barrierefreies Dienstgebäude - was brauchen wir?

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27 Dez 2011 10:06 - 27 Dez 2011 10:07 #23798 von Rose
Rose erstellte das Thema barrierefreies Dienstgebäude - was brauchen wir?
Hallo alle! :woohoo:

Mein Arbeitgeber lässt ein neues Dienstgebäude bauen, und das muss barrierefrei sein! Nun hat meine Schwerbehindertenbeauftragte bei mir angefragt, was man denn als Schlappohr so brauche. Vorbildlich!
Auf Anhieb fiel mir leider gar nicht so viel ein, weshalb ich dies hier poste mit der Bitte um weitere Anregungen.
Was mir bisher einfällt:
1. Must have:
- Alle Videokonferenzanlagen (VK) und Raummikrofonanlagen mit Anschlussmöglichkeit für FM-Anlage über Klinkenstecker
- Ringschleife in der Kantine (da diese auch für Personalversammlungen und ähnliche gemeinsame Events genutzt wird, der normale Kantinengebrauch wird wohl leiderleider akustisch übel bleiben, trotzdem: ...)
- Schalldämmende Elemente in der Kantine, zB. Raumteiler für ruhige Ecken, (was kann man sonst noch machen)?

2. Nice to have:
Ringschleife vor der Pförtnerloge

Fällt euch noch was ein? Gibt es evtl. auch irgendwelche Normen/ Anleitungen, die man den Bauleuten dafür an die Hand geben kann?

Viele Grüße, Rose
Letzte Änderung: 27 Dez 2011 10:07 von Rose.

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27 Dez 2011 11:52 #23799 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: barrierefreies Dienstgebäude - was brauchen wir?
Hallo Rose,

vielleicht hilft das?

nullbarriere.de/din18041_hoersamkeit.htm

Wird es Wartezonen geben? Wenn ja, dass schriftliche Informationen über Monitore etc. zugänglich machen.

Gruß
Andrea

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27 Dez 2011 17:08 #23800 von Helga
Helga antwortete auf das Thema: Aw: barrierefreies Dienstgebäude - was brauchen wir?
Hallo Rose,

habe Dir mal aus dem DSB einen Artikel kopiert.
Wende Dich doch einfach mal an das Büro von Carsten Ruhe, da bekommst Du fachlichen Rat.

Viel Erfolg wünscht Dir

Helga

Dipl.-Ing. Carsten Ruhe: "DIN-Norm 18040 - Was bringt uns das?"

Chat-Protokoll vom April 2011

Carsten Ruhe
Beratender Ingenieur VBI

1949 - geb. in Hamburg
1976 - verheiratet mit Meike Ruhe, Kirchenmusikerin
1977 - Diplom Nachrichtentechnik an der TU Hannover (u.A. Elektroakustik bei Prof. Sennheiser)
seit 1977 - Mitarbeiter im Ing.-Büro OTTO TAUBERT
1983 bis 2008 - öffentlich bestellt und vereidigt als Sachverständiger für Akustik und Thermische Bauphysik
seit 1984 - Geschäftsführender Gesellschafter der TAUBERT und RUHE GmbH, Leiter der VMPA-Schallschutzprüfstelle DIN 4109
seit 1996 - Barrierefreies Planen und Bauen für Hörgeschädigte
seit 1998 - Mitglied im DSB
seit 1999 - Referatsleiter "Barrierefreies Planen und Bauen" im DSB
1999 bis 2009 - Mitglied der Fachkommission Schallschutz im VMPA
Vorträge und Seminare: Schallschutz, Raumakustik, sensorische Barrierefreiheit

Mitglied bzw. Mitarbeit u. a. in Normen-Ausschüssen:
DIN 4109-10: Harmonisierung VDI 4100 mit Bbl.2 zu DIN 4109
DIN 15906: Tagungsstätten
DIN 18032-1: Hallen und Räume für Sport und Mehrzwecknutzung
DIN 18040: Barrierefreies Planen und Bauen
DIN 18041: Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen
VDI 2566: Schallschutz bei Aufzugsanlagen
VDI 3728: Schallschutz von Türen
VDI 3768: Körperschallentkoppelte Sanitärinstallationen
Internet: www.TAUBERTundRUHE.de

DIN-Norm 18040

Die Planungsnorm DIN 18040, Barrierefreies Bauen, Teil 1, Öffentlich zugängliche Gebäude, liegt seit Oktober 2010 vor. Erstmals gibt es damit Festlegungen, was beim Barrierefreien Bauen für Menschen mit Beeinträchtigungen des Hör- und des Sehsinns beachtet werden muss.

Sie löst damit die Vorgänger-Fassung DIN 18024-2 aus dem Jahre 1996 ab. Im Gegensatz zu der alten Norm enthält die neue auch Festlegungen zur Barrierefreiheit für Hörgeschädigte. Seit 1998 war der DSB im Normenausschuss durch den Leiter des Referates "Barrierefreies Planen und Bauen", Dipl.-Ing. Carsten Ruhe, vertreten. 2001 hat auch die Deutsche Gesellschaft der Hörgeschädigten-Selbsthilfe und Fachverbände e.V. ihn zu ihrem Vertreter benannt. Etliche Regelungen für Hörgeschädigte konnte er im Ausschuss einbringen und die Formulierungen wurden weitgehend übernommen. Auch im Einspruchsverfahren wurden keine Formulierungen abgelehnt.

Schneidern ist meine Leidenschaft :-)

Bilaterale CI-Trägerin von Freedom

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27 Dez 2011 22:22 - 27 Dez 2011 22:25 #23801 von Gudrun
Gudrun antwortete auf das Thema: Aw: barrierefreies Dienstgebäude - was brauchen wir?
Rose, ich habe dir eine PN geschickt. Ich setze mich beruflich mit Barrierefreiheit auseinander und mir fällt bei Hörbehinderung spontan ein:

Hohe Decken, damit die Leinwände auch hoch genug hängen und alle darauf blicken können, außerdem ein Podium für Referenten und Moderation, damit sie von allen gesehen werden. Zwei Leinwände sind Minimum, sinnvoller können drei Leinwände sein: Für eine Videoeinblendung von Referenten Mundbild), evt. auch von Gebärdensprachdolmetschern, eine Leinwand für Schriftdolmetscher und noch eine für den Referenten dessen Vortrag. Allerdings wäre es natürlich gut, wenn nicht alle drei Leinwände gleichzeitig zum Einsatz kommen würden, sonst weiß keiner mehr, wo er hinblicken soll.

Wichtig wäre auch zu überlegen, wo Schrift- und Gebärdensprachdolmetscher platziert werden, so dass sie alles gut hören und sehen können, aber zugleich keine Leinwände oder Referenten verdecken. Zudem müssen Gebärdensprachdolmetscher für die Hörgeschädigten, die sie nutzen, gut sichtbar bleiben.

Ein Hörsaal mit treppenförmig angeordneten Sitzreihen gewährleistet zwar eine einigermaßen gute Sicht nach vorne, ist aber rollstuhlfeindlich.

Ebenso sind fest installierte Mikrophone am Podium günstig, damit Moderation und Referenten nicht zum Wandern verleitet werden.

Das wäre das, was mir auf die Schnelle bei Hörbehinderung einfällt. Das ist natürlich der Idealfall, der nicht gerade kostengünstig ist...

gehörlos geboren, mit 2 HG aufgewachsen, jetzt CI rechts seit 09/2007 (erst Freedom, dann Nucleus 5), HG links
Letzte Änderung: 27 Dez 2011 22:25 von Gudrun.

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28 Dez 2011 08:01 #23803 von Rose
Rose antwortete auf das Thema: Aw: barrierefreies Dienstgebäude - was brauchen wir?
Wow, das geht ja schnell! Dank euch allen für euere Antworten, da kommen ja einige gute Anregungen zusammen!
Nur zur Erläuterung, um was für ein Gebäude es sich handelt: Es ist der Neubau eines Ministeriums, dh. es gibt Publikumsverkehr nur in Form von Besuchergruppen, die sich dann auch nur im Besucherzentrum aufhalten. Die Barrierefreiheit muss also außer im Besucherzentrum für die eigenen Beschäftigten (von über 1000 Mitarbeitern sind wir glaube ich 3 Hörbehinderte! Die Bereitschaft, da mächtig zu investieren, dürfte sich also in Grenzen halten) und evtl. mal ein Fachbesucher von außen, dh. Leute, die zu Besprechungen kommen. Wir haben Besprechungsräume und Videokonferenzräume unterschiedlicher Größe, die je nach Menge der Besprechungsteilnehmer und benötigter Technik verteilt werden, so dass man sich auch nicht den einen barrierefreien Raum aussuchen kann, sondern immer mit unterschiedlichen vorlieb nehmen muss. Kantine scheint mir auch ein neuralgischer Punkt zu sein, vom Flurfunk bin ich eigentlich dadurch ziemlich abgeschnitten, dass ich da unglaubliche Mühe habe, überhaupt etwas zu verstehen.

Hallo Gudrun, danke für deine PM! Ich werde meine Behindertenbeauftragte (nicht meine Chefin, da hast du was fehlgedeutet)auf die Veranstaltung hinweisen.
Viele Grüße, Rose

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29 Dez 2011 13:13 #23804 von maryanne
maryanne antwortete auf das Thema: Aw: barrierefreies Dienstgebäude - was brauchen wir?
bekommst mail von mir
lg maryanne

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