Gentherapie: neue Perspektive bei angeborenem Hörverlust

Etwa eines von 500 Kindern wird mit einem kongenitalen Hörverlust geboren, berichtete Prof. Hubert Löwenheim, Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Tübingen. Bei rund 80 % liege eine genetische Ursache zugrunde, die heute bereits in der Mehrzahl der Fälle aufgeklärt werden könne.

Dazu zählen Mutationen im OTOF-Gen. Bei betroffenen Kindern sind zwar die Strukturen im Innenohr intakt, aufgrund eines Mangels an funktionellem Otoferlin-Protein ist jedoch die Signalübertragung zwischen den Sinneszellen des Innenohrs und dem Hörnerv gestört.

Bislang steht als Behandlungsoption ein Cochlea-Implantat zur Verfügung. Als weitere Option für ausgewählte Patientinnen und Patienten eröffne sich nun erstmals die Möglichkeit einer kausalen Genersatztherapie, die an der genetischen Ursache der Erkrankung ansetzt, berichtete Löwenheim. Damit beginne eine neue Ära der „molekularen Otologie“.

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