GebärdensprachUniversität in Bad-Kreuznach geplant

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27 Dez 2010 13:27 #21901 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: GebärdensprachUniversität in Bad-Kreuznach geplant
Hallo,

nun da auch normale Universitäten dem wirtschaftlichen Druck unterliegen, finde ich, dass man die praktische Verwirklichung durchaus hier diskutieren muss. Bibi hat recht, wenn man einige einigermaßen gute Hochschule haben will, braucht man man schon etliche Professoren und sonstige wissenschaftliches Personal und soviele DGS-Kompetente mit geeigneten Hintergrund gibt es vermutlich nicht einmal. Und wieso gibt es denn im HH nur so wenige kulturell gl Mitarbeiter? Mangels Masse oder ist da etwa Diskriminierung am Werke? Wenn es es mangels Masse ist, wo sollen dann die Professoren für die DGS-Uni herkommen? Und wenn in HH diskriminiert werden sollte, gehört das natürlich bekämpft. Wenn man aber nur bestimmte Sparten unterrichten will, frage ich mich nicht, ob eine Angliederung an eine bereits bestehende Hochschule nicht viel besser wäre. Denn dann kann man jede Menge Infrastruktur von Mensa, über Semesterticket bis zum BAFÖG-Amt mitnutzen. Eine große Stadt wäre für ausländische GL vermutlich auch wesentlich attraktiver als das beschauliche Bad Kreuznach.....

Ich kann verstehen, warum man lieber als GL unter sich studieren möchte, frage mich aber, was soll eine solche Hochschule denn bewirken? Führt sie dazu die Chancen auf dem Arbeitsmarkt entscheidend zu verbessern?

Gruß
Andrea

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03 Jan 2011 19:23 #21911 von CharlyBrown
CharlyBrown antwortete auf das Thema: Aw: GebärdensprachUniversität in Bad-Kreuznach geplant
Die Idee einer Uni, wo Gehörlose ohne Dolmetscher in Gebärdensprache studieren können, finde ich gut.
Es ist allemal besser, wenn Professoren und Studenten die gleiche Sprache verwenden,
als wenn Dolmetscher zwischen Professor und Student notwendig sind.
Leider wird die an sich gute Idee an realen Fakten scheitern.
Dabei ist die Finanzierung noch das kleinere Problem, obwohl es
ohne sehr reiche private Sponsoren nicht gehen wird.
(Staatliche Mittel werden ganz sicher nicht ausreichen, bzw gar nicht
bewilligt. Es fehlen ja schon Milliarden für andere dringende Probleme)
Bibi und Andrea haben richtig erkannt, es gibt gar nicht genug Professoren,
die Gebärdensprache auf dem notwendig hohen Niveau beherrschen.
Und es gibt zu wenig Gehörlose, die Abitur schaffen.
Theoretisch gäbe es in ganz Europa genug gehörlose Studenten.
Aber es gibt keine einheitliche europäische Gebärdensprache.
Ich vermute mal, viele Gl mit Abitur werden ein Studium mit Dolmetscher
an renommierten Uni vorziehen. Gebärdensprachlich orientierte Studenten aus
anderen Ländern werden vermutlich lieber nach USA gehen, wo es schon
eine anerkannte Uni gibt.
Das grundsätzliche Problem ist:
Es gibt in Deutschland bis heute kein Gymnasium,
wo Gebärdensprache durchgehend Unterrichtssprache ist!
Eine Gebärdensprachliche Universität hat in Deutschland praktisch keine breite schulische Basis.
Vor 40, besser noch früher,hätte man anfangen müssen, an Gehörlosenschulen in
Gebärdensprache unterrichten. Dann gäbe es heute eine Basis.

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