Euer Bild über CI

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01 Apr 2012 23:18 - 01 Apr 2012 23:20 #24464 von Gudrun
Gudrun antwortete auf das Thema: Aw: Euer Bild über CI
Liebe Dorothea, ich schrieb unmissverständlich, dass es vom Menschen bzw. von der Situation abhängt, wie meine Antwort ausfällt. Du kannst dir gewiss sein, dass ich mich im Normalfall für die freundliche Variante entscheide. Aber wenn ich nicht freundlich sein möchte, möchte ich es auch nicht sein müssen. Allerdings ist es auch so, dass manche (!) Menschen Klartext benötigen, um zu begreifen, dass ihr Verhalten fehl am Platze war.

gehörlos geboren, mit 2 HG aufgewachsen, jetzt CI rechts seit 09/2007 (erst Freedom, dann Nucleus 5), HG links
Letzte Änderung: 01 Apr 2012 23:20 von Gudrun.

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02 Apr 2012 14:28 #24469 von DagiB
DagiB antwortete auf das Thema: Aw: Euer Bild über CI
Hallo alle zusammen.

Ich glaube, dass jeder hörgeschädigte/gehörlose individuell für sich persönlich seinen weg finden muss, mit hörgeschädigten umzugehen. ob jetzt offensiv oder eher defensiv, mnuss man herausfinden, bzw, die hörenden personen reagieren auch unterschiedlich auf kommunikation mit hörgeschädigten.

meine erfahrung ist: was ich nicht hören kann, sage ich sofort, ohne bewertung und bitte um hilfe bzw. wiederholung. allerdings gebe ich zu, dass das bei mir eher selten geschieht. wenn der hörstatus aber so sein sollte, dass man des öfteren nicht mitkommt, ist es wohl am besten, mit der umwelt ein procedere auszuarbeiten, welche hörbedürfnisse man hat.
ich habe mir auch abgewöhnt, mich darüber zu ärgern, wie mein hörvermögen von anderen eingeschätzt oder bewertet wird. das geht zu sehr an meine substanz, und das muss ich mir nicht antun und komme so damit gut zurecht.

jetzt aber zu der eigentlichen frage von Jeannie. ich vermisse eine antwort ihrerseits über eure vielen statements.

JEANNIE, es wäre toll, wenn du noch einmal deine meinung zu den verschiedenen Postings äußerst. Es gibt Hörende, die sich sehr viel Mühe geben, sich in Hörgeschädigte hinein zu versetzen. Das ist ein Versuch, den man mit "zugestöpselten" ohren probieren kann nachzuempfinden.anders herum finde ich das schwieriger. denn ein geburtsgehörloser hat noch nie gehört und ob er dann das hören guthörender nachempfinden kann? es geht ja nicht nur um kommunikation mit anderen menschen sondern die unendliche vielfalt an tönen/geräuschen, die das hören zusätzlich ausmachen.da fällt mir nur der vergleich ein, wie ein geburtsblinder jemand anders die farben beschreiben möchte. ein CI für einen geburtsgehörlosen erwachsenen ist ein ganz spezielles thema.

JEANNIE, es würde mich sehr interessieren, weshalb du gefragt hast. interessierst du dich für ein CI oder möchtest du eine pro- und contra-diskussion ohne bewertung?

lg an alle
DagiB

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02 Apr 2012 14:29 #24470 von DagiB
DagiB antwortete auf das Thema: Aw: Euer Bild über CI
Sorry, ich meinte natürlich in meinem ersten satz, wie ein hörgeschädigter mit hörenden umgehen möchte!

lg DagiB

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03 Apr 2012 08:36 #24471 von Nici
Nici antwortete auf das Thema: Aw: Euer Bild über CI
Hallo Jeannie,
ich bin Mutter einer 8-jährigen Tochter, die ab dem 2. Lebensjahr langsam ertaubt ist. Wir sind alle hörend und mein 7-jähriger Sohn hört auch normal. Mit 4 und 6 Jahren hat mein Kind je 1 CI bekommen.
Ich habe 2 Jahre lang miterleben müssen, wie unglücklich meine Tochter taub ist, sie war völlig in sich gekehrt, wollte nicht mehr spielen, nicht mehr lachen, einfach UNGLÜCKLICH!!!! So haben wir nach SEHR reiflicher Überlegung als Familie den Entschluß getroffen, die CI-OPs in Hannover machen zu lassen. Wäre sie glücklich als Gehörlose gewesen, hätten wir eben alle DGS gelernt und fertig.
Ich denke so entscheiden alle Eltern, ob es nun der richtige Weg ist, weiß man vorher leider nicht. Bei uns ist es Gott sei Dank der Richtige. Meine Tochter spricht wie ein gleichaltriges Kind, sie geht in die 2. Klasse Regelschule und ist Klassenzweitbeste.

Übrigens ist es aber sehr viel Arbeit für das Kind und die Eltern, weil nur CIs dran und losgehts - gibts nicht. CI-Reha, Logopädie, Reittherapie (Gleichgewichtsstörung), Frühförderung, Hörübungen (ständig) ... da kamen bei uns 5 Therapien die Woche zusammen, aber es lohnt sich und dem Kind muss es Spaß machen, es darf nicht überfordert werden. Wir machen jetzt mittlerweile garnichts mehr, nur Hobbyreiten und die normalen Prozessoranpassungen alle 3-6 Monate.

Ich hoffe, ich habe nicht ganz so wild durcheinander geschrieben, bin auf Arbeit und muß immer das Fenster wegklicken, wenn Chefchen reinkommt :woohoo:

Liebe Grüße. Nicole

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03 Apr 2012 13:46 - 03 Apr 2012 13:59 #24473 von Momo
Momo antwortete auf das Thema: Aw: Euer Bild über CI
hallo
ich möchte gerne zunächst zu nicis posting was fragen:
meinst du nicht, dass es eher die unfähigkeit zu kommunizieren war, die deine tochter unglücklcih gemacht hat?

meine persönliche meinung: ein gl kind kann gl genauso glücklich sein wie ein kind mit ci. wichtig ist nur, dass ihm eine kommunikationsmöglichkeit zur verfügung steht, damit es angemessen mit seiner umwelt (das ist ja zunächst die mutter/ familie) in kontakt treten kann. bietet man dem kind diese aber nicht an kann es sich nicht richtig entwickeln und ist isoliert und unglücklich.
habt ihr -nici- es denn mit gebärden versucht bzw. wie konnte deine tochter ausreichend kommunizieren? stutzig mach mich deine aussage "dann hätten wir halt gebärden gelernt".

zum thema selbst: das problem ist, dass wir als eltern eine entscheidung für unsere kinder treffen müssen, weil sie meist so klein sind, dass sie selber nicht entscheiden können.
dabei ist man vielen meinungen versch. fachleute ausgesetzt:
der eine sagt "auf keinen fall gebärden"
der nächste sagt "auf jeden fall gebärden"
ein dritter sagt "ci so früh wie möglich"
ein anderer dann wieder "auch lasst euch zeit"
usw. usw.
selten aber hört uns mal jemand wirklich zu, ohne vorgefertigte "allgemein gültige" meinung zum thema. selten ist die beratung der fachleute wirklich individuell auf die jeweilige situation, familienkonstellation, soziales umfeld usw. bezogen. meist sind es eher so pauschale empfehlung "für alle gleich".

meiner meinung liegt das problem in der beratung der eltern:
die hörenden hno ärzte und pädagogen können sich in die eltern nicht einfühlen, haben ihren standpunkt der unumstößlich ist.
auf der anderen seite dann die gl erwachsenen (die dgs als sprache haben) können die sorgen/ nöte hörender eltern mit einem gl kind auch nicht nachempfinden. außerdem kommt man mit dieser gruppe gar nicht wirklich in kontakt.
die liste könnte man fortführen...
was fehlt ist jemand der zuhört, sich zeit nimmt die familie mit allem drum und dran kennen zu lernen. der ohne eine vorgefertigte meinung was richtig ist an beratung herangeht (ich weiß, ist fast unmöglich).

es fehlt eine neutrale instanz, die gemeinsam mit den eltern das für und wider für dieses individuelle kind aufstellt, um zu entscheiden.
dazu gehört es auch kontakte zu anderen familien herzustellen mit unterschiedlichen entscheidungsfindungen (d.h. sowohl welche mit ci kindern als auch welchen die sich dagegen entschieden haben), aber auch zu versch. fördereinrichtungen und auch zu erwachsenen hörgeschädigten (mit und ohne ci, dgs oder lautsprache als muttersprache).
dazu gehört meiner meinung nach aber auch, dass es für beide wege entsprechende unterstüzungsmaßnahmen geben muss- und da fängt es ja schon an: welche sh schule bietet dgs oder bilinguale Frühförderung an. wo gibt es anbieter für haus/ familiengebärdenkurse? dagegen für die hörgerichtete ff und ci reha gibt es immer ein angebot.

und wirklich wissen was in unseren kindern vorgeht werden wir nie als hörende eltern. das sollte uns bewusst sein. sicher kann man versuchen sich in sie hineinzudenken und hat sicher auch eine gewisse vorstellung wie es sein muss nicht (gut) zu hören, aber wissen tun wir es nicht. und diese einsicht ist auch ein erster schritt des respekts seinem kind gegenüber. außerdem finde ich es genau deshalb wichtig auch zu erwachsenen sh/ gl kontakt zu haben, um in ihnen vielleicht eine art "begleiter/ vermittler" zu haben, besonders wenn die kinder noch klein sind und ihre bedürfnisse/ probleme ncht selber gut äußern können.
ich glaube einfach, und uns passiert es auch manchmal, dass man an viele sachen einfach im alltag nicht denkt, ohne es böse zu meinen. daher finde ich die aussage "gegenseitiges verständnis und rücksichtnahme" ein absolutes muss für ein gutes miteinander. und noch ganz wichtig: die verschiedenen lebenswege sollten nicht bewertet werden, sondern es ist mal an der ezit toleranz zu zeigen und nicht immer mit hoch erhobenem zeigefinder auf eltern zu ziegen so nach dem motto "selber schuld, du hättest ja...". aber so ist es leider in deutschland auch heute noch, es wird bewertet, vergleichen, usw.

grüße
momo mit sohn (11 jahre, ein ci seit 2009)
Letzte Änderung: 03 Apr 2012 13:59 von Momo.

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03 Apr 2012 14:45 - 03 Apr 2012 14:47 #24474 von Late
Late antwortete auf das Thema: Aw: Euer Bild über CI

Momo schrieb: hallo
meine persönliche meinung: ein gl kind kann gl genauso glücklich sein wie ein kind mit ci. wichtig ist nur, dass ihm eine kommunikationsmöglichkeit zur verfügung steht, damit es angemessen mit seiner umwelt (das ist ja zunächst die mutter/ familie) in kontakt treten kann. bietet man dem kind diese aber nicht an kann es sich nicht richtig entwickeln und ist isoliert und unglücklich.
habt ihr -nici- es denn mit gebärden versucht bzw. wie konnte deine tochter ausreichend kommunizieren? stutzig mach mich deine aussage "dann hätten wir halt gebärden gelernt".


Naja, Nici hat ja genau das getan, eine Kommunikationsmöglichkeit zum existierenden Kommunikationsmodell der Familie angeboten. Indem ihr Kind ein CI bekam wurde eine Integration in diese nunmal bereits gegebene Familie erleichtert/ermöglicht. Von daher war diese Entscheidung eine gute Entscheidung. Das Kind war unglücklich weil es sah/spürte das es anders war als seine engsten Bezugspersonen. Dieses Gefühl entsteht wahrscheinlich noch weit vor der eigentlichen Kommunikationshürde. Genauso würde ich einer existierenden GL-Familie mit einem GL Kind nicht adhoc raten das Kind mit einem CI zu versorgen. Eine funktionierende GL-Familie bietet einem GL Kind alles was es braucht ohne jedes defizitäre Element. Und ja, das beide Kinder gleichermassen glücklich aufwachsen und später leben können steht ausser Frage! Es gibt numal verschiedene Modelle im Leben und (nochmal ja) eine objektive Bewertung ist nicht wirklich möglich geschweige denn angezeigt.

Gruß, Late
Letzte Änderung: 03 Apr 2012 14:47 von Late.

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03 Apr 2012 16:35 #24475 von Momo
Momo antwortete auf das Thema: Aw: Euer Bild über CI
hallo late

ich bezweifle, dass es einem max. 4 jährigen kind wirklich bewusst ist, dass es anders ist und es wirklich darunter leidet. auch mit cis ist und bleibt sie anders als alle anderen. und auch mit ci wird sie nicht "normal" hören bzw. es gibt situationen da wird sie die cis ablegen müssen, z.b. nachts und im schwimmbad. also bleibt sie anders. wäre das der grund wäre sie auch nach der op nicht glücklcih 8wenn es mal überspitzt sieht). außerdem sind ja auch viele gl kinder hörender eltern, die sich gegen cis entschieden haben glücklcihe kinder. dort muss sich dann eben die familie auf eine andere art der kommunikation, nämlcih mittels gebärden, einlassen, um eine gute kommunikation zu sichern. denn sehr wohl wird ein kind leiden, wenn es merkt, dass es nicht verstanden wird und eben eine grundlage der kommunikation fehlt.
daher meine frage bzw. these, dass es nicht die gl ist/ war, die nicis tochter unglücklcih gemacht hat, sondern die grenzen, an die man stößt, wenn man keine möglichkeit hat mit seiner umwelt (in diesem fall ja erstmal die familie) zu kommunizieren. was mich dabei eben stutzig gemacht hat, ist dass sie scheinbar schon länger unglücklich war (worüber auch immer), aber die eltern evtl. vorgehabt hätten gebärden zu erlernen. da drängte sich mir die frage auf wie vorher kommuniziert wurde, und ob eben die fehlende oder unzureichende kommunikationsmöglichkeit dann nicht eher zumindest hauptursache des unglücklichseins war..

ich verurteile keinesfalls nicis entscheidung ihrem kind ein bzw. zwei cis implantieren zu lassen. (siehe in meiner unterschrift oben: mein sohn trägt auch ein ci). ich sehe es wie du, dass die ci op eine (von mehreren) möglichkeit ist eine gemeinsame kommunikation zu schaffen, vorrausgesetzt es funktioniert. es gibt ja auch kinder die trotz früher implantation usw. keine altersgerechte lautsprache entwickeln.

ich bin für meinen sohn total froh, dass es die möglichkeit ci gibt. wir hatten das glück, dass er zum zeitpunkt der implantation schon so alt war, dass er selber den wunsch geäußert hat ein ci zu bekommen. die entscheidung dafür haben wir noch nie bereut und er ist damit auch sehr glücklich. vorher war kommunikation für ihn schon auch sehr anstrengend, insbesondere dann wenn viele leute zusammen waren.

grüße
momo mit 11-jährigem sohn, ci seit 2009

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03 Apr 2012 18:39 #24476 von DagiB
DagiB antwortete auf das Thema: Aw: Euer Bild über CI
hallo late und momo,

ich verstehe beide seiten gut. die problematik, die sich bei kindern stellt ist folgende. wenn ein kleines kind GL ist (ggf. von geburt an), gibt es nur die möglichkeit CI im frühkindlichen alter und dann kommt es sehr gut in die sprache und das hören ODER die integration in die welt der GL, was ggf. wenn die eltern auch GL sind für die familie die bessere entscheidung sein mag. die fachleute sprechen davon, dass sich die synapsenverbindungen im gehirn für die sprach- und hörentwicklung sehr früh bilden. und ab einem bestimmten alter geht da nur noch wenig. die erfahrung zeigt, dass GL erwachsene, die seit ihrer kindheit GL sind, relativ wenig vom CI profitieren und das meist auch nur in der geräuscherkennung, aber nicht im freien sprachverständnis. FAZIT ist also für ein GL kind, wird es früh implantiert, lernt es in vielen fällen sehr gut sprache und hören und kommunikation mit hörenden und GL. die entscheidung für oder gegen CI muss aber zu einer zeit fallen, wo ein kind noch nicht selbst entscheiden kann: ich will ein CI! und das ist die frage für die eltern!!

ich als mutter von 4 kindern frage mich: wie hätte oder würde ich in so einem fall entscheiden. Da sollte man niemand kritisieren, aber wohl überlegen, was man für sich und seine kinder möchte. 3 meiner kinder sind guthörend. eine tochter hat als erwachsene frau ein CI bekommen. aber meine tochter(einseitig implantiert) und ich (beidseitig implantiert) sind beide erst nach der sprachentwicklung progredient an taubheit grenzend schwerhörig geworden. und das kann man nicht mit GL vergleichen. aber in puncto zu wissen, was es bedeutet hören zu können und (fast) nichts hören zu können, kann ich ganz bestimmt ein wort mitreden.

also gut ding will weile haben. und man kann nie von sich selbst auf andere schließen.und ich wage die these, als mutter 4 erwachsener kinder, man kann auch nicht als eltern so "mir nicht dir nicht" für seine kinder eine solche wichtige entscheidung treffen, ohne alle fakten zu überlegen.

ein schönen abend allerseits
eure dagib

OPUS 2 rechts 2005, links 2008

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04 Apr 2012 07:49 #24477 von Nici
Nici antwortete auf das Thema: Aw: Euer Bild über CI
Guten Morgen,
oh Mann, man darf aber auch kein bischen vergessen bei Euch, jedes Wort wird auseinander gepflückt - NATÜRLICH haben wir mit unserer Tochter gesprochen und gestikuliert usw. - ich bin sofort Rabenmutter und schreckliche Familie, das arme Kind hatte 2 Jahre lang keinen zum reden...
Ich werde mich hier nicht mehr zu Themen äußern.
Nicole

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04 Apr 2012 09:58 #24478 von Mattea
Mattea antwortete auf das Thema: Aw: Euer Bild über CI
Hallo Nici

Willkommen im Club der Allmächtigen :cheer:
Nimms mit Humor, nirgendwo nennt dich jemand eine Rabenmutter.

Gruß
Mattea

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04 Apr 2012 10:41 - 04 Apr 2012 10:47 #24479 von Momo
Momo antwortete auf das Thema: Aw: Euer Bild über CI
hallo nici (und anderen)

nein du bist natürlich keine rabenmutter! das hat aber auch niemand behauptet.
was ich sagen wollte ist, dass es vielleicht nicht das nicht hören war, sondern die eher schlechte kommunikation die unglücklich macht. damit wollte ich nicht dir die schuld zuweisen oder sowas. ich denke für uns als hörende eltern sit es auch schwieirig eine gute kommuniaktion mit einem gl kind zu gewährleisten. und da eben sprechen und "irgendwie gestikulieren" keine gute befriedigende kommunikation ist- für beide seiten, muss man sich natürlich überlegen wie man etwas daran ändern/ verbessern kann.
eine möglichkeit ist eben die implntation eines cis, um den lautspracherwerb zu erleichtern. und ja, da stimme ich Dagi zu, wir als eltern müssen schon recht schnell (was auch immer das genau heißen mag, denn auch da sind sich die beratenden sog. fachleute nicht einig)für unser kind entscheiden.
entscheidet man sich für cis bekommt man jede unterstützung, sowohl von den sh schulen (bzw. deren berastungsstellen) als auch seitens der klink/ hnos in punkto logo, reha und mehr. hier ist das problem, dass dann alle ratlos sind, wenn es dann nicht so läuft wie erwartet, denn ja, das gibt es auch. was ist denn, wenn trotz früher op, guter reha, richtiger einstellung usw. das kind nicht gut in die lautsprache kommt und die kommunikation immer noch nicht befriedigend gelingt?
noch "schlimmer" eigentlich, wenn sich eltern gegen ein ci entscheiden und eben mittels hgs und unterstützenden gebärden ihr kind fördern möchten, oder noch "schlimmer" eine bilinguale förderung wollen? dazu kann ich nur sagen_ hier bei uns hat man diese wahl eigentlich nicht, da es gar kein entsprechendes angebot gibt. es gibt vielleicht -wenn man glück hat- allgemeine frühförderstllen, die mit down kindern arbeiten und dadurch ein wenig fit sind in unterstützer kommuniaktion und das dann auch sh oder gl kindern anbieten können. die frühförderstelle der hiesigen sh schule bietet ggar keine hasufrühförderung an, nur eine krabbelgruppe alle 14 tage und ab und zu ein hausbesuch. die ff ist an allg. stellen "abgegeben". kommt das kind dann in den kiga wird auf jeden fall kein gebärdenangebot gemadht, von bilingual mal ganz zu schweigen. 1. der kiga und die sh schule steht voll auf dem ansatz hörgerichtete förderung für alle und 2. reicht die gebärdenkompetenz der erzieherinnen vielleicht noch für unterstützende gebärden, aber keinesfalls für bilinguale erziehung aus. tja und wo soll man dann hin mit seinem kind? wie soll das kind gebärden lernen und die familie? weiter geht es dann ja in der schule_ klassen mit unterrichtssprache dgs gibt es eigentlich gar nicht (mehr).

kurz man hat als eltern eigentlich keine freie entscheidung, wenn man seinem kind zumindest in irgendeiner form förderung zukommen lassen möchte. und man kann nur hoffen, dass ci und alles andere funktioniert.

unabhängig davon: ich bin nach wie vor froh, dass es das ci gibt. für meinen sohn ist und war es die richtige entscheidung. unsere persönliche meinung damsls war: er lebt in einer hörenden welt, wir sind eine hörende familie, die lautsprachig kommuniziert, genauso wie unsere freunde und verwandten. das wollten wir unserem sohn ncht vorenthalten (zumal er schon lautsprachig aufgewachsen war mit hilfe von hörgeräten vor dem, ci). wir wollten auch, dass er selbstständig im alltag klarkommt, mit fremden kommunizieren kann- ohne dolmetscher.(uns ist klar, dass er sicher nicht immer super zurecht kommt und evtl. auch auf dolmetscher zurückgreifen wird/ muss, aber eben nicht im alltag für jeden arztbesuch usw.). das ist aber unsere persönliche meinung und wir haben für uns so entschieden. unabhämgig davon hätten wir uns auch mehr gebärdensprachlcihe förderung gewünscht, da es immer wieder situationen gibt, wo auch mit ci schwierigkeiten auftreten. unser sohn hätte dann die möglichkeit dgs dolmetscher in anspruch zu nehmen- das bleibt ihm jetzt verwehrt. zwar nutzen wir zuhause unterstützende gebärden, aber diese haben wir uns selber in diversen kursen angeeignet- übrigens auf eigene kosten- und dann an ihn weitergegeben.
ichfinde, dass es doch immer wieder an toleranz fehlt andere lebensentwürfe zu respektieren und nicht zu verurteilen, wenn ejmand anders sich eben anders entscheidet (z.b. gegen cis). jeder muss doch das recht und die möglichkeit haben frei zu entscheiden was er für sein kind will und das sehe ich hier -zumindest in niedersachsen- nicht so!

gruß
Letzte Änderung: 04 Apr 2012 10:47 von Momo.

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04 Apr 2012 11:37 #24480 von Late
Late antwortete auf das Thema: Aw: Euer Bild über CI

Momo schrieb: hallo late

ich bezweifle, dass es einem max. 4 jährigen kind wirklich bewusst ist, dass es anders ist und es wirklich darunter leidet. auch mit cis ist und bleibt sie anders als alle anderen. und auch mit ci wird sie nicht "normal" hören bzw. es gibt situationen da wird sie die cis ablegen müssen, z.b. nachts und im schwimmbad. also bleibt sie anders. wäre das der grund wäre sie auch nach der op nicht glücklcih 8wenn es mal überspitzt sieht). außerdem sind ja auch viele gl kinder hörender eltern, die sich gegen cis entschieden haben glücklcihe kinder. dort muss sich dann eben die familie auf eine andere art der kommunikation, nämlcih mittels gebärden, einlassen, um eine gute kommunikation zu sichern. denn sehr wohl wird ein kind leiden, wenn es merkt, dass es nicht verstanden wird und eben eine grundlage der kommunikation fehlt.
daher meine frage bzw. these, dass es nicht die gl ist/ war, die nicis tochter unglücklcih gemacht hat, sondern die grenzen, an die man stößt, wenn man keine möglichkeit hat mit seiner umwelt (in diesem fall ja erstmal die familie) zu kommunizieren.


Man kann ein CI durchaus Nachts tragen, sowie mittlerweile auch im Schwimmbad (zumindest 1 Modell kann das). Aber das ist es nicht. Eine Brille legt man i.d.R. auch ab bei bestimmten Tätigkeiten. Man weiss ja das man das jederzeit wieder ändern kann. Allein das reicht. Wir müssen uns aber wegen der Frage warum das Kind nun unglücklich war nicht weiter "streiten".
Es stimmt schon das die Gesellschaft derart gestrickt ist das das Anderssein nach wie vor, UN Konvention hin oder her, eher ein Beigeschmack des Unerwünschten hinterlässt. Die GL schieben das auf die Ärzte, ich würde eher wie gesagt die Gesellschaft in die Pflicht nehmen. Das akutelle Schlagwort wäre hier "Diversity". Andererseits, pragmatisch gesehen, haben wir uns längst daran gewöhnt das diese oder jene "Macke" durch Pillen, Brillen, Hörgeräte, OP's und sonstiges korrigierbar ist und es nahezu selbstverständlich geworden ist, wenn nicht gar gesellschaftliche Pflicht, dies auch zu nutzen. Man stelle sich vor man verweigert seinem Kind eine Brille. Niemand würde dann schimpfen wenn sich das Jugendamt der Sache annimmt. Dito gilt übrigens auch für Hörgeräte, wichtige OP's und anderes. Pragmatisch gesehen könnte ein CI in der gleichen Liga spielen wie oben genanntes. Wahrscheinlich wird dies auch so sein langfristig. Man erkennt es ja jetzt schon an den vielen Zeichen... Ob das gut ist weiss ich nicht. Wichtig ist das man aufhört zu heucheln. Einerseits die Diversity von allerhöchster Stelle anmahnt, und andererseits dann doch ganz anders handelt oder handeln lässt.

Late

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04 Apr 2012 13:22 #24481 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: Aw: Euer Bild über CI
Hallo,

es ist doch ein sehr großer Unterschied, was die Gesellschaft sollte oder könnte oder müsste, und welche Schlüsse man für sich persönlich darauf zieht.

Das ganze inklusive Geschwätz hin oder her, alles Wunschdenken hilft mir nicht in meiner persönlichen Lebensituation auf dem Arbeitsplatz und in der Familie. Und leider gehen am Arbeitsplatz und in meiner Familie meine Bedürfnisse unter. Meine Familie wird größer und größer, bin ich doch mit reichlich Geschwistern gesegnet, die sich jetzt durch Partner und Nachwuchs vervielfachen. Nebst meinen Eltern und Geschwistern gibt es auch noch eine Oma und zwei Onkel, die auch immer dabei sind, als Tüpfelchen dann evtl. auch noch eine Schwiegerfamilie zu meinen Geschwistern. Das bedeutet, wir können nicht mehr alle an einem Tisch sitzen, sondern werden auf zwei Tischen verteilt, und es laufen mindestens vier Gespräche gleichzeitig. Und die Situation, in der ich mit dem CI am Abstand die meisten Schwierigkeiten habe, ist eben aus mehreren Stimme eine herauszufiltern. Ich kann in der Disko vom Akustischen her besser Gespräche führen als in der Familie. Sehr unbefriedigend und es scheint absolut keine Lösung geben, dass ich mehr von den Familienzusammenkünften habe :( . Soviel zur Inklusion in der Familie. Am Arbeitsplatz läuft es ähnlich, wobei durch regelmäßige Dienstbesprechungen gewährleistet ist, dass ich zumindest offizielle Infos alle mitbekomme.

Würde es mir besser gehen, wenn ich DGS könnte? Wie gesagt, habe ich bei offiziellen Anlässen wenig Verständnisprobleme. Für die Pause am Arbeitsplatz würde es keinen Dolmi geben. In der Familie hätten vermutlich auch nur meine Mutter und ein Bruder gut DGS gelernt, bei den anderen Geschwistern ist schon ein deutlicher Altersabstand und mein Vater hat natürlich gearbeitet, als ich Kind war. Und mit halbgaren DGS-Kenntnissen hätte man mich tendenziell noch schlechter in die Familie einbinden können als heute.

Ich fürchte, dass die Mehrheit immer nur begrenzt Rücksicht auf die Minderheit nimmt. Das ist kein böser Wille, sondern kommt wohl daher, dass die man sich nicht eindenken kann. Der Staat kann zwar technische Hilfsmittel oder barrierefreie Bauten vorschreiben, er kann aber nicht die Köpfe der lieben Mitmenschen verändern.

Gruß
Andrea
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