Hörprothesen ermöglichen heute einer großen Gruppe von Menschen ein optimiertes Hörerleben. Wie in vielen anderen Bereichen der Medizin sorgt auch hier der Einsatz von künstlicher Intelligenz für ein noch besseres Ergebnis: Mit einer innovativen Software lässt sich die Cochlea – jener Teil des Innenohrs, der den eigentlichen Sitz des Gehörnervs beherbergt – durch die Auswertung präoperativer Bildgebung exakt vermessen. So kann die Elektrodenlänge des Implantats individuell auf den Patienten abgestimmt werden.
Im Gegensatz zu den regulären Hörgeräten, die lediglich den Schall verstärken und somit mit noch funktionsfähigen Hörsinneszellen arbeiten, versteht man unter einem Cochlea‐Implantat (CI) eine Hörprothese, die direkt in der Hörschnecke sitzt. Dabei umgeht das CI die sogenannten Haarzellen, indem es den Hörnerv direkt aktiviert. Ein Elektrodenbündel bildet die neuronale Schnittstelle, welche die Nervenzellen mit elektronischen Schaltungen verbinden können. Als elektronische Innenohrprothese eignet sich das CI für unterschiedliche Patientengruppen, zum Beispiel für Kinder, die taub geboren wurden.