kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?

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30 Okt 2010 00:33 - 30 Okt 2010 00:35 #21278 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Mattea, ein paar Zitate vin Dir:

Seite 1:

In diesem Brief steht nichts schlimmes, und ich bin mal gespannt wie es weiter geht und ob die Eltern
auch veröffentlichen wenn das Amt sich wieder zurückzieht und keine Kindeswohlgefährdung sieht.


Seite 2:

Aber wie ich schon sagte, das ist die negative Seite der GL Kultur und ich bin froh das wir Eltern mit für unsere Kinder das richtige entschieden haben und wir uns nicht in diese Reihe eingereiht haben.


Seite 4:

Ein sh Kind in der Regelschule kostet demzufolge 480,-€, bei diesen kosten kann man verstehen das man andere Wege sucht diese kosten einzusparen.

Es ist mir nicht klar wieso man sein Kind nicht auf eine sh Schule schickt.
Diese Schulen sind nicht schlechter als Regelschulen, wenn man den Wunsch hat sein sh Kind auf eine Regelschule zu schicken dann muss man auch bereit sein die nötigen Kosten mit zu tragen oder eben auch gegen unangenehme Briefe kämpfen.


Seite 5, zwar Deiner Tochter, aber erkennbar auch Deine Ansicht:

*Oh Gott, bloß nicht. Die wissen doch gar nicht was sie Ihrem Kind antun.*


Andrea
Letzte Änderung: 30 Okt 2010 00:35 von andrea.

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30 Okt 2010 00:36 #21279 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Liebe Maike,

in intellektueller Hinsicht hast Du recht, die monströsen Begleiterscheinungen in der Nazizeit waren nicht plötzlich da. Diese Nazi-Vergleiche sind aber immer schwierig, sie bergen Mißverständnisse und lösen Reflexe aus, die bewirken, dass man Dich dann gar nicht mehr ernst nimmt.

Gruß
Andrea

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30 Okt 2010 01:31 #21280 von Maike
Maike antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
andrea schrieb:

in intellektueller Hinsicht hast Du recht, die monströsen Begleiterscheinungen in der Nazizeit waren nicht plötzlich da. Diese Nazi-Vergleiche sind aber immer schwierig, sie bergen Mißverständnisse und lösen Reflexe aus, die bewirken, dass man Dich dann gar nicht mehr ernst nimmt.


Liebe Andrea,

da scheinst Du leider Recht zu haben. Meine Frage ist jedoch: Soll ich dann aus der Befürchtung heraus, missverstanden zu werden, lieber den Mund halten?

Irgendwie finde ich, ist es auch nicht ganz der richtige Weg, denn das zeigt doch auch, wie unnormal bzw. unsachlich (weil oft reflexartig...) wir immer noch mit diesen Phänomen der Massenbeeinflussungen umgehen und dabei unbewusst ggf eine Entwertung von gewissen Gruppen zulassen...

Grüßle
Maike

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30 Okt 2010 01:34 #21281 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Liebe Maike,

ich denke man den Sachverhalt auch kritisieren und beschreiben ohne das Wort Nazi in den Mund nehmen zu müssen. Das wurde hier ja auch ausreichend getan.

Jetzt aber husch, husch ins Bett ;)

Gruß
Andrea

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30 Okt 2010 01:38 #21282 von Maike
Maike antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
andrea schrieb:

Jetzt aber husch, husch ins Bett ;)


:woohoo: :woohoo: :)

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30 Okt 2010 02:17 - 30 Okt 2010 02:19 #21283 von Gudrun
Gudrun antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Was macht ihr denn noch um die Zeit hier im Forum? Ja, husch, husch ins Bett! :laugh:

Die Diskussion ist sehr ineteressant, ich lese mit, finde aber nicht die Zeit, mich einzubringen.

Aber einen ganz wesentlichen Punkt möchte ich ansprechen, auch wenn das manche sauer aufstoßen wird:

Maike, du sprichst aus beruflicher und persönlicher Erfahrung, die viele andere hier nicht haben.

Ich kann deine Ausführungen absolut nachvollziehen.

Ich muss auch gestehen, dass mir das gehörlose Elternpaar mehr leid tut als das hörende Elternpaar. Zwar werden beide diskriminiert, aber das gehörlose Elternpaar wird die Diskriminierung vermutlich als viel stärker wahrnehmen, da ja ihre eigene Sprache und Kultur vom Sozialamt und vom Jugendamt diskreditiert wird. Und diese Vorstellung macht mich unglaublich wütend.

Rosemarie hat auch ganz recht, die betroffenen Eltern werden nicht ausgerechnet einen CI-Verein um Hilfe bitten, angesicht der Grabenkämpfe, die stattfinden. :blink: Das wäre ungefähr so, wie wenn ich den DGB (deutschen Gehörlosenbund) um Hilfe bitten würde, weil ich wegen meines CIs diskriminiert werde.

Ich denke aber, dass jeder Einzelne von uns auch allein aktiv werden kann, indem er darüber spricht und entsprechende Artikel veröffentlicht.

Die DCIG z.B. hat sich auch öffentlich vom unseligen Müller-/Zaracko-Artikel distanziert.

Vielleicht schreibe ich ein andermal mehr dazu, ich bin sehr müde und gehöre ins Bett.

gehörlos geboren, mit 2 HG aufgewachsen, jetzt CI rechts seit 09/2007 (erst Freedom, dann Nucleus 5), HG links
Letzte Änderung: 30 Okt 2010 02:19 von Gudrun.

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30 Okt 2010 09:48 #21284 von Mattea
Mattea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Liebe Andrea
Warum machst du dir die Mühe und kopierst Zitate von mir rein?
Ich weiß sehr wohl was ich geschrieben habe und welche Meinung ich vertrete, aber diese Diskussion entwickelt sich in eine Hetzjagd.
Diese Art von Propaganda die hier betrieben wird, finde ich für ein seriöses Forum äußerst bedenklich.
An einem runden Tisch, wo man sich Auge in Auge gegenüber sitzt kann man diese Argumente unbedenklich vortragen und auch erklären.
In einem Forum, wo man nie weiß wer auf der anderen Seite sitzt, kann man sich gewaltig in die Nesseln setzen.
Ich habe meine Meinung die ich auch vertrete, ohne Gehetze und unterschwelligen Vorwürfen und ohne öffentliches Anprangern dritter.
Wir haben gute Erfahrungen mit sh Schulen gemacht und wenn auch meine Tochter sagt, das sie es als bedenklich ansieht ein sh Kind auf die Regelschule zu schicken, dann weiß sie sehr wohl von was sie redet.
Mit fast 18 Jahren ist sie dazu durchaus in der Lage, zumal sie selber eine Regelschule besucht hat.

Ich sehe als eine normale Entwicklung an, das ein Amt sich mit allen Mitteln gegen solch eine Kosten Explosion wehrt, ich sehe auch die anderen Schüler der Klasse, die sowohl sehr profitieren von einem gl Schüler aber auch die Störungen und die Unterbrechungen im Unterricht.
Es muss auch mal diese Seite beachtet werden, und bevor man hier ständig Vergleiche mit dem dritten Reich in die Runde wirft, sollte man seine überschüssige Energie doch lieber in die Tat umsetzen.
Niemand spricht Maike Ihr Wissen ab und ich kann mir sehr gut vorstellen das sie für viele eine große Hilfe ist, aber dann bitte vor Ort und persönlich.
In der Schule als Elternbeirat und in einem Verein wie den HCIG oder DCIG.
Sicherlich wird sie da mehr erreichen als wenn sie hier solche Vergleiche vom Stapel lässt wo niemanden mit geholfen ist.

In diesem Sinne
Ein schönes entspanntes Wochenende

Mattea

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30 Okt 2010 11:41 #21285 von mera
mera antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo zusammen :)

hui, hier gehts aber rund.

Gudrun schrieb:

die betroffenen Eltern werden nicht ausgerechnet einen CI-Verein um Hilfe bitten, angesicht der Grabenkämpfe, die stattfinden. :blink: Das wäre ungefähr so, wie wenn ich den DGB (deutschen Gehörlosenbund) um Hilfe bitten würde, weil ich wegen meines CIs diskriminiert werde.


ich fänd eigentlich gut wenn man sich an die umgekehrten verbände wenden würde. wüdr vielleicht dir frontstellung aufweichen B)

andrea schrieb:

Es hat indirekt durch das CI-verursachte Todesfälle und aus CI-OPs resultierende schwere Behinderungen oder Erkrankungen gegeben. Auch jetzt erkranken noch immer überproportional mehr CI-Implantierte als Menschen ohne CI an Meningitis, trotz Impfung!


:S todesfälle? schwere behinderungen? mehr meningitis? gibts dazu links? ich fänds gut darüber mehr zu wissen. und bekannt zu machen. kenn selbst nur die geshcichte von enkes sohn aber das hatte glaub ich ja nix mit ci zu tun sondenr dass er in seiner verfassnug überhaupt operiert wrude. egal mit was.

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30 Okt 2010 12:01 #21286 von Mattea
Mattea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo mera

kenn selbst nur die geshcichte von enkes sohn aber das hatte glaub ich ja nix mit ci zu tun sondenr dass er in seiner verfassnug überhaupt operiert wrude.


Er hatte eine Tochter, Lara.Sie kam mit einem schweren Herzfehler zur Welt, nach 2( oder 3) erfolgreichen Operationen am Herzen entschloss man sich zu einer CI-Operation.
Lara hatte aufgrund schwerer Medikamente Ihr Gehör verloren.
Die Ci Op hat sie dann aufgrund Ihres schweren Herzfehlers nicht lebend überstanden.

Das war nur zur Info für dich gedacht, nicht als Maßregelung. :)

Liebe Grüße
Mattea

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30 Okt 2010 12:07 #21287 von mera
mera antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
fühl mich auch nicht gemaßregelt, danke fürdie korrektur. ;)

aber genau das mein ich: sehe ops generell sehr kritisch. aber DEN fall würd ich nu nicht als beleg für ci-op-risiken nehmen (Herzfehler, 2(oder 3) Operationen).

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30 Okt 2010 13:44 - 30 Okt 2010 14:00 #21288 von Gudrun
Gudrun antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Liebe Andrea,

ich finde es jetzt nicht passend, wenn du mit Meningitis- und Todesfällen argumentierst. Mir sind Meningitisfälle nur im Zusammenhang mit einer bestimmten CI-Serie bekannt. CI-Träger sind insgesamt natürlich einem leicht erhöhten Risiko für Meningitiserkrankungen ausgesetzt, aber zum Glück gibt es Impfungen dagegen und wer um das Risiko weiß, ist auch umso wachsamer.

Ich würde vor allem aber nicht von einem erhöhten Risiko für Todesfälle sprechen. Sonst müssten wir auch das abstruse Argument bringen, dass komplette taube Menschen ein erhöhtes Sterberisiko in sich tragen, weil sie z.B. keine Autos, Züge und Warnsignale von Maschinen, Rauchmeldern und dergleichen hören können. Und die Tochter des Sportlers würde ich auch nicht als Beispiel bringen, sie hatte ein deutlich höheres OP-Risiko als andere, mal abgesehen davon finde ich, dass wir auf die Nennung von Namen verzichten sollen, damit die Mutter mit ihrer Trauer in Ruhe gelassen wird und diesen Vorfall nicht ständig im Internet nachlesen muss.

Mera, natürlich wäre es wünschenswert, wenn Verbände mit anderen Einstellungen zum CI helfen würden, aber bitte, bist du wirklich so naiv zu glauben, dass Eltern, die für ihre Entscheidung für/gegen das CI oft genug verurteilt werden, sich ausgerechnet an einen Verband mit einer gegensätzlichen Einstellung wenden werden? Da wären doch eher die Verbände gefordert, auf diese Eltern zuzugehen und ihnen die Hand zu reichen. DAS würden die Fronten aufweichen.

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Letzte Änderung: 30 Okt 2010 14:00 von Gudrun.

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30 Okt 2010 14:47 #21289 von Sandra
Sandra antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo Mattea,

es ist immer schön, wenn man über gute Erfahrungen liest => in Deinem Fall "SH-Schule".
Aber man sollte bedenken, dass es nicht überall so ist und das Lernniveau, Soziales Verhalten etc. nicht überall gut läuft. Warum sollte man dann nicht an Regelschule denken (auch wenn dies teurer wird) wenn die nächste SH-Schule nicht das Lerniveau oder was auch immer den Eltern zusagt? Leider ist das von Region zu Region (deutschlandweit) sehr unterschiedlich was die SH-Schulen anbelangt.

@alle: Ich finde die Diskussion sehr interessant. Allerdings finde ich persönlich die Vergleich die hin und wieder hervorgeholt werden nicht immer gut. Man sollte jedoch über die Fälle diskutieren dürfen. Man darf nicht einfach zur Kenntnis nehmen und auf sich beruhen lassen, warten bis eine Entscheidung gefällt wurde. Wenn erst dann eine Entscheidung gefallen ist welches uns/betreffende Person nicht zusagt, ist es oftmals zu spät. Daher kann man nicht einfach so überlassen werden. Dem Jugend-/Sozialamt sollte darauf hingewiesen werden, dass so nicht in Ordnung war wie es bisher lief. Auch sollte denen gesagt werden, dass es eine Entscheidung der Eltern bleiben soll wie man das Kind fördern möchte - ob mit/ohne CI/Gebärdensprache.

Ausserdem ist es bekannt, dass viele GL-Eltern die Ihr GL-Kind in Gebärdensprache fördern - aber die Lautsprache durch Kiga/Schule/Grosseltern möglicherweise lernen tun. Einen Teil werden sogar mit HG versorgt (egal inwiefern diese was bringen tun).

Gruss Sandra

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30 Okt 2010 15:27 - 30 Okt 2010 15:44 #21290 von Constanze
Constanze antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hhmmm...jetzt mische ich mich doch mal kurz ein.

Mir ist es nicht so recht, wenn Operationen und Impfungen bagatellisiert werden, denn es gibt eine Minderheit (ganz klein zwar, aber es gibt sie!) von Menschen, die solche Eingriffe nicht so ohne Weiteres wegstecken....zu denen gehöre ich.
Meine Gesundheit ist mir wichtiger als die Chance, biaural hören zu können...weswegen ich das 2.CI ad acta gelegt habe.

Nochmal zur nachdrücklichen Betonung: meine gesundheitlichen Probleme haben gar nichts mit dem CI oder der Hörschädigung zu tun - auch Operationen aus völlig anderen Indikationen bringen mir nur einen Haufen Ärger ein.

Damit möchte ich nur sagen: Hörgeschädigte beklagen sich ja gerne, dass man sie als kleine Minderheit in der Gesellschaft nicht berücksichtigt und vergisst - diese Klage ist gerechtfertigt. So soll man auch die kleine Minderheit der Personen, die operative Eingriffe nicht folgenlos erleben, nicht völlig ausser acht lassen...;-).

Grüßle
Constanze

P.S.: Diskriminierung...ach, die ist überall gang und gäbe. Man denke nur an die übergewichtigen Menschen - wieviel Diskriminierung sie ertragen müssen, sowohl beruflich als auch privat. Die "Dicken" bewegen sich auch lieber in ihrem passendem Umfeld mit Leidensgenossen...oder man denke an eine Studie, die besagte dass Männer mit Glatze beruflich weniger Aufstiegschancen haben - aufgrund von Vorurteilen gegenüber den Glatzenträgern. Nur mal so als Beispiel erwähnt, wie vielschichtig Diskriminierung ist.... www.suite101.de/content/zu-klein-zu-dick-zu-behaart---karrierenachteile-im-ueberblick-a88757
Letzte Änderung: 30 Okt 2010 15:44 von Constanze. Begründung: Link eingefügt

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30 Okt 2010 15:28 #21291 von Gudrun
Gudrun antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Von mir noch eine Ergänzung, da mein letzter Absatz missverstanden werden könnte. Ich erwarte von den CI-Verbäden NICHT, dass sie von sich aus auf die betroffenen Eltern zugehen. Sie können aber in anderer Form aktiv werden, indem sie z.B. klar Stellung zum Artikel von Müller und Zaracko beziehen, da dieser Artikel sich schon auf vielen seriösen Plattformen befindet und eine größere Verbreitung erfahren hat, die sich mittlerweile kontraproduktiv auswirkt.

Den betroffenen Eltern würde ich übrigens raten, ihren Fall unter Wahrung ihrer Anonymität publik zu machen, z.B. bei kobinet-Nachrichten, bei Elternverbänden, bei Verbänden des "Selbstbestimmt Lebens", in großen Zeitungen. Dann wäre es den CI-Verbänden auch möglich, bei der Stellungnahme zum oben genannten Artikel auf konkrete Beispiele hinzuweisen. Doch wenn die betroffenen Eltern das nicht wollen, ist das völlig nachvollziehbar.

Hallo Late, auf dein Posting wollte ich noch Bezug nehmen. Du schreibst:

Late schrieb:

Der Aufschrei der jetzt noch stattfindet wird verhallen dereinst. So wie auch jetzt schon die Fronten längst nicht mehr so hart sind wie noch vor 10 oder 15 Jahren. Einfach weil die Realität der Gegenwart uns einholt.


Gerade weil die Entwicklung jetzt ungut ist, sehe ich Handlungsbedarf. Die Diskussion hier ist schon mal ein Beginn, Maike ist bereits aktiv, ich ebenfalls, wir diskutieren nicht nur hier, sondern auch "draußen". Natürlich schreitet die Technik und die Medizin weiter voran, aber zugleich erstarken auch die Rechte der benachteiligten Menschen. Gerade im Hinblick auf die UN-Behindertenrechtskonvention sehe ich die Notwendigkeit, dass wir solchen Entwicklungen entgegen treten.

Hier sollen die Rechte von Eltern beschnitten werden, die sich gegen ein CI entscheiden. Irgendwann werden die Rechte von hörgeschädigten Menschen beschnitten, die sich gegen ein CI entscheiden. Und das geht einfach nicht, einfach vor dem Hintergrund, dass eine CI-OP noch lange keine Garantie für eine gute Identitätsentwicklung ist. Das ist die Realität. Punkt. Aus.

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30 Okt 2010 17:44 #21292 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Mattea schrieb:

Ich sehe als eine normale Entwicklung an, das ein Amt sich mit allen Mitteln gegen solch eine Kosten Explosion wehrt,


Nein Mattea, wenn man ein Recht auf Inklusion hat, dann hat man eben ein Recht drauf, und kein Amt darf sich dann anmaßen, die Eltern unter Druck zu setzen.

Es wäre nun die Aufgabe der Behörden eine Situation zu schaffen, dass es finanziell zu stemmen ist. Man kann nicht verlangen, dass die hier diskutierten Eltern sich mit einer zweitklassigen Schule zufrieden geben müssen. Die Eltern haben auch das Recht auf freie Schulwahl!!!

An alle, es erkranken auch jetzt noch CI-Träger an Meningitis, auch welche, die ein anderes als dieses bestimmte Implantat haben. Einer ist mir persönlich bekannt, er war geimpft und hatte nicht dasjenige Modell und er hat eine aus der Meningits resultierende Zusatzbehinderungen behalten. Also liebe Leute, geht bei einer Mittelohrentzündung lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Arzt und schaut mal im Impfbuch, nach ob die Pneumokokkenimpfung nicht wieder aufgefrischt werden sollte (nach 6 Jahren ist ein neuer Pieks fällig). Gesehen auf mehr als 10000 CI-Träger in D ist das Risiko noch immer gering, aber eben nicht so gering, wie gerne behauptet wird. Man muss ehrlicherweise auch sagen, dass eine Reihe von CI-Trägern eine Innenohrfehlbildung haben und sie deswegen evtl. auch ohne CI ein erhöhtes Meningitsrisiko hätten. Das Risko von Nebenwirkungen ist sicher gering. Aber es steht uns nicht zu, für andere Menschen zu urteilen, dass sie es in Kauf zu nehmen haben!

Gruß
Andrea

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30 Okt 2010 17:59 #21293 von mera
mera antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
liebe andrea :)

man soll andern nicht vorshcreiben was sie für risiken in kauf nehmen sollen, da stimm ich dir zu.

du hattest behauptet: trotz impfung signifikant höheres risiko. dass ein ci'ler meningitis hatte heißt aber leider nix. auch nicht-ci'ler haben das manchmal, leider.

ich finde man soll ci-ops nihct verharmlosen. aber man soll nicht alles damit verknüpfen

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30 Okt 2010 19:29 #21294 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Mera,

wenn Du über Zahlen streiten möchtest, sollten wir es in einem anderen Thread tun. Aber es tritt einfach häufiger auf: Hier mal einer, da mal einer, sind in der Summe dann doch mehrere. Ich kenne zusammen mit dem oben erwähnten Patienten insgesamt drei Leute, die alle Jahre nach der CI-OP Meningitis hatten. Zwei waren geimpft. Der Dritte hatte das anfällige Implantat und es war auch, bevor eine Impfung allgemein empfohlen wurde. Von meinen normalhörenden Verwandten, Freunden und Bekannten hatte in den selben Zeitraum keiner eine Meningitis, dabei sind die Normalhörenden in meinem Dunstkreis zahlenmäßig noch immer in der Überzahl.

Jetzt aber zurück zum Thema.

Gruß
Andrea

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30 Okt 2010 19:42 #21295 von mera
mera antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
andrea, will nicht über zahlen streiten. kenne auch keine zuverlässigen. wenn du von anfang an gesagt hättest: "in mein bekanntenkreis" hätte ich gar nix gesagt.

gudrun, entschuldige, habe übersehn, dass du mich angesprachst. :blush: ich fänd's nicht naiv, sondern strategisch shclau. ci-verbände sind doch nicht "zur durchsetzung von ci" und dgb nicht "zur befreiung der welt von ci".

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30 Okt 2010 21:23 - 30 Okt 2010 21:24 #21297 von Maike
Maike antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Oh, da ist ja wieder was los, seit ich heute nacht zuletzt reingeguckt und -geschrieben hatte...

Jetzt gerade kann ich nicht länger schreiben - aber nur kurz einige Bemerkungen:

=> Mera, es erkranken definitiv mehr CI-Träger an der Meningitis als Nicht-CI-Träger. Es sind zwar nur wenige, die "mehr" erkranken, aber es gibt sie definitiv. Und selbst dann, wenn sie Missbildungen im Innenohr haben: Ohne CI würden sie ganz sicher weniger an Meningitis erkranken... -Bitte diskutiere dann mit den Ärzten weiter, die die Statistiken haben, weiter. Geh z. B. an die MHH, die haben dort die meisten Erfahrungen mit an Meningitis erkrankten CI-Trägern.

=> Mattea, entweder man nimmt Dich mit Deinen Postings ernst - oder aber man braucht Dich von Anfang an gar nicht ernst zu nehmen. Erwachsene Leute wissen, was sie schreiben und wozu sie stehen bzw. welche Aussagen sie wieder revidieren sollten - auf Grund besserer Erkenntnis...

=> An alle: Ja, man muss die Risiken des CI's auch klar benennen - und darf sie nicht einfach so "verstecken". Diejenigen, die sich wirklich informieren, wissen, dass gewisse Internetseiten völlig unrealistische Risiken nennen (nur, weil sie Angst machen wollen und daher sich nciht scheuen, es hier nicht so ganz genau mit der Wahrheit zu nehmen) - und welche realistisch sind. Das alles darf jedoch nicht dazu führen, dass der Artikel von Zaracko und Müller ohne diese Risiken auskommt.

=> Gudrun, ich finde, die CI-Verbände sollten insofern schon auf die betroffenen Eltern "zugehen", wenn sie sich öffentlich von dem Müller/Zaracko-Artikel distanzieren (Die DCIG hat es schon getan - die HCIG ja noch nciht...), gehen sie damit auch indirekt auf die Eltern zu - und wenn sich Kontakte ergeben sollten: Umso besser!

Grüßle
Maike
Letzte Änderung: 30 Okt 2010 21:24 von Maike.

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30 Okt 2010 22:26 #21305 von Gudrun
Gudrun antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Maike schrieb:

=> Gudrun, ich finde, die CI-Verbände sollten insofern schon auf die betroffenen Eltern "zugehen", wenn sie sich öffentlich von dem Müller/Zaracko-Artikel distanzieren


Das meinte ich ja.

Mera, es ist einfach eine Tatsache, dass eine Mutter, die sich gegen ein CI entschieden hat, nicht ausgerechnet einen CI-Verein um Hilfe bitten würde. :blink: Ich glaube, du hast Probleme, dich in die Eltern hineinzuversetzen... Warum soll ich mich bei Problemen ausgerechnet an meinen "Feind" wenden, der mir dann vielleicht - durch die Blume - sagt: "Ätschbätsch, selber schuld, hättest du dich halt anders entschieden. Nun sieh zu, wie du da wieder rauskommst."? Ich suche mir nur dort Hilfe, wo ich mir ganz sicher sein kann, dass ich da auch Hilfe bekomme.

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