kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?

Mehr
24 Okt 2010 17:56 #21200 von Mattea
Mattea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Als ich mit meiner fast 18 jährigen Tochter, beidseitig CI Trägerin und Schülerin einer SH Schule über dieses Thema sprach, kam von Ihr ein Kommentar, als es darum ging ein gehörloses * Kind * in eine Regelschule zu schicken .

* Oh Gott, bloß nicht. Die wissen doch gar nicht was sie Ihrem Kind antun.*

Es geht hier nicht nur um das recht auf Bildung, das steht außer Frage.
Aber bevor man Unmengen für Dolmetscher an einer Schule ausgibt, sollte man an ganz andere Stelle anfangen zu kämpfen.
Warum wird an Schulen nur Englisch, Französisch und Latein gelernt?
An jeder Schule sollte die Gebärdensprache als Hauptfach gelernt werden.

An unserer Schule wurde eine Gebärden Werkstatt eingerichtet, mit Karins Software.
Eltern, Schüler und Lehrer werden intensiv beschult.Warum geht das nur an sh Schulen? Es wäre doch mal einen Kampf wert das es auch an Regelschulen eingeführt wird.

Aber jeder weiß woran es scheitert...

Mattea

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
24 Okt 2010 18:05 #21201 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Tja Mattea,

wenn Schüler und Lehrer erst noch eine Gebärdenwerksatt mit Tommy-CDs brauchen, können sie ja wohl kaum flüssig gebärden. Wie soll ein Kind an einer SH-Schule zurecht kommen, das lautsprachlich nicht mithalten kann, dafür aber fließend gebärden kann? Es bräucht wohl trotzdem einen Dolmetscher.

Sicher wäre in einer idealen Schule kein Dolmi nötig: Aber je nachdem wo die Eltern wohnen, gibt es die ideale Schule nicht und da bleibt nur die Wahl zwischen Pest und Cholera und da sollte es doch bitteschön den Eltern überlassen bleiben zu wählen.

Gruß
Andrea

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Maike
  • Maikes Avatar
  • Besucher
  • Besucher
24 Okt 2010 18:06 #21202 von Maike
Maike antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
andrea schrieb:

Maike, sicher gibt es Sh-Schulen, die gleiches Niveau anbieten, aber die Mehrzahl wohl eher nicht, oder? Ich habe nie behauptet, dass alle SH-Schulen kein Niveau hätten! Irgendwo las ich mal, dass in Deutschland 80% der Kinder, die eine Förderschule besuchen, diese ohne Abschluss verlassen und das dürfte der Grund dafür sein, dass Eltern oft eine inklusive Beschulung anstreben. Denn ideal stelle ich mir den Schulbesuch eienr Regelschule mit Dolmetscher auch nicht vor, wenn die Pubertät näher rückt. Für mich wäre ideal, wenn man immer vier bis sechs schwerhörige bzw. gl Kinder zusammenfasst und die Gruppe dann an eine Regelschule integriert oder wie ihr es macht, die umgekehrte Integration, dass Sh-Schulen auch nicht behidnerte Kinder aufnehmen.


Liebe Andrea,

unter "Förderschulen" werden sämtliche (!!!) Einrichtungen für behidnerte Kinder bezeichnet! Also Geistigbehinderte, Lernbehinderte, Autisten, Körperbehinderte, Sehbehinderte und eben auch Hörbehidnerte...

Klar, dass dann 80% der Schüler ohne Abschluss sind. Aber die hätten den Abschluss auch nciht an Regelschulen - oder sogar noch viel weniger. Trotz INklusion etc.!

In den Schulen für Hörgeshcädigte kenne ich den Prozentsatz der Abgänger ohne Abshcluss nicht. Wenn es jedoch eine "normale" Schule für Hörgeschädigte ist, dann werden fast alle einen Abschluss haben (zumindest wenn ich von Nürnberg ausgehe...) - und zwar wohlverdient!

Daher: Differenzierung des Gelesenen - das ist hier wichtig!

Grüßle
Maike

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Maike
  • Maikes Avatar
  • Besucher
  • Besucher
24 Okt 2010 18:10 #21203 von Maike
Maike antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Mattea schrieb:

Als ich mit meiner fast 18 jährigen Tochter, beidseitig CI Trägerin und Schülerin einer SH Schule über dieses Thema sprach, kam von Ihr ein Kommentar, als es darum ging ein gehörloses * Kind * in eine Regelschule zu schicken .

* Oh Gott, bloß nicht. Die wissen doch gar nicht was sie Ihrem Kind antun.*


Genau dasselbe habe ich auch immer gesagt, einfach weil es mir persönlcih auf der Realschule und auf dem Gymnasium für Schwerhörige sehr gut ging. (vorher war es eben aber auch nicht der Fall...)

Meine Schüler sagen das auch immer wieder, wie froh sie sind, auf der Schule für SH oder GL zu sein. Als wir über das Thema "Inklusion" sprachen, waren alle entsetzt und sagten, dass sie froh seien, noch in einer Zeit zu leben, in der es noch Sh-Schulen gibt...

Ich glaube, viele von Euch, wenn ihr eine Sh-Schule mit Regelschulniveau besuchen würdet / hättet, würdet Ihr dasselbe sagen... - abgesehen von den Freundschaften, die Ihr dadurch lebenslänglich finden würdet - das verbindet unglaublich...

Grüßle
Maike

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Maike
  • Maikes Avatar
  • Besucher
  • Besucher
24 Okt 2010 18:11 - 24 Okt 2010 18:14 #21204 von Maike
Maike antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
andrea schrieb:

wenn Schüler und Lehrer erst noch eine Gebärdenwerksatt mit Tommy-CDs brauchen, können sie ja wohl kaum flüssig gebärden. Wie soll ein Kind an einer SH-Schule zurecht kommen, das lautsprachlich nicht mithalten kann, dafür aber fließend gebärden kann? Es bräucht wohl trotzdem einen Dolmetscher.

Sicher wäre in einer idealen Schule kein Dolmi nötig: Aber je nachdem wo die Eltern wohnen, gibt es die ideale Schule nicht und da bleibt nur die Wahl zwischen Pest und Cholera und da sollte es doch bitteschön den Eltern überlassen bleiben zu wählen.


Amen! So ist es.

Hallo Mattea,

damit sowas funktioniert, müssten schon muttersprachliche DGS'ler ran - oder eben sehr sehr sehr gute DGS-kompetentes und entsprechend geprüftes Lehrpersonal. Alles andere ist zusammengeflickt und "schöngebastelt"...

Wobei es vielen hörenden Kindern absolut nicht schaden würde, DGS als (echte) Fremdsprache zu belegen. Im Gegenteil, ich glaube, dass hierbei ihrer Entwicklung oft ein entscheidender Schub gegeben werden könnte...

Grüßle
Maike
Letzte Änderung: 24 Okt 2010 18:14 von Maike.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
24 Okt 2010 18:33 #21205 von Momo
Momo antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo nochmal,

ja Maike du hast recht ( ich habe das in meinem Beitrag aber auch geschrieben) nicht alle SH Schulen unterrichten "unter Niveau". Trotzdem habe ich aber, wenn man mal die Eltern fragt, den Eindruck dass solche Schulen in Deutschland die Ausnahme sind.

Mattea,
es ist schonmal ein guter Ansatz, wenn alle gemeinsam Gebärden lernen, aber wie auch von anderen schon festgestellt müssen für GL Kinder, deren Sprache DGS ist, Lehrer da sein, die auch wirklich so DGS kompetent sind, dass sie in dieser Sprache durchgängig Unterricht garantieren können. Und das ist dann sicher auch nicht der Fall. Wir reden hier ja nicht von lautsprachkompetenten sh Kindern, denen DGS als "Fremdsprache" angeboten werden soll, sondern von gl Kindern die auf DGS als Unterrichtssprache angewiesen sind. Und ich kann nur sagen, dass nach dem was ich von vilen Eltern (auch von anderen Schulen) gehört habe, ist das in den meisten (nicht in allen) SH Schulen nicht der Fall! Sprich das gl Kind braucht so oder so einen Dolmetscher, der LS in DGS dolmetscht und andersherum.

Und warum gleich DGS als Fremdsprache an Regelschulen fordern. Finde ich eine gute Idee, aber hier schaffen es ja noch nichteinaml die SH Schulen DGS als Fremdsprache anzubieten.

Und glaubt mir, ich wäre absolut froh, wenn die SH Schulen hier im Umkreis wirklich Regelschulniveau anbieten würden, nicht nur auf dem Papier. Dann würden mir einige Sorgen erspart bleiben....

LG
Momo

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
24 Okt 2010 18:51 - 24 Okt 2010 19:13 #21206 von Manfred
Manfred antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo miteinander

inzwischen habe ich mir das Urteil zu der Anordung komplett durchgelesen.
Daraus möchte ich zunächst einmal ableiten:

- die Eltern sind nicht alleine , sie wurden vor Gericht von einem Rechtsanwalt vertreten.
Sie sind auch nicht so mittellos, dass sie den nicht bezahlen können. Aus dem Wortlaut geht in anderem Zusammenhang hervor, dass die Eltern über ausreichende Finanzmittel und einem entsprechendem Einkommen verfügen. Das Kind soll zudem in eine Privatschule gehen. Auch das lässt darauf schliessen , dass ausreichende Finanzmittel vorhanden sind. Ich vermute zudem, dass die Eltern eine Rechtsschutzversicherung haben.

- das Kind muss nicht jeden Abend beten, dass der Dolmetscher weiter bezahlt wird. Die gerichtliche Anordnung ist durch das Amt zwingend zu befolgen.

- dass das Amt jetzt ein neues Verfahren mit der Begründung "Kindeswohl" gestartet hat , kann keine Auswirkungen auf die Dolmetscherkosten haben. Sollte das Amt das Verfahren fortsetzen, wird es auch dort vor Gericht verlieren. Es war zwar nicht Gegenstand des Anordnungsverfahrens, aber das Gericht hat bereits in einem Nebensatz festgestellt, dass auch das Kindeswohl dem nicht entgegensteht.

- in dem Kontext des Urteils wird mehrfach darauf hingewiesen, dass Grundrechte ...körperliche Unversehrtheit (Art 2 ff) und Elternerziehungsrecht (Art 6 ff)...einer solchen Entscheidung (Verpflichtung zu einer OP)entgegenstehen. Das würde bedeuten, dass zunächst das Grundgesetz geändert werden muss, bevor das angeordnet werden kann. Kein Bundestag wird das beschliessen.
Ich wiederhole deshalb nochmals, dass die bestehenden Gesetze völlig ausreichend sind, um eine solche Entscheidung zu unterbinden.

Soweit zu dem konkreten Fall.
=====================================================================================================

Aus dem Urteil lassen sich aber auch noch andere Überlegungen ableiten, die hier zunächst einmal unbedeutend sind, die aber auch einmal diskutiert und reflektiert werden sollten. Da wird zB darauf hingewiesen, inwiefern ein 6 jähriges Kind dazu in der Lage ist, selber die Tragweite einer solchen Entscheidung zu erkennen, denn es wurde so argumentiert, dass das Kind selber kein CI möchte.

Ich habe vor 2 Wochen an der Festveranstaltung des CIC Hannover teilgenommen. Dort war auch ein junger Mann, der vor 20 Jahren mit dem CI versorgt wurde . Er hat inzwischen sein Studium als Sozialmanager abgeschlossen. Er erzählte mir, dass er sehr froh ist, dass seine Eltern sich damals (als Pioniere) gegen alle sonstige Bedenken durchgestzt haben und er mit dem CI hören kann.

Wir haben die Diskusssion schon sehr oft in diesem Forum geführt und immer wieder gesagt, dass man einen hohen Respekt vor der Entscheidung der Eltern haben muss, die vor dieser Frage stehen. Unbestritten war schon immer , dass alleine die Eltern die Entscheidung letztendlich treffen müssen.
( Das stellt im übrigen auch der MKK-Kreis Meinzing in der Sachverhaltsdarstellung fest !)

Alle Eltern, vor allem auch die die sich fürdie Op entschieden haben, mussten mit der Angst leben, dass vielleicht etwas passieren könnte. Sie haben sich dazu durchgerungen, weil sie für ihre Kinder mehr Möglichkeiten in einer hörenden Welt gesehen haben .Sie haben sich dazu entschlossen, obwohl sie diese Ängste hatten .
Diese Eltern haben dann erlebt, wie die Kinder mit dem CI aufgewachsen sind und den Kindergarten und die Regelschule etc besucht haben. Ich kann mir vorstellen, dass diese Eltern nachträglich sehr froh waren, dass sie für ihre Kinder so entschieden haben. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Eltern es bedauern, wenn anderen Kindern das vorenthalten wird und sie weniger Verständnis für Eltern haben, die so entscheiden.
Das ist völlig unabhängig davon zu sehen, dass niemand anders das entscheiden darf.Da werden u.a. auch alle Eltern einer Meinung sein.

Ich habe es in den Beratungen nun schon mehrfach erlebt, dass gehörlose Jugendliche/Erwachsene vorsprechen, die nach Möglichkeiten fragen, ob sie nun nicht doch noch zu dem späten Zeitpunkt operiert werden können, obwohl ihre Eltern damals anders entschieden haben. Auch das gibt es .

Eine weiterer Aspekt sind die Kosten. Ich bin auch der Meinung, dass Kosten in diesem Zusammenhang keine Rolle spielen dürfen. Auf der anderesn Seite kann man nicht nach dem Motto verfahren: " egal, was das kostet, es muss bezahlt werden". Bei 13 Jahren Schulzeit wurden Kosten in Höhe von ca. 1 Mio € von dem Amt ausgerechnet.
Es sollte schon die Frage aufgeworfen werden, was das konkret kostet und ob man das reduzieren kann.
Die Schlussfolgerung , dass man dann ein CI einsetzen muss, ist falsch, aber man könnte gemeinsam überlegen, ob und in welcher Form das reduziert werden kann.

Herzliche Grüße
Manfred
Letzte Änderung: 24 Okt 2010 19:13 von Manfred.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Maike
  • Maikes Avatar
  • Besucher
  • Besucher
24 Okt 2010 19:28 #21207 von Maike
Maike antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Momo schrieb:

Und glaubt mir, ich wäre absolut froh, wenn die SH Schulen hier im Umkreis wirklich Regelschulniveau anbieten würden, nicht nur auf dem Papier. Dann würden mir einige Sorgen erspart bleiben....


Hallo Momo,

ich glaube es Dir 100%ig, weil wir es ja an Deinem Sohn erlebt haben (hoffentlich geht es ihm jetzt gut?)...

Das Problem ist, dass es scheinbar Bundesländer gibt, die das zwar auf dem Papier propagieren, aber auch nicht nachprüfen, ob dem wirklich so ist. Wenn sich herausstellt, dass dem nicht so ist, dann dürfen sie ab sofort die entsprechenden Papiere nicht bei sich führen... :(

Grüßle
Maike

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
24 Okt 2010 20:09 #21208 von KarinKestner
KarinKestner antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo Manfred, deine Schlussfolgerungen sind falsch!

- die Eltern sind nicht alleine , sie wurden vor Gericht von einem Rechtsanwalt vertreten.

Nein, ich habe den Eltern geholfen, nachdem ich mich habe juristisch beraten lassen, und ein Jurist hat noch ein paar Paragrfen beigesteuert!
Die 1. Instanz beim SG hat keine Anwaltspflicht. Es gab auch keine mündliche Verhandlung, alles wurde schriftlich gemacht.

Sie sind auch nicht so mittellos, dass sie den nicht bezahlen können.

Der Mann arbeitet, er kann die drei Tage, die nicht bezahlt werden müssen, weil der Antrag drei Tage zu spät kam, selbst tragen. Das bedeutet nicht, dass sie die Dolmis dauernd selbst zahlen könnten.


Aus dem Wortlaut geht in anderem Zusammenhang hervor, dass die Eltern über ausreichende Finanzmittel und einem entsprechendem Einkommen verfügen. Das Kind soll zudem in eine Privatschule gehen.

Es ist eine christliche Schule, auf der ein kleines Schulged bezahlt werden muss.

Auch das lässt darauf schliessen , dass ausreichende Finanzmittel vorhanden sind. Ich vermute zudem, dass die Eltern eine Rechtsschutzversicherung haben.

Sozialgericht ist kostenfrei!

- das Kind muss nicht jeden Abend beten, dass der Dolmetscher weiter bezahlt wird. Die gerichtliche Anordnung ist durch das Amt zwingend zu befolgen.


Das SA kann Beschwerde einlegen, vorher wird nichts bezahlt. Ich hoffe, die Beschwerde wird abgewiesen!

Ja, die Gesetze sind ausreichend, doch die meisten Eltern kennen die gar nicht. Und die SÄ scheren sich nicht drum - sieht man ja.

Gruß Karin

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
24 Okt 2010 21:38 #21209 von Manfred
Manfred antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo Karin,

...in Anbetracht der Ernsthaftigkeit in der Sache, habe ich wenig Interesse und ist es wenig sinnvoll, mit dir hier eine Diskussion zu führen. Dafür ist zu bekannt, dass du es mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmst.
Es ist ja erstaunlich (oder auch nicht), wenn du tatsächlich so dicht an dem "Fall" dran bist, dass du die Informationen so zurückhälst.

- wenn du die Vertretung übernommen hast, dann steht dein Name an der geschwärzten Stelle hinter dem Wortlaut "verteten durch" . Ist das richtig ? Oder wer steht da ?

....zu dem Einkommen stellt das Gericht u.a fest ...

" dass auch in Anbetracht des Jahreseinkommens der Erziehungsberechtigten auf der Grundlage der vorgelegten Bescheinigung des Steuerberaters von keinem "Nachholbedarf" ausgegangen werden kann.

Es war hier die Frage aufgetaucht, ob die Eltern sich überhaupt einen Anwalt für die Beratung leisten können. Das werden sie können. Die Übernahme der Dolmetscherkosten war hier gar nicht die Frage.
Jeder Tag Dolmetscher kosten 480,-- € . Bei drei Tagen sind das 1440,-- €. Eine Beratung durch einen Anwalt hierzu wird nicht so viel kosten.
Wie kommst du im übrigen auf drei Tage ? Laut Sachverhaltsdarstellung hat das Mädchen mit der Schule am 1.August angefangen.Das Gericht hat entschieden, dass ab 20.9. die Kosten zu übernehmen sind.

...ob das Schulgeld wirklich so "klein" ist, wie du behauptest, kann ich nicht beurteilen. Der Name der Schule wurde immer geschwärzt, während alle anderen Schulen namentlich genannt wurden.

...dass das Sozialgericht kostenfrei ist, wissen wir aus der Vielzahl von SGB -Prozessen, die dort schon rund um das CI/Hörschädigung etc geführt wurden. Dennoch hilft eine Rechtsschutzversicherung und eine Rechtsberatung - und vertretung durch einen Anwalt. Auch das wissen wir hier zu gut. Das war damit gemeint.

Die wichtigste Aussage und von wirklicher Bedeutung ist der Hinweis, dass die Gesetze ausreichend sind. Dem zur Folge wird auch eine mögliche Beschwerde abgewiesen werden.

Ich lege keinen Wert auf eine Fortsetzung der Diskussion mit dir und du musst auch die Fragen nicht beantworten.
Wir sollten das u.a auch aus Respekt vor den betroffenen Eltern nicht fortsetzen und denjenigen , die hier an einer Sachdiskussion interessiert sind.
In der Sache selber werden wir erleben, dass das Gericht für die Eltern entscheidet.

Gruss
Manfred

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
24 Okt 2010 23:11 #21210 von KarinKestner
KarinKestner antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo Manfred,

- wenn du die Vertretung übernommen hast, dann steht dein Name an der geschwärzten Stelle hinter dem Wortlaut "verteten durch" . Ist das richtig ? Oder wer steht da ?

Die Eltern! Das Kind wird vertreten durch die Eltern!

....zu dem Einkommen stellt das Gericht u.a fest ...

" dass auch in Anbetracht des Jahreseinkommens der Erziehungsberechtigten auf der Grundlage der vorgelegten Bescheinigung des Steuerberaters von keinem "Nachholbedarf" ausgegangen werden kann.


Da ging es um die Tage der Verdolmetschung vor dem Antrag! Das Kind wurde in Bayern eingeschult, die Schule begann am 15.September. Erster Tag für Anfänger war der 16. 9.! Drei Tage!

Wir mussten schnell handeln, da ein paar Tage vor der Einschulung die Ablehnung der Kosten für Dolmetscher vom SA kam. (Übrigens vor 1,5 Jahren ca. beantragt.)


Die wichtigste Aussage und von wirklicher Bedeutung ist der Hinweis, dass die Gesetze ausreichend sind. Dem zur Folge wird auch eine mögliche Beschwerde abgewiesen werden.

Dein Wort in Gottes Ohr! Ich denke, das hoffen wir alle.
Und bitte versuche doch einmal mich nicht unsachlich anzugreifen, es geht hier nicht um mich, sondern um das Kind und die Eltern!
Gruß Karin

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
24 Okt 2010 23:12 - 24 Okt 2010 23:41 #21211 von dorothea
dorothea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
GELÖSCHT
es war unbeabsichtigt etwas ins Forum geraten, was da nicht rein sollte.
Sorry!
Dorothea
Letzte Änderung: 24 Okt 2010 23:41 von dorothea. Begründung: Irrtüml. ins Forum geratener Text

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
24 Okt 2010 23:15 #21212 von KarinKestner
KarinKestner antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Nachtrag: ich glaube, dass die Gesetze ausreichend sind - JA! Trotzdem wird den Eltern das Leben schwer gemacht und mit unglaublichen Vorwürfen - wie Kindeswohlgefährdung das Wohl und die Bildung des Kindes und die Nerven der Eltern kaputtgemacht.
Du hast keine Ahnung was dort abging in dem letzten halben Jahr.
Ich wünsche es niemandem so behandelt zu werden. Niemandem!

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
24 Okt 2010 23:17 - 24 Okt 2010 23:44 #21213 von dorothea
dorothea antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
GELÖSCHT!
Sorry
Dorothea
Letzte Änderung: 24 Okt 2010 23:44 von dorothea. Begründung: wg. irrtümlich ins Forum geratenem Text

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
25 Okt 2010 00:47 - 25 Okt 2010 01:10 #21214 von Gudrun
Gudrun antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Liebe Maike, bitte reiße meine Sätze nicht aus dem Zusammenhang raus.

Maike schrieb:

wieso? Aus welchen Gründen sollte Dir dann unterstellt werden, Du seist gegen das CI? Ich verstehe das nicht. Wenn wir den Mund auftun, um hier auf bestehendes Unrecht hinzuweisen, hat das mit CI pro oder kontra GAR NICHTS zu tun.


Hast du die Sätze davor auch gelesen...? Deine Antwort passt nicht zu dem, was ich geschrieben abe, denn ich bin sehr wohl bereit, den Mund aufzumachen. Meine Fragen habe ich nicht nur so gestellt, sondern sie sind durchaus ernst gemeint.

Im Übrigen bin ich nicht so passiv, wie Dorothea glaubt, ich posaune es hier nur nicht raus, wenn ich "draußen" in irgendeiner Form aktiv bin. Schließlich möchte ich mir hier auch ein Stückchen Anonymität bewahren...

Aber jetzt ruft mich erst mal mein Bett, morgen ist ein langer Arbeitstag...

gehörlos geboren, mit 2 HG aufgewachsen, jetzt CI rechts seit 09/2007 (erst Freedom, dann Nucleus 5), HG links
Letzte Änderung: 25 Okt 2010 01:10 von Gudrun.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
25 Okt 2010 07:42 #21216 von Momo
Momo antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo miteinander,

es ist schade, dass hier, obwohl wir uns alle einig sind, hier gestritten wird.
Genau deshalb halten sich sicher auch viele Eltern mit Beiträgen zurück.

Nur mal so am Rande aus Sicht einer Mutter: Gesetz ist das eine, aber was wird den Eltern da psychisch angetan. Darum geht es doch auch, oder nicht? Oder ist das für dich, Manfred, in Ordnung was da vor sich geht? Sicherlich nicht. Nur was hilft es den Eltern in ihrer Lage theoretisch zu wissen, dass das Gesetz auf ihrer Seite steht? Schriftlich werden sie das erst in ein paar Jahren bekommen (meines Wissens dauert das oft so lange). In der Zwischenzeit werden sie sich immer wieder damit befassen müssen, immer wieder Vorladungen ertragen und abwehren müssen und vor allem sich immer wieder Gedanken darüber machen- und glaub mir das zermürbt und kann sehr belastend sein. Sollte man sich nicht auch dagegen wehren, dass mit hg Kindern (und deren Eltern) so umgegangen wird, dass ihnen solches (emotionales) Leid zugefügt wird?

Momo

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
25 Okt 2010 07:45 - 25 Okt 2010 07:46 #21217 von Momo
Momo antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
P.S.: Zum Thema "Schulgeld": es gibt auch hier kirchliche Privatschulen. Dort wird pro Monat ein Schulgeld von ca. 40 Euro im Monat erhoben.
Letzte Änderung: 25 Okt 2010 07:46 von Momo.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
25 Okt 2010 10:35 - 25 Okt 2010 10:56 #21218 von Manfred
Manfred antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Momo...

natürlich ist mir das Wohl der Eltern nicht egal. Der Rechtsweg ist nicht die einzige Möglichkeit , aber er muss verfolgt werden. Und es ist schon einmal gut zu wissen, dass die Rechtslage hier eindeutig ist.
Ich kenne die Eltern nicht und bin aufgrund der langjährigen Erfahrungen, die wir mit dem Wahrheitsgehalt der Äusserungen von Karin Kestner gemacht haben, skeptisch in Bezug darauf, wie die Darstellungen von ihr kommen.
Ich würde den Eltern in jedem Fall raten einen versierten Anwalt hinzuzuziehen. Wir haben das zB im Bereich der Bewilligung des 2. CI erlebt, wenn der Anwalt Kochs sich eingeschaltet hat.
Neben der Einreichung einer "Einstweiligen Anordnung" und einer Klage besteht hier die Möglichkeit Dienstaufsichtsbeschwerden einzureichen.Die Anordnungen und Dienstaufsichtsbeschwerden dauern nicht jahrelang.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit die Thematik grundsätzlich aufzugreifen. Das können wir auch machen, indem wir entsprechende Informationsgespräche im Bereich der zB Politik oder Funktionsträger führen.

Für mich wäre noch die Frage wichtig, ob Eltern tatsächlich über das gesamte Spektrum "OP und hören mit dem CI" informiert sind und sich auch mit u.a. der Frage beschäftigt haben, welche Antwort sie ihrem Kind geben wollen, wenn es sie möglicherweise später vorwurfsvoll fragt, warum man ihm die Möglichkeit des Hörens vorenthalten hat.Ich habe ja schon erwähnt, dass wir immer wieder darauf von Jugendlichen angesprochen werden, ob nicht doch eine OP möglich ist, auch wenn sie schon älter sind.

Noch immer gibt es besonders auch bei den Gehörlosen Vorurteile gegenüber dem CI, die sachlich nicht haltbar sind. Es geht dabei nicht darum sie "zu überreden", aber sie sollten schon ausreichend informiert sein und sich auch über die möglichen Konsequenzen im klaren sein,wenn sie von ihrem dann erwachsenen Kind entsprechend gefragt werden.
Ich würde allen Eltern raten, direkt ein CIC aufzusuchen und sich mit betroffenen Eltern direkt zu unterhalten. Kinder dabei direkt zu erleben, wie sie mit dem CI umgehen und Hörerfolge und-erlebnisse verspüren.Ich habe schon mehrfach erlebt, dass zB Mütter in Tränen ausbrechen, weil das Kind durch das Hören auch das Sprechen erlernt und es zB Mama sagt. Das sollte man einmal auf sich wirken lassen und in seine Überlegungen/Erfahrungen mit einbeziehen, wenn man vor der Entscheidung steht.
Im CIC Hannover werden die Eltern zudem auch auf die zusätzlichen Möglichkeiten mit der Gebärdensprache hingewiesen und es wird angeraten , auch bestimmte Gebärden zu erlernen und anzuweden, wenn das Kind zB in der Badewanne kein CI trägt o.ä. .

Herzliche Grüße
Manfred
Letzte Änderung: 25 Okt 2010 10:56 von Manfred.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
25 Okt 2010 10:45 #21219 von andrea_gordon
andrea_gordon antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo!

Hupps, hier war ja richtig was los, seit Donnerstag, mußte erst mal nachlesen.

Zum Einen muß ich Momo recht geben.

es ist schade, dass hier, obwohl wir uns alle einig sind, hier gestritten wird.
Genau deshalb halten sich sicher auch viele Eltern mit Beiträgen zurück.


Die Streiterei + die Gefahr gleich persönlich angegriffen zu werden nervt mich total.
Jeder schreibt hier seine Meinung, oder auch nicht und das ist völlig ok so.

Zum Anderen fühle ich mich durch Manfreds Beitrag sehr verstanden:

Alle Eltern, vor allem auch die die sich für die Op entschieden haben, mussten mit der Angst leben, dass vielleicht etwas passieren könnte. Sie haben sich dazu durchgerungen, weil sie für ihre Kinder mehr Möglichkeiten in einer hörenden Welt gesehen haben. Sie haben sich dazu entschlossen, obwohl sie diese Ängste hatten .
Diese Eltern haben dann erlebt, wie die Kinder mit dem CI aufgewachsen sind und den Kindergarten und die Regelschule etc besucht haben. Ich kann mir vorstellen, dass diese Eltern nachträglich sehr froh waren, dass sie für ihre Kinder so entschieden haben. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Eltern es bedauern, wenn anderen Kindern das vorenthalten wird und sie weniger Verständnis für Eltern haben, die so entscheiden.
Das ist völlig unabhängig davon zu sehen, dass niemand anders das entscheiden darf.Da werden u.a. auch alle Eltern einer Meinung sein.



Genauso sehe ich das auch! Natürlich hat jeder das Recht auf körperliche Unversehrtheit und niemand kann über den Kopf der Eltern hinweg entscheiden.

Trotzdem stimmt es mich traurig, wenn Eltern ihre Kinder nicht implantieren lassen, vorausgesetzt, sie haben ausgiebig getestet ob es mit HG nicht doch in die Lautsprache kommt.

Ich finde es wird die einmalige! Chance vertan Sprechen zu Lernen.

Nicht falsch verstehen: Ich liebe die DGS. Es ist eine ganz tolle und vor allem prosaische Sprache.

Aber wenn die Kids in gl-Elternhaus zweisprachig aufwachsen bzw. im hörenden Elternhaus lautsprachlich mit unterstützender LBG oder sogar DGS (wenn die Eltern das leisten können)
finde ich das optimal.

Deshalb finde ich es ungeheuer wichtig, sicherzustellen, daß allen betroffenen Eltern umfassend informiert werden. Und dies am Besten durch unabhängige Institutionen.
Vielleicht sollte man an dieser Stelle Hebammen und Kinderärzte und Pädakustiker mit ins Boot nehmen.

Insofern, daß diese wissen wo eine neutrale Beratung angeboten wird.

Unser Pädakustiker hat uns zu unserer Frühförderstelle geschickt, welche dann aber leider das Wort
Gebärden überhaupt nicht in den Mund genommen hat, soviel zum Thema neutra, schade!

Die Entscheidung der Eltern ist nach neutraler Beratung dann natürlich zu akzeptiern, immer
unter der Voraussetzung, daß dem Kind überhaupt eine Sprache im ausreichende Umfang angeboten wird.
Weil, wenn dies nicht geschieht (Bsp.: gl Kind ohne CI bei ls-Elternhaus) sehe ich tatsächlich eine
Kindswohlgefährdung.

Das eine Institution aber Kindswohlgefährdung vorschiebt, obwohl ein Kind ausreichend kommunizieren kann, nur um Kosten zu sparen ist natürlich ein absolutes NO GO!

Es wird in der Politik soviel Geld aus dem Fenster geschmissen, daß ich das Sparen an Dolmetschern,
Integration und dem Bildungswesen im Allgemeinen sowieso als beschämend in einem Land wie unserem empfinde. Es macht mich wütend!

Da sieht man eben, wo in diesem Land die Prioritäten liegen. Das ist keine Demokratie, das ist eine
Lobbykratie. Und Behinderte und Kinder haben eben nicht solch starke Lobby wie z.B. die Wirtschaft.

Ich könnte dazu noch viel schreiben... - ist aber nicht gut für meinen Blutdruck ;-)

Ich frage mich, macht es Sinn, einen offenen Brief zu schreiben, unsere Standpunkte darzulegen und dann zu veröffentlichen, vieleicht auch den zuständigen Minister um eine Stellungnahme zu bitten?

Hier im Forum gibt es viel Streit und es wird sicher schwierig "unsere Standpunkte" zu formulieren.
Und wer wäre der Absender? Der HCIG e.V. vieleicht, k.A.?

Freue mich auf sachliche Beiträge.

Liebe Grüße Andrea

Mirko 1.CI 2007, Revision 2008, 2.CI 2010

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
25 Okt 2010 15:19 #21220 von Momo
Momo antwortete auf das Thema: Aw: kein CI für gl Kind = Kindeswohlgefährdung?
Hallo zusammen,

Manfred schrieb:

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit die Thematik grundsätzlich aufzugreifen. Das können wir auch machen, indem wir entsprechende Informationsgespräche im Bereich der zB Politik oder Funktionsträger führen.

Das würde ich sehr begrüßen.

Manfred schrieb:

Für mich wäre noch die Frage wichtig, ob Eltern tatsächlich über das gesamte Spektrum "OP und hören mit dem CI" informiert sind

Die Frage kann ich dir natürlich in dem konkreten Fall nicht beantworten. Aber auch das ist meiner Meinung nach großes Problem in der Betreuung hörgeschädigter Kinder: es gibt keine neutrale Aufklärung oder zumindest nur selten. Und manchmal ist es egal wie man entschieden hat als Eltern irgendeiner hat immer was dagegen zu setzen und das ist auch oft sehr mühsam...
Daher würde ich es sehr begrüßen mehr neutrale Beratung für Eltern zu haben, weder einseitig pro Ci, noch einseitig nur dagegen.

Manfred schrieb:

Noch immer gibt es besonders auch bei den Gehörlosen Vorurteile gegenüber dem CI, die sachlich nicht haltbar sind. Es geht dabei nicht darum sie "zu überreden", aber sie sollten schon ausreichend informiert sein und sich auch über die möglichen Konsequenzen im klaren sein

Gilt das aber nicht auch andersherum für die Hörenden gegenüber den GL und ihrer Sprache und Kultur?

Manfred schrieb:

Ich würde allen Eltern raten, direkt ein CIC aufzusuchen und sich mit betroffenen Eltern direkt zu unterhalten. Kinder dabei direkt zu erleben, wie sie mit dem CI umgehen und Hörerfolge und-erlebnisse verspüren.Ich habe schon mehrfach erlebt, dass zB Mütter in Tränen ausbrechen, weil das Kind durch das Hören auch das Sprechen erlernt und es zB Mama sagt. Das sollte man einmal auf sich wirken lassen und in seine Überlegungen/Erfahrungen mit einbeziehen, wenn man vor der Entscheidung steht.

Dann müsste man aber fairer Weise auch Kontakt zu den Eltern aufbauen, deren Kinder trotz Ci nicht in die LS kamen und denen es manchmal dann bis zur Einschulung an altersgerechter Kommunikation fehlt- die gibt es nämlich auch.
Und es gibt auch die Mütter, die in Tränen ausbrechen, weil die geweckten hohen Erwartungen an das Ci nicht eintreffen.
Und man sollte auch Familien zeigen, die ihre Kinder ohne Ci mit DGS aufwachsen lassen und genauso glücklich sind.
Versteh mich nicht falsch, mein Sohn hat ja auch ein Ci bekommen, ich bin also im Prinzip ein Befürworter des Cis. Trotzdem wurde ich nie neutral aufgeklärt über das Thema hörgerichteter Sprachansatz gegenüber bilingual, geschweige denn DGS ohne Ci und GL-Welt. Kontakte zu erwachsenen GL oder zu Eltern mit Kindern, die mit DGS ihre Muttersprache haben oder zu Leuten, die den bilingualen Ansatz vertreten hätte ich auch heute keinen Kontakt und keine Ahnung/ Einblick, hätte ich mich nicht selbst sehr gekümmert.... Nur nicht jeder hat die Kraft, Geduld, Muße oder wie ich es auch nennen soll dazu.

Manfred schrieb:

ob Eltern ...sich auch mit u.a. der Frage beschäftigt haben, welche Antwort sie ihrem Kind geben wollen, wenn es sie möglicherweise später vorwurfsvoll fragt, warum man ihm die Möglichkeit des Hörens vorenthalten hat.

Ja, darüber sollte man sich Gedanken machen, klar.
Genauso aber sollte man sich fragen: kann ich damit leben, wenn meinem Kind bei der OP (oder bei einer der evtl. nötigen FolgeOPs) etwas passiert?
Kann ich damit leben, wenn etwas schief geht?
Und was sage ich meinem Kind, wenn vielleicht das Ci irgendwann entfernt werden muss (aus welchem Grund auch immer) oder keine Reimplantation mehr möglich ist und mein Kind mich dann nicht fragen kann (nur schriftlich) warum er nie DGS gelernt hat?

So was wie Gudrun schreibt, trifft mich als Mutter sehr und macht mir Sorgen, wenn ich dabei an mein Kind denke: Gudrun schrieb:

(Eins weiß ich aber, wenn mein CI ausfallen würde und eine erneute CI-OP nicht mehr möglich sein sollte, wäre das für mich eine Katastrophe - aber ich wusste vor der OP, dass ich dieses Risiko eingehen würde.)

Ich bin mir nicht sicher, dass das Eltern die für ihr Kind entscheiden so gesagt wird/ wurde. Mir nicht.
Deshalb würde ich das, was Andrea-Gordon schreibt so mitunterschreiben:
andrea_gordon schrieb:

...finde ich es ungeheuer wichtig, sicherzustellen, daß allen betroffenen Eltern umfassend informiert werden. Und dies am Besten durch unabhängige Institutionen.
Vielleicht sollte man an dieser Stelle Hebammen und Kinderärzte und Pädakustiker mit ins Boot nehmen.
Insofern, daß diese wissen wo eine neutrale Beratung angeboten wird.

Unser Pädakustiker hat uns zu unserer Frühförderstelle geschickt, welche dann aber leider das Wort
Gebärden überhaupt nicht in den Mund genommen hat, soviel zum Thema neutra, schade!

Die Entscheidung der Eltern ist nach neutraler Beratung dann natürlich zu akzeptiern, immer
unter der Voraussetzung, daß dem Kind überhaupt eine Sprache im ausreichende Umfang angeboten wird.


Natürlich ist es eine sehr emotionale Diskussion.
Ich denke auch es geht hier ja nicht um die Fragen,
ob ein Ci immer die bessere Wahl ist
ob die Entscheidung der Eltern unserer Meinung entspricht,
sondern es geht darum, dass trotz eindeutiger Rechtslage den Eltern „das Leben zur Hölle“ gemacht wird.

Vielleicht mahct es wirklcih mal Sinn einen offenen Brief zu schreiben, im Namen von Eltern sh/ gl Kinder???, in dem auf die Missstände in der Beratung, Begleitung und Beschulung hg Kinder hingewiesen wird?
andrea_gordon schrieb:

Ich frage mich, macht es Sinn, einen offenen Brief zu schreiben, unsere Standpunkte darzulegen und dann zu veröffentlichen, vieleicht auch den zuständigen Minister um eine Stellungnahme zu bitten?
Hier im Forum gibt es viel Streit und es wird sicher schwierig "unsere Standpunkte" zu formulieren.
Und wer wäre der Absender? Der HCIG e.V. vieleicht, k.A.?

Gute Frage.

In diesem Sinne
Freundliche Grüße
Momo mit Sohn (1 Ci seit 2009)

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Moderatoren: ChrisHSusanneHerms
Ladezeit der Seite: 0.370 Sekunden
Powered by Kunena Forum