe --> mit all meinen wünschen, fragen, ängsten, frustrationen.

das ist meine motivation!

ich wünsche euch einen schönen abend und liebe grüße aus berlin
dagib

OPUS 2 rechts 2005, links 2008

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07 Jan 2012 19:54 #23853 von Gudrun
Gudrun antwortete auf das Thema: Aw: Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?
Liebe Dagi,

danke für deine Rückmeldung.

DagiB schrieb: aber ich werde auf garkeinen fall jeden einzelnen satz, der hier geäußert wurde/wird zerpflücken und analysieren. es geht mir einfach um den gesamteindruck, wie das rüberkommten kann.und ich werde mich nicht auf solche wortklaubereien einlassen, da das ende solcher debatten oft "schrecken" und "harte worte" waren.


Sicher, aber du siehst ja, wozu das führt, wenn man nur einen Gesamteindruck wiedergibt, das auch noch gekoppelt mit einer Kritik und einem Appell ist und schon haben sich mehrere darüber geärgert.

dieses forum ist zum austausch über das thema CI gedacht und nicht um wortanalysen zu machen. meine anmerkungen dazu hatten den sinn, dass wir uns einfach alle genau überlegen, was wir sagen.


Das sehe ich genauso wie du und so habe ich es hier immer gehandhabt. Ich werde mit meinen Postings nie die Meinung von allen treffen, dafür aber können alle anderen ihre Meinung hinzufügen, quasi als Ergänzung.

Dir auch einen schönen Abend.

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24 Sep 2012 09:20 #25263 von Benedikt
Benedikt antwortete auf das Thema: Aw: Mutmache oder Panikmache? Wie mit Risiken umgehen?
Der Begriff "Angsthase/häsin ist normalerweise negativ besetzt. Doch muß die besagte alte Dame, von der die Rede war, nicht unbedingt falsch gehandelt haben, als sie sich vor der Operation gedrückt hat. Da mögen viele Ausflüchte mit im Spiel gewesen sein, doch war es unter Umständen die weiseste Entscheidung ihres Lebens. Denn dadurch hat sie jedes gesundheitliche Risiko ausgeschlossen. Heute über 80, war sie schon in der Vergangenheit in vorgerücktem Alter und möglicherweise mag ihr der Lernprozeß, der für das neue Hören erforderlich wäre, einfach zu viel gewesen sein. Darüber hinaus gibt es auch von außen immer wieder Stimmen, die das Alter für einen gescheiterten Erfolg mit verantwortlich machen. Das hat sie meiner Meinung nach mit bedacht.

Was ist eigentlich das Gegenteil von "Angsthase"? Da müßten wir wohl "Draufgänger" sagen. In Sachen Operation wird der sich jedoch kaum finden, denn wer stürzt sich schon in eine unnötige Operation. Hingegegen vermehren sich die "Gutgläubigen" rasch. Dazu reicht schon die Bannerwerbung des Internets. Egal um welche Klinik es sich handelt, fällt die Information über das CI einseitig aus und es gibt in erster Linie viele Lobpreisungen, auch schon deshalb, weil man ja werbewirksam sein muß. Kritik bleibt so leicht auf der Strecke. Wo aber Licht ist, ist auch Schatten, der schnell übersehen wird.

Jetzt müßte ich mich der Meinung von Flyingfrfanzi anschließen, die sich über Re-Implantationen Gedanken gemacht hat. Wer das ins Auge faßt, tut es nicht grundlos. Denn die durch ein Implantat hervorgerufenen Fremdkörperbeschwerden können sehr belasten und ein Leidensdruck im Alltag sein. Noch schlimmer wird es, wenn es sich um eine wiederholte Re-Implantation handelt. Denn dann läuft der Patient Gefahr, sich ebenfalls wieder Schmerzen einzuhandeln, da ja neue Wunden geschlagen werden.

Gibt es wirklich Experten für solche Extremfälle? Ich habe im Internet noch nichts darüber gefunden, und auch das beweist wieder die Einseitigkeit der Information. Wer bei Google Re-Implantation eintippt, erhält nur spärliche Hinweise. Noch krasser wird es bei der Suchnachfrage "Explantation". So kann eine Sache zur schwersten Lebenskrise werden.

METAMORPHOSE

Bei all den Übergängen unsrer Zeit
denkt man an Dasein und Vergänglichkeit.
Sieht das Erlebte noch genauer
mit Mißlichkeit, Verzweiflung, Schmerz und Trauer.

Spürt so die Schatten, die geblieben sind,
und fühlt sich wie ein Kaspar Hauser-Kind.
Die Normen zwischen Licht und Dunkelheit,
sie sind gespalten, eingeschränkt, geteilt.

Des Fahrstuhls Schwärze, die so störte,
Du wußtest schließlich, wo sie hingehörte.
Gedanken fangen an zu kreisen,
und es gelingt, sie richtig zuzuweisen.

Du wirst zum Sklaven deiner Angst,
weil du um viele Dinge bangst.
Die Hoffnung naht mit kleinen Zielen -
sie bleibt oft sitzen zwischen Stühlen.

Liebe Grüße

Benedikt

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