8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit

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17 Jun 2014 18:41 #27059 von Uli
Uli erstellte das Thema 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Hallo,
ich ich bin rechts taub, links schwerhörig, mit HG versorgt.

Beim tauben Ohr weiß man nicht ob das seit Geburt oder früher Kindheit besteht.
Im letzten Jahr habe ich mich zu einem CI rechts entschlossen und wurde in Würzburg implantiert.

Bei der Erstanpassung stellte sich dann heraus, dass ich an allen Elektrodenkontakten reagiere.
Jedoch hörten sich an alle 12 Kontakte gleich an.
Mir fehlt also fast komplett die Tonhöhenerkennung bzw. der Klang.

Schlag und Kleppergeräusche konnte ich gleich anfangs erkennen. Auch ist es so, dass ich bei bestimmten Musikstücken Takt und Rhythmus erkennen kann.

Das ist in etwa bis heute so geblieben. Beim letzten Anpassungstermin war es so, dass ich an allen Kontakten wie vorhin beschrieben höre, aber dennoch jede Elektrode erkennen kann, wenn ich an 2 verschieden kontakten je einen tiefen und höhen Ton vorgespielt bekomme.
Der höhere Ton hört sich stets kräftiger an.
Auch ist es so, dass ich erkennen kann, ob ein Ton gleichbleibend oder schwingend ist.
Lautsstärke kann ich auch unterscheiden.

Ging es jemandem gleich?
Erfahrungen sind gefragt
Kann ich irgendwas tun?
Zur Info teile ich noch mit, dass ich mit Med El Opus 2 und Rondo versorgt bin, da zu diesem Zeitpunkt Implantierte beide Systeme erhalten haben.

Grüße aus dem Allgäu
Uli

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17 Jun 2014 18:45 #27060 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Hallo,

wie stark bist Du links denn schwerhörig? Bei sehr langer Taubheit mit einem relativ guten Gegenohr sind die Ergebnisse manchmal so wie Du es beschreibst. Hast Du denn mal eine Reha gemacht? Vielleicht hilft es, wenn mal eine andere Institution auf Deine Einstellungen guckt.

Gruß
Andrea

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17 Jun 2014 19:42 #27061 von Rosemarie
Rosemarie antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Hallo Uli,
ja mir geht es wie Dir, allerdings habe ich meine CI´s nun schon fast 10 und 9 Jahre. Ich höre auch nur zwei verschiedene Töne, einen lauter, den anderen leiser. Ich war allerdings vor der Ertaubung nie schwerhörig, sondern normalhörend und hatte das absolute Gehör, hörte jeden kleinsten Tonunterschied, habe im Chor mein Lebenlang gesungen und auch Cembalo gestimmt.
Leider kann ich all die Töne nicht mehr hören, eben nur die zwei Töne ,die sich durch laut oder leise unterscheiden. Bei mir haben sie ganz viel versucht mit Einstellungen, es ändert sich leider nicht.
Ich hoffe, dass es bei Dir doch irgendwann eine Änderung gibt
Lieben Gruß, Rosemarie.

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17 Jun 2014 22:13 #27062 von Rübennase
Rübennase antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Hallo.
Das Wespengeschwader wird gleich wieder über mich herfallen.
Ist mir aber recht egal.

Du könntest mit irgend einem Instrument die tonleiter auf und ab spielen das wird den hoernerv trainiere und dich weiter bringen.


So nun habt ihr wieder ne vorlage zu sinnlosen kritisieren. .....

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18 Jun 2014 09:03 #27063 von Uli
Uli antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Hallo zusammen!

Auf dem linken Gegenohr war ich bis vor ca. 20 Jahren im Tieftonbereich fast normalhörend. (10- 20 dB Hörverlust) Im Hochtonbereich hatte ich ca. 60 dB Hörverlust.
Inzwischen hat sich das um ca. 30 dB querbeet verschlechtert.

Zu Rübenase: Seit der letzten Anpassung habe ich tatsächlich angefangen, am Glockenspiel meiner Kinder die Tonleiter auf und abzuspielen. Links habe ich dann mein altes Ohrstück vom Hörgerät drin, bei dem ich dann die Löcher habe ich zumachen lassen. So kann das als Stöpsel wiederverwendet werden.
Zusätzlich übe ich am Notebook ( seit wenigen Tagen mit Tele- bzw Halsschlinge,CI- prozessor auf T, so wird der Ton nur übers CI erzeugt) an einem Partipationsprogramm, wo ich Musiknoten eingeben und die Töne dann abspielen lassen kann.
Man kann die Töne auch einzeln anklicken und die Tonhöhe andern.

Zusätzlich übe ich mit AudiOhry. Audiolog 4 habe ich mir vor wenigen Tagen zugelegt.
Die Würzburger meinen, ich soll mit Live-Geräuschen üben.(Rassel, Gläser verschieden befüllt, Schüsseln je nach dem mit was vorhanden(Holzstab, Löffel usw) anschlagen.
Live- Geräusche deshalb, weil diese nicht komprimiert seinen.

Das Ganze ist zäh. Letzlich ist man alleingelassen.
Ich möchte vor allem Erfahrensberichte von CI- trägern, bei denen die Ertaubungsdauer vor denm CI sehr lange dauerte, um zu wissen, ob die Töne bzw. Klänge später noch kommen.


In Reha war ich bisher noch nicht. Weiß nicht, ob ich von den Fortschritten dazu schon reif bin.
Soll eh erst ab 6 Monaten nach EA sinnvoll sein.


Grüße
Uli

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18 Jun 2014 12:57 - 18 Jun 2014 13:19 #27065 von Friese
Friese antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Hallo,

kurz zu mir (immer, also 48 Jahre) taub rechts.
Zur Unterstützung des durch Hörsturz sh linken Ohres ein CI (Cochlear).
EA März 2013.

Anfangs nur "Impulse" wahrgenommen, recht unangenehm, nur hohe Klopf/Scheppertöne waren der erste Eindruck.
Stand jetzt: Alles noch gaannz unklar, undeutlich, verwaschen. Aber: inzwischen nicht nur "Impulse" sondern auch schon rudimentäre Höreindrücke.
Die Elektroden-Pings unterscheiden sich schon, die Assoziation zur Tonhöhe ist da.
Klopfgeräusche zB kommen recht gut, Tonhöhen sind auch hier zu unterscheiden. Im Gegensatz zum allerersten Anfang kommen auch die tiefen Töne.
Übe nur in Richung Sprachverstehen. Leichte Fortschritte: Einige Vokale/Konsonanten funktionieren im Ansatz, Unterscheidungen möglich, Verstehen noch nicht.
Ergo bisher Entwicklung in kleinen Trippelschritten. Aber immerhin Entwicklung.
Erfolgsgefühle und enge Grenzen/Misserfolge wechseln sich ab.

Übe am liebsten mit der App der MHH. Audiolog ist ein bischen sehr umfangreich. Übe aber auch dort fast nur mit dem Sprachbereich (Geräusche kommen an, lassen sich aber kaum erkennen).

Hoffe auf weitere Entwicklung :side:

LG aus Friesland
Letzte Änderung: 18 Jun 2014 13:19 von Friese.

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18 Jun 2014 14:48 #27067 von az2013
az2013 antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
@friese wenn du mit der MHH App übst, welche einstellungen hast du dann ?? bzw. welche übung machst du, und übst du mit kabel oder ohne ??

ich mag diese App auch, und finde ohne kabel üben besser, wobei man ja auch mit kabel üben sollte um so das gefühl von telefonhören bekommt.

Grüße
Martina

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18 Jun 2014 16:03 #27068 von Friese
Friese antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Ich nutze alle Übungen (so viel sind es ja nicht) und zwar via Kabel.
Dazu muss ich aber die maximale Lautstärke einstellen.
Ich nutze auch einen Y-Stecker, damit ich mit dem anderen Ohr und einem Hörer sofort vergleichen kann. Denn es wird ja leider erst am Ende angezeigt, was richtig war. Das ist meiner Meinung nach ein Nachteil.

LG aus Friesland

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18 Jun 2014 17:07 - 18 Jun 2014 17:07 #27069 von SusanneHerms
SusanneHerms antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
forum.hcig.de/index.php/forum/18-op-zeit-und-erstanpassung/12640-ea-2-ci-nach-fast-50-jahren-taubheit-verrueckt

Hallo Ulli,

Hier kannst du meine Geschichte nach fast 50 Jahren Geburtstaubheit nachlesen.

Ich habe bei der Erstanpassung gar nichts gehört. Alles nur als Vibration gespürt. Es ging in ganz langsam in klitzekleinen Trippelschritten voran. Ich habe auch mit Audiolog geübt und sehr viel mit Hörbüchern.Außerdem habe ich Hörtraining zweimal die Woche mit einer Logopädin gemacht. Ca. Insgesamt 200 Stunden. Mittlerweile habe ich dieses zweite CI schon 6 Jahre und kann mich damit allein in ruhiger Umgebung unterhalten. Dieses Sprachverstehen habe ich mir aber durch viel üben antrainiert.Das ist mit nicht in den Schoß gefallen.Es braucht alles seine Zeit aber leider kann man nicht von Einem auf den Anderen schließen, was den Erfolg mit Ci angeht.

Also immer dran bleiben mit dem Üben.......und viel Geduld
Liebe Grüße
Susanne

Nach mehreren Hörstürzen 2006 das 1. CI "Freedom" links. 2008 folgte dann das 2. CI, ebenfalls ein "Freedom" , nach 50 Jahren Geburtstaubheit. Seit 2013 beidseitig Nucleus 6 Prozessoren.
www.shg-besser-hoeren.de
Letzte Änderung: 18 Jun 2014 17:07 von SusanneHerms.

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18 Jun 2014 21:52 #27070 von Friese
Friese antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Habe auch schon ein Vorleseprogramm für Texte am PC ausprobiert. Verstehe noch nichts, aber höre halt irgendwie was, sehr schwammig moduliert. Wenn ich gleichzeitig lese, klingt's ähnlicher ;) - weil man eben aus dem Hörgedächtnis "ergänzt". Aber... vielleicht bringt's ja trotzdem etwas, ich sag' mal, es ist ja in erster Linie die Aufgabe der grauen Zellen, sich hier neu zu "verdrahten".

Noch mal zum App: Natürlich ist das mit Multiple-Choice einfacher. Bei drei möglichen Antworten wäre ja durch bloßes Raten eine langfristige Quote von ca. 33% zu erreichen. Also da bin ich schon viel weiter. Nach dem Prinzip "ähnlich" bis "so in etwa" bis hin zu fast "verstanden" erreiche ich mindestens 50%, gaaaaanz selten auch schon mal 100%, im Schnitt so in etwa 70%. Wobei die "Reimwörter" am schwierigsten sind.

LG aus Friesland

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18 Jun 2014 21:55 #27071 von az2013
az2013 antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
habe heute morgen mit kabel und einer sehr leisen lautstärke geübt, hier siehst du was ich eingestellt hab
scontent-b.xx.fbcdn.net/hphotos-xpf1/t1.0-9/10262230_10202923069095153_8836008901669686445_n.jpg
und manchmal mußt ich mehfach hören, sprich oben die wortwiederholung klicken

übe ich mit kabel, gehts aber besser als ohne kabel - aber ich möchte ohne kabel üben, weil das normale sprachverstehen mir wichtiger ist als kabelhören.

Grüße
Martina

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18 Jun 2014 21:57 #27072 von az2013
az2013 antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
deshalb hab ich mir angewöhnt, erstmal nur die einsilber zu üben.
die wörter wiederholen sich ja auch in abständen, aber stift und lift ist schon extrem gleich und man muß sehr aufpassen.

Grüße
Martina

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19 Jun 2014 09:28 - 19 Jun 2014 09:32 #27074 von Rübennase
Rübennase antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Hallo nochmal,

wenn Du ein neutlich lang schwingendes Instrument benutzt das du nicht ins Ci einspeist hast du eine natürlich sich verändernde Frequenz.
Das hat nochmals den Vorteil das du dein Gehirn sensiebler trainierst weil sich der Ton langsam nach dem er angeschlagen wurde verändert.

Kurze töne sind einfacher zu höhren, Schlagzeug z.B. bringt aber nicht die Feinabstimmung
die Du braucht um Dich zu trainieren.

Ich habe damit recht gute und vor allem schnelle Vortschritte gemacht.

Wie Du schon sagtest, man ist auf sich selbst gestellt....
Letzte Änderung: 19 Jun 2014 09:32 von Rübennase.

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19 Jun 2014 20:46 - 19 Jun 2014 20:48 #27075 von dorothea
dorothea antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Hallo Uli,
seit nunmehr 20 Jahren bin ich einseitig mit CI versorgt. Mein CI-Ohr war über 30 Jahre lang völlig taub gewesen. Die Voruntersuchungen hatten gezeigt, dass es gegenüber dem anderen - damals bereits über 50 Jahre lang taub gewesenen - das (relativ) "bessere" Ohr war.
Den erreichten Hörstatus muss ich ehrlicherweise als "stark schwerhörig" bezeichnen. Ich habe kein freies Sprachverständnis, so viel ich auch trainier(t)e. Trotzdem: Lieber sh als taub!
Meine grosse Hoffnung, mit CI wieder Musik hören zu können und wieder selbst zu musizieren (hatte früher Klavier und Flöte gespielt, kann Partituren lesen) hat sich leider nicht erfüllt. Ich kann bei Einzeltönen keine exakten Tonhöhenunterschiede benennen, ebensowenig Tonfolgen oder Melodien erkennen oder nachspielen.
Ich geniese es ab und zu in Orchestermusik einzutauchen wie in ein Klang-Bad, lasse mich gern von flotten Rhythmen 'beschwingen' - doch als "Musik-Hören" möchte ich das lieber nicht bezeichnen. Ich übe das CI-Musikhören auch nicht mehr, weil ich festgestellt habe, dass das, was ich mit dem CI als 'Musik' aufnehme, meinem Musik--Erinnern, dem "Inneren Hören" nicht gut tut.

Schön, dass manche CI-Träger mit dem CI Musik hören können - aber nach Langzeit-Ertaubung scheint das eben nicht zu gehen.

Gruß
Dorothea
Letzte Änderung: 19 Jun 2014 20:48 von dorothea. Begründung: Tippehlerkorrektur

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20 Jun 2014 10:20 #27076 von Rübennase
Rübennase antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Hallo.
Etwas hatte ich vergessen,
Musik hören ist das eine, Musik genießen das andere.

Wie ich dein Post verstanden habe geht es Dir in erster Linie um Verstehen zu lernen
und da wird dir das Proben mit der Tonleiter weiter helfen.

Wenn du Musik genießen willst brauchst Du eine gehörige Portion Toleranz.
Schau dir den Frequenzbereich deines CI an und vergleiche Ihn mit den gängigen
Instrumenten. Das sollte Dir klar machen das Musikgenuss Geschichte ist.

Man kann Musik hören so wie man Gekeuche hören kann, aber das hat nichts mit dem zu tun was man mit natürlichem Gehör empfindet, womit ich Dir nicht den Spas an dem vermiesen will was man mit einem CI noch hört. Es gibt Leute die sehr viel Musik mit Ci hören, es kommt eben darauf an welchen Anspruch man daran stellt.

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23 Jun 2014 19:32 #27081 von rosirot
rosirot antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Hallo Uli,

mit dem Thema Musik und CI beschäftige ich mich schon lange, da ich nach Implantation auch erstmal keinerlei Melodieerkennung hatte. Leider habe ich einige Zeit verstreichen lassen bevor ich mich aktiv daran gemacht habe, aber dann ging es los. Ich habe zwar eine andere "Hörkariere" als du, (relativ schnell nach Ertaubung mit CI versorgt)aber ich glaube dass es schon Parallelen gibt bei der "Wiedereroberung" von Musik. Den Fatalismus mancher kann ich nicht teilen dass Musik immer schrecklich bleibt, klar muss man Abstriche machen, aber ich kann sehr gut heute wieder Tonhöhen unterscheiden und damit auch Melodien erkennen, die für mich der Träger der emotional berührenden Anteile der Musik sind. Auch kann ich mir neue Musik aneignen die ich dann gut wiedererkenne wenn sie beispielsweise im Radio gespielt wird. Das ist natürlich unterschiedlich, aber eben auch eine Sache von viel Übung und Motivation. Ich habe anfangs die mir vertrauten Lieder immer und immer wieder angehört, dadurch erfolgt eine Anpassung der Hörendrücke an die Hörerinnerung. Das Gehirn hat die Repräsentation der Töne im Gehirn gespeichert und muss diese erst den neuen akustischen Inputs mit CI anpassen, das erfordert Zeit und aktives Musikerleben. Das heißt nicht dass es bei jedem klappen muss, aber einen Versuch ist es zumindest wert. Für den Einstieg würde ich dir raten erstmal zu versuchen ein etwas größeres Xylophon, am besten aus Holz anzuschaffen. Dann schrittweise zu versuchen ob es dirr gelingt beim höchsten und tiefsten Ton einen Unterschied zu erkennen. Wenn das gelingt die nächsten beiden näheren Töne auszuprobieren. Wenn so ein Instrument zu teuer ist gibt es bestimmt auch Alternativen, dafür mal in ein Musikfachgeschäft gehen. Evt. findet man ja auch Simulationen im Netz. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du einen Weg findest die Tonhöhenunterscheidung beim CI zu erreichen, manches braucht seine Zeit, viel Erfolg dabei, und schreib doch mal wieder, das würde mich interessieren wie es weiter geht bei dir.

LG
Roswitha

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23 Jun 2014 20:05 #27082 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Hallo,

jetzt werde ich doch ziemlich offtopic.

Ich habe wiederum eine andere Hörbiographie. Seit Geburt an Taubheit grenzend sh, die wenigen Hörreste wurden über die Jahre noch weniger und ich bekam als Erwachsene ein CI. Ich konnte mit dem HG immer Tonhöhen unterscheiden, immer vorausgesetzt, die Töne waren noch im für mich hörbaren Spektrum. Ich konnt auch von der ersten Minute an mit dem CI Tonhöhen unterscheiden. Das Hören mit CI kam zwar vom anderen Stern und mit Verstehen war auch nix, aber ich konnte hören, dass die Geräusche eben unterschiedlich waren, und zwar sowohl vom Rythmus wie auch von der Tonhöhe her. Bei der Erstreha wurde mit Musikinstrumente in meinem Rücken herumexperimentieren. Bei der Triangel war ich überrascht, wie lange sie nachklingt und wie rein der Ton ist. Mit Hg kannte ich nur ein kurzes Scheppern. Auf Anhieb erkannt habe nur zwei Musikinstrumente, die Triangel wegen dem Nachklang und der Trommel wegen Restgehör auf dem anderen Uhr, die anderen (Rassel, Melodika, Kindertröte) nicht. Nur im Vergleich konnte ich sagen. Das erste Geräusch vom Instrument x und das zweite von Instrument y (wobei mir x und y vorher gezeigt wurden).

Ich finde es erstaunlich, dass es so krass unterschiedlich ist.

Aber eine Musikliebhaberin war ich mit Hg nicht und bin es mit dem CI auch nicht geworden. Ich höre beim Autofahren Musik und nur dann. Aber es recht selten, dass mir ein Lied so richtig gut gefällt, und wenn mir was gefällt sind es auch eher die einfachen Lieder mit einfachen Melodien und klaren Singstimmen aus dem Hausfrauensender, z.B. "Dancing Queen" oder "Du hast mich Tausend Mal..."

Meine hörenden Geschwister sind aber auch nicht die Musikalischsten. Ein Instrument spielt keiner und ich glaube auch nicht, dass meine Geschwister Geld für Musik ausgeben oder eine Playlist auf ihren Smartphones pflegen. Vielleicht ist mein Desinteresse auch ein Stück Veranlagung und nicht allein den Ohren geschuldet.

Da ich immer schon sehr schlecht gehört habe, weiß ich nicht, ob es mit dem CI soviel besser klingt (wahrscheinlich schon). Aber ich kenne viele CI-Träger, die sehr Musikbegeistert sind und zum Teil auch mit CI Instrumente erlernen und diese gar nicht mal so schlecht spielen. Musikgenuss ist also auch mit CI möglich.

Sorry für das Offtopic.
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24 Jun 2014 12:45 #27083 von CILer
CILer antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Andreas erster Absatz könnte auch von mir sein. Nur, dass ich als Kind lediglich eine mittlere SH hatte. Aber unversorgt.
Musik kann ich mit CI nicht genießen. Nur hören. Aber wenn im FREIEN die Musik spielt, dann kann ich sie gut hören und auch genießen. Das ist aber mit dem CI, gegenüber HG-Versorgung, schon ein großer Vorteil, denn mit HG konnte ich nur hören: Musik an oder Musik aus.
Besonders musikalisch war ich auch nie.
Aber Rübennase muss ich widersprechen. Ich kenne mehrere Implantierte die sehr gut Musik hören können und auch oft Konzerte besuchen. Zumindest bei einer Person wundert mich das sehr, denn sie war schon von Kindheit an stark schwerhörig.

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29 Jun 2014 14:44 #27094 von Uli
Uli antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Hallo Zusammen !

Erst mal vielen Dank alle alle für die herzliche Teilnahme.

Zu dem Beitrag von Rosirot möchte ich mitteilen, dass ich seit ca 6 Wochen immer wieder mal mit dem Glockenspiel unserer Kinder trainiere.
Mir geht geht es so, dass ich den Schlag und die Vibrationen bis ich den Finger draufhalte, höre, jedoch fehlen mir halt die Tonhöhen bzw. der Klang.
Am PC übe ich die Tonleiter mit Musescore. (musescore.org)
Ich bin kein Musiker, habe mir aber von meiner Tochter zeigen lassen, wie man da einfache Noten setzt und diese dann abspielen lassen kann. Man kann da versch. Instrumete wählen.
Ich kann da also die Tonleiter abspielen, aber auch mit der Maus einzelne Noten anklichen.
Z.B. hoch, tief usw. Wenn ich alles durchhabe, kann ich mir sicher sein, alle Elektrodenkontakte trainiert zu haben. Auch wenn sich alles gleich anhört, ist es so, dass ich sagen wir mal schwach Hoch unt tief etwas unterscheiden kann, obwohl der Klang fehlt.
Da ich Schläge und kleppern von Anfang an gut hörte ist es bei mir so, dass ich bestimmte Musikstücke vom (Schlagzeug) Rhythmus her anhören kann. Ansonsten ist alles verwaschen.
Ich höre mir von meinen Kindern ab und zu die Anfänger-CDs Flöte und Querflöte spielen lernen an.
In den letzten Tagen hatte ich zumindest mit Audiolog einen kleinen Erfolg. Auch wenn es so ist, dass Sprache ein Brei ist,kann ich jetzt bei gleich oder verschieden zumindest die Vokale besser auseinanderkennen, was am Anfang überhaupt nicht möglich war.

Zumindest macht man kleine Trippelschritte, auch wenn es bei mir voraussichtlich länger dauert.
Ich habe gesagt bekommen, dass die Tonhöhenunterscheidung bei mir fehlt, könnte damit zusammenhängen, dass ich möglicherweise auf dem CI versorgten Ohr gar nie was gehört habe.
Auch bei Leuten, die durch Meningitis (Gehirnhautentzündung) Ihr Gehör verloren haben, soll es so sein. Die Ursache bei mir weiß man nicht. Zumindest kann ich seit Neuestem sagen, das Vererbung ausgeschlossen werden kann. Das habe ich testen lassen.

Grüße
Uli

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29 Jun 2014 15:28 #27095 von Bibi
Bibi antwortete auf das Thema: 8 Mon. nach EA 1. CI nach fast 50 Jahren Taubheit
Hallo Uli,

ich bewundere die Energie, die Du beim Training zeigst. Als mir mein CI am Anfang nicht half, war ich ziemlich frustriert und habe wenig Hörtraining gemacht - und (oh Wunder) das Hören wurde auch so besser, nach einem Jahr habe ich recht gut verstanden. Tonhöhen sind aber leider weiterhin ein Problem, ich bin musikalisch und habe ähnlich wie Rosemarie intensiv Musik betrieben und ein (beinah) absolutes Gehör gehabt, kann aber nun nur Tonhöhen auseinanderhalten, die weit auseinander sind (und demnach Musik auch nicht sonderlich genießen). Ich glaube aber, dass ich zumindest ein bisschen mehr erreichen könnte, wenn ich nur fleißig üben würde, aber mir fehlt die Energie dazu - das Sprachverständnis war mir bisher wichtiger und seit nun fast drei Jahren investiere ich alle "Freizeit" in meine beiden Kinder.
Ich hoffe, Du bleibst bei der Stange und berichtest uns von Deinen Fortschritten!

Viele Grüße, Bibi

PS offtopic: Mein Hören hat sich nach dem Hörsturz neulich doch wieder normalisiert :) War wohl Stress...

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