kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?

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12 Okt 2010 18:47 #21095 von andrea
andrea erstellte das Thema kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo,

ich möchte Euch auf einen bemerkenswerten Vorganga aufmerksam machen:
www.taubenschlag.de/cms_pics/Landratsamt_Rastatt_Burkart.pdf

Man kann sicherlich auf theoretischer Ebene diskutieren, ob die Vorenthaltung eines CIs dem Kind nicht etliche Chancen nimmt und ob dieses ethisch zu vertreten ist. Ich persönlich finde es fragwürdig, wenn Eltern ihr gl Kind nicht mit einem CI versorgen. Da aber eine CI-Op nicht gänzlich ohne Risiken ist, ist meine Meinung aber völlig unerheblich. Ich denke, dass es die Aufgabe der Eltern ist, eine konkrete Risikoabwägung vorzunehmen und sich dann für oder auch gegen das CI zu entscheiden. Ich frage mich daher, wer zum einen das Jugendamt eingeschaltet hat und warum das Jugendamt sich bemüßigt fühlt, in der Sache tätig zu werden.

Gruß
Andrea

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12 Okt 2010 20:46 #21097 von Mattea
Mattea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo Andrea
Ich vermute das das Jugendamt einem Hinweis von einer * möglichen * Kindeswohlgefährdung nachgehen muss!!!

Nirgendwo steht das die Eltern Ihrem Kind schaden weil sie Ihrem Kind kein Ci Implantieren lassen wollen.
Abgesehen davon, das diese Anzeige ein Hohn ist und typisch zu Deutschland passt, denke ich das irgendein überbesorgter Onkel, Tante, Oma, Opa oder wer auch immer, sich da in Sachen einmischt die Ihn nichts angeht, muss das Jugendamt dieser Sache nachgehen.
Hierzulande kann niemand gezwungen werden sein Kind implantieren zu lassen oder nicht.
Aber wenn eine Anzeige/Meldung vorliegt müssen die auch reagieren.
Und sie schreiben ja auch:

Hintergrund war die Frage, ob es eine
Kindeswohlgefährdung darstellt, wenn Eltern ihrem sehr schwerhörigen Kind eine Moglichkeit
vorenthalten, zur gesprochenen Sprache zu kommen (hier insbesondere durch die
Versorgung mit einem Cochlea lmplantat),


Das sagt auch aus das sie sich Informieren wollen , direkt bei den Eltern, und sie stellen einen Dolmetscher zur Verfügung.
Mit dem Schreiben ist doch nichts entschieden.
Sowas wird natürlich im Taubenschlag intensiv breit getreten, alle CI Gegner stürzen sich jetzt wie die Geier darauf.
Aber wenn das Jugendamt die Eltern anschreibt steckt vielleicht noch mehr dahinter als nur die CI Geschichte.

Gibt es da noch mehr von den Eltern zu lesen?
Woraus erschließt sich dieses schreiben?

LG
Mattea

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12 Okt 2010 21:21 #21098 von Arno73
Arno73 antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Ich habe auch diesen Bericht von Taubenschlag gelesen und ich merke,
daß es viele Anhaltspunkte fehlen. Darum kann ich nicht sagen, daß es ein "Skandal" ist.

Vom Jugendamt hat nur eine Gesprächstermin gebeten und sogar ein Gebärdensprachdolmetscher vornerein
gedacht!

Aber was ganz wichtiges ist:
Man darf nicht gegen den Willen des Kindes CI implantieren lassen, die schadet mehr als nutzen.

So, wie gesagt, ich sehe laut dieser Schreiben (pdf-Datei) kein Druck auf die Gehörlosen Eltern, sondern nur um eine Bitte mit Gesprächstermin!

Daher sollte man nicht vorschnell als "Skandal" abstempeln!

Von Geburt an taubheit-grenzend Schwerhörig.
07.2010 L: MED-EL SonataTI100 / EA 9.2010
10.2011 R: MED-EL SonataTI100 / EA 11.2011

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12 Okt 2010 22:29 #21099 von Gudrun
Gudrun antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Also Arno, das sehe ich anders. Mit diesem Schreiben wird sehr wohl Druck auf die Eltern ausgeübt bzw. sie werden sich sehr wohl unter Druck gesetzt fühlen. Ich finde es absolut ungeheuerlich, dass das Jugendamt so einer Frage überhaupt nachgeht. Es ist vor allem dieser Satz, der mich wütend macht: "Hintergrund war die Frage, ob es eine
Kindeswohlgefährdung darstellt, wenn Eltern ihrem sehr schwerhörigen Kind eine Möglichkeit vorenthalten, zur gesprochenen Sprache zu kommen (hier insbesondere durch die Versorgung mit einent Cochlea lmplantat)". Wenn ein konkreter Verdacht für eine Kindeswohlgefährdung vorliegt, muss es dem natürlich nachgehen. Aber wie will es überprüfen, ob das Kindeswohl gefährdet ist, wenn das Kind kein CI bekommt? Haben die Leute vom Jugendamt überhaupt die Kompetenzen, diese Frage zu beurteilen? Ich sehe bei diesem Vorgehen eine Gefahr darin, dass das CI noch mehr verteufelt wird. Ein CI sollte niemals zum Zwang werden.

Im Übrigen, die Eltern sind selbst gehörlos und anscheinend voll gebärdensprachkompetent, also wird das Kind mindestens eine Sprache, nämlich die Gebärdensprache, erwerben. Gehörlose Eltern sind zudem günstige Voraussetzungen für ein gehörloses Kind, um seine Identität zu entfalten. Ich könnte jetzt wirklich in die Tischkante beißen, für mich ist das ganz klar Diskriminierung, so sehr ich auch für das CI entrete. Aber doch nicht um jeden Preis. Irgendwann verklagen noch die ersten CI-Kinder ihre Eltern, weil sie unter den Folgen der CI-OP leiden.

gehörlos geboren, mit 2 HG aufgewachsen, jetzt CI rechts seit 09/2007 (erst Freedom, dann Nucleus 5), HG links

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12 Okt 2010 22:56 - 12 Okt 2010 23:05 #21100 von Arno73
Arno73 antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Arno73 schrieb:

Aber was ganz wichtiges ist:
Man darf nicht gegen den Willen des Kindes CI implantieren lassen, die schadet mehr als nutzen.


Hallo Gudrun!

Ich trage auch selber CI und habe viele Kontakte mit Gehörlosen, Schwerhörigen und auch Kinder (viele normalhörend, einige ebenso gl bzw. sh und einige CI-Kinder) von gehörlosen Eltern.
Wenn aber der Jugendamt gegen den Willen des Kindes unter Druck setzen wollen, dann sehe ich natürlich die Verletzung der Menschenrechte und Diskriminerung.
Ich bin dafür nur für CI, wenn der betroffene Person das WILL und nicht von aussen unter Druck setzt, das ist schon klar!

So, was ich Brief (siehe Pdf) gelesen habe, wurde noch kein Druck ausgeübt, aber sicherlich Verwirrung für die gehörlosen Eltern, da die zur Verunsicherung führt.

Mehr kann ich auch nicht sagen, weil ich die Hintergrund nicht kenne (woher weisst der Jugendamt? Wer hat an die Jugendamt angewendet -> Großeltern, Geschwister von gl-Eltern, Lehrer, HNO-Arzt....? Wollte das Kind CI und die gehörlose Eltern dagegen?).
Da sind viele Unklarheiten.

Einfach so ein Brief abscannen und dann an die taubenschlag.de als Skandal zeigen lassen und gleicheitig ohne (Hintergrund-)Begründung, warum die den Brief an Taubenschlag zeigen lassen, finde ich recht seltsam!

Von Geburt an taubheit-grenzend Schwerhörig.
07.2010 L: MED-EL SonataTI100 / EA 9.2010
10.2011 R: MED-EL SonataTI100 / EA 11.2011
Letzte Änderung: 12 Okt 2010 23:05 von Arno73.

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12 Okt 2010 23:39 - 12 Okt 2010 23:41 #21101 von Gudrun
Gudrun antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo Arno,

ich glaube, wir beide denken ähnlich.

Du meinst, dass das Jugendamt keinen Druck ausüben will, sondern erst mal nur zu einem Gesprächstermin bittet.

Das stimmt schon. Aber ich bin mir sicher, dass die Eltern sich unter Druck gesetzt FÜHLEN, auch wenn das Jugendamt VIELLEICHT gar nicht in böser Absicht handelt, sondern nur einfach mal "nachgucken" möchte. Aber wenn ich Mutter wäre und jemand vom Jugendamt würde zu mir sagen: "Ich muss mal gucken, ob Sie Ihr Kind gut behandeln", dann würde ich Angst bekommen und mich unter Druck gesetzt fühlen. Verstehst du, was ich meine?

Stimmt, wir wissen nicht, wer das Jugendamt eingeschaltet hat. Aber dass es überhaupt geschehen ist, nur weil das Kind anscheinend kein CI bekommen soll, finde ich schon ungeheuerlich.

Wenn die Eltern das gehörlose Kind vernachlässigen oder misshandeln, dann könnte ich es verstehen, aber hier soll - anscheinend - nur überprüft werden, ob es dem Kind ohne CI auch wirklich gut geht und das allein finde ich eine bodenlose Frechheit, zumal die Eltern selbst gehörlos sind und sicherlich selbst wissen, was ihr Kind brauchen wird.

Ich finde die Veröffentlichung des Briefs im Taubenschlag gerechtfertigt. Natürlich fehlen uns Hintergrundinformationen, aber die gehen uns ja eigentlich nichts an.

gehörlos geboren, mit 2 HG aufgewachsen, jetzt CI rechts seit 09/2007 (erst Freedom, dann Nucleus 5), HG links
Letzte Änderung: 12 Okt 2010 23:41 von Gudrun.

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13 Okt 2010 00:33 - 13 Okt 2010 00:38 #21102 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo,

ich denke genau wie Gudrun. Ich gehe davon aus, dass das Jugendamt so handeln muss, wie es handelt und finde, dass das Jugendamt auch mit Augenmaß gehandelt hat, indem es einen Dolmetscher bestellt hat und die Eltern darauf hingewiesen hat, dass sie einen eigenen Dolmi mitbringen können.

Ich finde es aber als Skandal, dass jemand das Jugendamt eingeschaltet hat. Da steht nämlich der Gedanke dahinter, dass es eine Person oder womöglich gar eine Institution (Eingliederungshilfe?) gibt, die den Eltern ein CI vorschreiben möchte. Es kann ja nur eine Beratungsstelle, ein Arzt oder eine Person aus dem Umkreis der Eltern sein. Das ist ein riesiger Vertrauensbruch und evtl. sogar die Verletzung von Schweigepflichten. Die Denke "GL als defizitäre Wesen" steckt ja wohl auch hinter der Anzeige!

Ich denke aber auch, dass man den Eltern unnötigerweise Angst und Sorgen macht. Welches Elternteil bleibt denn cool, wenn ein Brief vom Jugendamt kommt? Was passiert, wenn Vater oder Mutter aus Angst überreagieren? Dann ist die K* richtihg am dampfen.

Gruß
Andrea
Letzte Änderung: 13 Okt 2010 00:38 von andrea.

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13 Okt 2010 10:00 #21103 von Mattea
Mattea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Guten Morgen

Ich versteh eins nicht, und zwar, warum wird so ein privater Brief in einem Forum veröffentlicht?
Mit kompletter Adresse des Amts, mit Namen und Telefonnummer des Sachbearbeiters?

Mir ist es noch nie passiert oder geschweige denn habe ich davon gehört , das man dazu genötigtwird sein Kind implantieren zu lassen.
Es gibt Eltern die lassen es zu und es gibt Eltern die sind dagegen.
Ich habe viele gl Eltern gesehen die Ihre gl Kinder implantieren lassen.
Die Ärzte beraten einen und empfehlen.

Wenn aber ein gl Paar vom Arzt hört , das es die Möglichkeit gibt sein Kind hörend aufwachsen zu lassen, wird es wohl in diesem Fall, gleich als Nötigung ausgelegt.
In diesem Brief steht nichts schlimmes, und ich bin mal gespannt wie es weiter geht und ob die Eltern
auch veröffentlichen wenn das Amt sich wieder zurückzieht und keine Kindeswohlgefährdung sieht.

LG
MAttea

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13 Okt 2010 10:22 #21104 von andrea_gordon
andrea_gordon antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo,

vielleicht sehe ich daß zu blauäugig, aber ich finde den Brief vom JA ok.
Sie bitten um ein Gespräch, weil sie jeder "Anzeige" nachgehen müssen.

Wenn sie feststellen werden, daß dem Kind ausreichend Kommunikation angeboten wird,
hier in Form von DGS und das Kind auch altersentsprechen kommuniziert, werden sie
es sicher auf sich beruhen lassen.

Wenn nicht, ist es ja auch ok, wenn sie Schritte einleiten. Natürlich kein Zwangs-Op,
sondern adäquate Unterstützung und Förderung des Kindes.

Schlau wäre es natürlich, außer dem Dolmetscher noch jemanden von der Frühförderstelle
(müßte Karlsruhe sein) mit einzuladen, damit mögliche Wege (CI + LS, oder eben DGS + sh-Schule) aufgezeigt werden können.

Blöd ist natürlich, da es ja nun offensichtlich zu einer Anzeige beim Jugendamt
gekommen ist, daß man den Eltern erstmal unterstellt, daß Sie sich nicht selbst informiert
haben und den für ihr Kind in seinem Umfeld besten Weg gewählt haben.

Das tut mir leid für die Eltern, die jetzt sicher erstmal richtig Streß haben und sauer sind.

Andererseits denke ich, lieber einmal zu viel geschaut, als einmal zu wenig - also aus
Sicht des Jugendamtes.

LG Andrea

Mirko 1.CI 2007, Revision 2008, 2.CI 2010

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13 Okt 2010 13:15 - 13 Okt 2010 13:17 #21105 von Rike
Rike antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo,

mich erinnert das an einen Fall vor paar Jahren. Da ging es viel hektischer und ärgernisreicher ab.
Es ist nämlich nicht bei diesem Gespräch geblieben, sondern das Jugendamt ist noch viel weiter gegangen
(z. B. soll das Jugendamt das damalige Kind zu einer CI-VU und diversen Arztgesprächen begleitet haben).

Vielleicht haben die GL-Eltern von diesem besagten Fall auch gehört und auch mitbekommen, wie das alles
gelaufen ist, sowas kann einen psychisch mitnehmen, sie haben einfach Angst davor und wollen die
Allgemeinheit früher damit informieren.

Gruß Rike

Beidseitig HiRes90k, Harmony, Advanced Bionics (1.CI 2007, 2.CI 2012)
Letzte Änderung: 13 Okt 2010 13:17 von Rike.

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13 Okt 2010 13:33 #21107 von Mattea
Mattea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo Rike

Die Allgemeinheit informieren?
Wenn man das richtig machen will, dann aber nicht so.
Denn das hier, bzw. im Taubenschlag,passiert, ist eine Hetzjagd.

Wenn ich als Zitat lese:...
Man sollte zwar Nazi-Vergleiche vermeiden, aber so etwas hat es wirklich zuletzt bei den Nazis gegeben, dass Kinder zwangsweise operiert wurden

...dann dreht sich mir der Magen um.

Nirgendwo steht geschrieben das das Kind zwangsweise operiert werden soll.
Das was der Taubenschlag da wieder rein interpretiert, verdeutlicht die negative Seite der GL Kultur.


Wenn ich der Sachbearbeiter wäre, dessen Name oben auf dem, auch hier verlinkten Brief, steht, ich würde eine ganz saftige Anzeige vom Stapel lassen.
Wegen Rufmord, übler Nachrede und Verleumdung.
Das hat schon nichts mehr mit sachlicher Diskussion zu tun,was da auf der Startseite vom TS auf der Startseite propagandiert wird.
Da wird gehetzt...

LG
Mattea

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13 Okt 2010 15:40 #21110 von KarinKestner
KarinKestner antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Im Brief steht doch, wer die Anzeige gemacht hat. die Eingliederungshilfe - dort läuft ein Antrag, der Geld kostet! Es geht hier der Eingliederungshilfe offensichtlich nur ums Geld und nicht ums Kindeswohl.

Gruß
Karin

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13 Okt 2010 15:55 #21111 von andrea_gordon
andrea_gordon antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo Karin, wie meinst Du das mit dem Geld?
Die Eingliederungshilfe bekommt doch ihr Geld ohnehin, egal
ob CI oder nicht CI ?

Liebe Grüße Andrea

Mirko 1.CI 2007, Revision 2008, 2.CI 2010

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13 Okt 2010 15:57 #21112 von KarinKestner
KarinKestner antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Die Eingliederungshilfe ist eine Abteilung des Sozialamtes!

Die Eltern haben einen Antrag auf Integrationshelfer (gl) im Kindergarten gestellt. Wenn das Kind hört, braucht man den nicht. Diese Kraft wird immer aus der Abteilung "Eingliederungshilfe" bezahlt.

Die haben sich an das Jugendamt gewendet!

Gruß Karin

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13 Okt 2010 16:06 #21113 von andrea_gordon
andrea_gordon antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Kann man so nicht sagen.
Mirko hört auch, hat aber schon seit dem 3. Lebensjahr eine Eingliederungshilfe.
Im Regelkindergarten braucht ein gl-Kind wohl eher einen Dolmetscher + Eingliederungshilfe.


Gruß Andrea

Mirko 1.CI 2007, Revision 2008, 2.CI 2010

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13 Okt 2010 16:13 #21114 von KarinKestner
KarinKestner antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Dein Mirko hat eine Integrationshelferin.
Die wird von dem Sozialamt- (Abteilung) Eingliederungshilfe bezahlt.

Ich weiß, dass es unsinnig ist. Aber ein Sozialamt/Eingliederungshilfeabteilung liest ja auch Zeitung. Dort steht meist, ein CI macht Kinder normalhörend!
Davon ausgehend - glaubt wohl ein Sozialamt, dass es mit der Implantation Geld sparen kann.

Also noch mal - das Sozialamt hat die Anzeige gestartet.

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13 Okt 2010 18:21 #21115 von Gudrun
Gudrun antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Tschuldigung, aber das wird ja immer abartiger. Verstehe ich das richtig, dass das Sozialamt die Anzeige gestellt hat, nur um Geld für eine Eingliederungshilfe zu sparen? Und sonstige Gründe für diese Anzeige gibt es nicht? Ich finde den Vorwurf der Kindeswohlgefährdung absolut ungeheuerlich.

Andrea (Gordon), zu deiner Frage, ob du das zu blauäugig siehst: Du kannst gern jede Meinung vertreten und viele, denen das Hören wichtig ist, werden so wie du denken. Aber versuche mal, dich in eine Mutter hineinzuversetzen, die aus heiterem Himmel so einen Brief bekommt, auch wenn es nur um einen "harmlosen" Gesprächstermin geht. Noch dazu eine Mutter, die aufgrund ihrer Gehörlosigkeit sicherlich schon immer beweisen musste, dass es sich damit gut leben lässt. Und jetzt auf einmal sieht sie eine reelle Gefahr, dass ihr das Kind weggenommen wird. Ämter und Außenstehende können einen - wenn sie wollen - sich ausschließlich auf die Schwachstellen innerhalb der Familie konzentrieren. Möglich, dass das im Sande verläuft und es Entwarnung gibt, aber die Eltern sitzen derweil wie auf Kohlen, der Behördenkram kann sich ganz schön in die Länge hinziehen (wie ich in einer anderen Sache selbst erlebt habe). Ich möchte nicht der Haut der Eltern stecken, die sich nicht nur diskriminiert fühlen müssen, sondern auch Angst um ihr Kind haben werden. Eine Vorladung zum Gespräch mit dem Jugendamt ist nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen würde, zumal du nicht weißt, wie das Jugendamt die Eltern betrachtet - bedauernswert, weil sie Dolmetscher brauchen, oder bewundernswert, weil sie ihr Leben mit Gehörlosigkeit managen.

Ich finde es höchst ärgerlich, dass das Jugendamt die Anzeige ernst nimmt. Es hätte genauso gut die Anzeige als lächerlich abwehren können. Kann da der gesunde Menschenverstand nicht entscheiden? Unzählige taube Menschen sind ohne CI aufgewachsen, das wird dem Jugendamt auch bekannt sein. Dieses Kind hat zudem gehörlose Eltern, die selbst am besten wissen werden, wie das Kind "trotz" oder besser gesagt mit Gehörlosigkeit eine gesunde Identität entwickeln kann. Mich ärgert es, dass das Jugendamt auf diese Anzeige sich überhaupt eingelassen hat.

Ich hoffe darauf, dass das Jugendamt und das Sozialamt jeweils eins ordentlich auf den Deckel bekommen.

gehörlos geboren, mit 2 HG aufgewachsen, jetzt CI rechts seit 09/2007 (erst Freedom, dann Nucleus 5), HG links

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13 Okt 2010 18:37 #21116 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo,

aus dem Brief geht ganz klar hervor, dass die Eingliederungshilfe das JA auf die Sache aufmerksam gemacht hat. Und das ist eindeutig ein Skandal!!! Und wenn die Gründe, die Karin Kestner andeutet dahinter stehen sollten, dann ist es nur noch pervers. Und ich fürchte, dass Karin entsprechende Hintergrundinfos hat, die wahr sind. Da mischt sich die Eingliederungshilfe in Dinge ein, die der EIngleiderungshilfe NICHTS aber auch GAR NICHTS angehen!!!

Gerade Euch Müttern, Matthea und Andrea möchte ich sagen: Wie würdet ihr Euch fühlen, wenn ihr einen Antrag auf irgendwas stellt und dann wird das Jugendamt eingeschaltet und lädt Euch vor? Wut, Angst, über Monate hinweg, weil Behördenmühlen langsam mahlen? Wie sollen die Eltern denn sonst reagieren, nichts tun? Ich halte die Veröffentlichung für legitim, auch wenn man den Namen und die Kontaktdaten des Sachbearbeiters hätte schwärzen können. Die Eltern müssen sich eine breite Unterstützung holen, damit ja keiner auf Ideen kommt, die Sache auf dem kleinen Dienstwege unkontrolliert zu erledigen wollen.

Und die Denke, "Gehörlosigkeit gehört repariert." hat doch schon einen sehr, sehr unangenehmen Beigeschmack, auch wenn Nazivergleiche sicher nicht dazu geeignet sind, die Wogen im JA zu glätten.

Gruß
Andrea

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13 Okt 2010 19:59 #21117 von CILer
CILer antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo,
Eltern sollen ganz alleine entscheiden ob ihr Kind implantiert wird oder nicht.
Aber ich finde es vollkommen ok, wenn das JA mit einem freundlichen Brief die Eltern zu einem Gespräch bittet. Das JA geht sicher erst mal davon aus, dass die Eltern von der Chance CI nichts, bzw. zu wenig, wissen. Die Behauptung, dass das wegen des Geldes gemacht wird halte ich für ganz weit hergeholt. Das Gespräch annehmen, aber eine Person des Vertrauens mitnehmen und sich auf keinen Fall unter Druck setzen lassen. Wenn die Eltern auch nach einem Aufklärungsgespräch ihr Kind nicht implantieren lassen wollen muss das JA die Entscheidung der Eltern ohne Wenn und Aber akzeptieren.

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13 Okt 2010 20:30 - 13 Okt 2010 22:14 #21118 von KarinKestner
KarinKestner antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Warum sollen sich Eltern vor einem Jugendamt rechtfertigen? Die haben doch null Ahnung von der Materie!

Freundlicher Brief? Kindeswohlgefährdung prüfen! - na unter freundlich stelle ich mir etwas anderes vor! Kannst du dich bitte in die Situation der Eltern versetzen?

Was glaubst du, was nun andere Eltern noch beim Sozialamt beantragen?
Eltern laufen in Gefahr denunziert zu werden, wenn sie Anträge stellen.....

Karin

ps und seid wann können JÄ über CI aufklären?
Letzte Änderung: 13 Okt 2010 22:14 von KarinKestner.

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