. . . aus einer E-Mail an die KCIG e.V.

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08 Okt 2015 09:16 - 08 Okt 2015 09:18 #27611 von DrPhot
DrPhot erstellte das Thema . . . aus einer E-Mail an die KCIG e.V.
Zum Tod von Franz Hermann:

Verbeugung vor einem Urgestein Ein Fels in der Brandung mit eisernem Willen und viel Verständnis für seine Mitmenschen: Das war Franz Hermann. Am Montag, 05. Oktober, starb der DCIG-Ehrenpräsident im Alter von 76 Jahren. Er erlag den Verletzungen eines Verkehrsunfalls, der sich am Montagnachmittag in seinem Wohnort Illertissen ereignet hatte.
Gemeinsam mit seiner Ehefrau Hanna Hermann, der langjährigen Chefredakteurin der Fachzeitschrift Schnecke, machte Franz Hermann das Cochlea-Implantat in Deutschland bekannter. Über viele Jahre war er DAS Gesicht der DCIG.
Beigetreten ist er der Deutschen Cochlear Implant Gesellschaft e.V. (DCIG) am ersten Juli 1988. Von 1989 bis 1993 war er Kassenprüfer und von 1997 bis 1999 dann 3. Vorsitzender der DCIG. Von 2000 bis zum April 2004 war Franz Hermann DCIG-Geschäftsführer, von 1999 bis 2014 Präsident der DCIG und seit 2014 DCIG-Ehrenpräsident. Zudem war er Gründungsmitglied des Bayerischen Cochlea Implantat-Verbandes im September 1997, 1. Vorsitzender des BayCiv von 1997 bis Oktober 2010 sowie Ehrenmitglied des BayCiv seit September 2012.
Unter der DCIG-Präsidentschaft von Franz Hermann fand der erste Deutsche CI-Tag mit dem Grundmotto „Taub und trotzdem hören!“ statt. Ziel des CI-Tages war und ist es, das Cochlea-Implantat in der Öffentlichkeit noch bekannter zu machen.
Franz Hermann erhielt im Mai 2000 die Verdienstmedaille der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V., und im April 2003 bekam er das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Zu den Aufgaben des Bundesverbandes zählt die Unterstützung von Hörgeschädigten, die politische Arbeit im Gemeinsamen Bundesausschuss zum Wohle der Menschen mit Hörbehinderung, die Franz Hermann stets vorangetrieben hat, die Beratung und Information von schwerhörigen, an Taubheit grenzend schwerhörigen oder ertaubten Menschen vor der Versorgung mit CI, die Öffentlichkeitsarbeit, die Förderung der CI-Selbsthilfe in Deutschland sowie die Förderung von CI-versorgten Kindern und Jugendlichen. All diesen Aufgaben hat sich Franz Hermann gewissenhaft und mit großer Empathie gewidmet.
Franz Hermann war es ein besonderes Anliegen, die Fronten zwischen Gehörlosen und CI-Trägern, zwischen dem Deutschen Gehörlosenbund und der Deutschen Cochlea Implantat Gesellschaft mittels Gesprächen auf diversen Ebenen bedeutungslos zu machen. Beim DCIG-Seminar für hörgeschädigte Eltern mit CI-versorgten Kindern im Juni 2013 in Darmstadt gelang dies vor laufenden Kameras des Bayerischen Rundfunks für die Sendung „Sehen statt hören“. Für positive Verbindungen zwischen den einzelnen Verbänden der Hörgeschädigten hat sich Franz Hermann immer sehr intensiv eingesetzt. Er prägte die DCIG nachhaltig.
Der DCIG-Präsident Dr. Roland Zeh: „Die Nachricht von Franz Hermanns plötzlichem Tod hat mich umgeworfen. Für mich, wie für viele andere in der DCIG und drumherum, war Franz Hermann Vorbild, Autorität und Freund zugleich. Sein Einsatz für hörgeschädigte Menschen war unermüdlich. Auf seinen Rat war jederzeit Verlass. Ohne ihn wären die DCIG und die Schnecke nicht zu dem geworden, was sie heute sind. Ich hätte Franz und seiner Frau Hanna von Herzen noch viele gemeinsame Jahre gewünscht. Er wird uns sehr fehlen.“
Erst vor einer Woche besuchten Franz und Hanna Hermann die neuen Räume der DCIG und der Redaktion Schnecke und erzählten, dass Sie noch viel vorhaben. Umso tiefer sitzt nun der Schock. Die Gedanken Aller in der Redaktion der Schnecke sind bei Hanna Hermann. Wir trauern mit Freunden und Familie um einen großartigen Menschen, ein wahres Urgestein.

Vita:

Franz Hermann, geb. am 26.10.1938, verheiratet seit 1996 mit Hanna Hermann; seit 1963 Mühleningenieur/Müllermeister, danach Produktions- und Technischer Betriebsleiter in diversen Mühlen-Betrieben, ab 1977 Betriebsleiter eines großen Mühlenbetriebes in Illertissen, mehrere Hörstürze, Tinnitus, Hörgerät, Taubheit mit 41 Jahren; 1. Implantation 1985 mit Nucleus Std li (Pat. Nr. 21), 2. Implantation 2001 mit Nucleus R-24CS li., 3. Implantation Nucleus RE-24 CA 6.8.2007 re; 2000-2004: DCIG-Geschäftsführer; seit 1999 im Ruhestand; 1999-2014: DCIG-Präsident; seit 2014: DCIG-Ehrenpräsident.
Letzte Änderung: 08 Okt 2015 09:18 von DrPhot.
Folgende Benutzer bedankten sich: SusanneHerms, dorothea

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08 Okt 2015 19:22 #27614 von andrea
andrea antwortete auf das Thema: . . . aus einer E-Mail an die KCIG e.V.
Hallo,

ich wenn ich eine skeptische Distanz zu den Gebahren der DCIG wahre, hat mich diese Nachricht betroffen gemacht. Er hätte es verdient gehabt, seinen Ruhestand noch ein wenig bei guter Gesundheit zu genießen.

Traurige Grüße
Andrea

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08 Okt 2015 20:26 #27615 von SusanneHerms
SusanneHerms antwortete auf das Thema: . . . aus einer E-Mail an die KCIG e.V.
So schnell kann es gehen....
Beim CI Kongress in Hannover haben wir uns noch gesprochen....
Ich bin traurig und geschockt!

Nach mehreren Hörstürzen 2006 das 1. CI "Freedom" links. 2008 folgte dann das 2. CI, ebenfalls ein "Freedom" , nach 50 Jahren Geburtstaubheit. Seit 2013 beidseitig Nucleus 6 Prozessoren.
www.shg-besser-hoeren.de

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