Ein Forschungsteam um Evelina Fedorenko und Agata Wolna vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat mithilfe von fMRT-Daten von 772 Probandinnen und Probanden nachgewiesen, dass Sprachverarbeitung im Gehirn deutlich weiter verteilt abläuft als bisher angenommen. Die online vorab am 24. Juni 2026 im Journal of Neuroscience veröffentlichte Studie identifiziert 17 zusätzliche Hirnareale außerhalb der klassischen links-frontotemporalen Sprachzentren, die ebenfalls auf Sprache reagieren – unter anderem im Kleinhirn, im Hippocampus und in der Amygdala.
Mehr als Broca und Wernicke
Seit der Entdeckung des Broca-Areals im 19. Jahrhundert gilt die Sprachverarbeitung im Gehirn als weitgehend auf ein links-lateralisiertes fronto-temporales Netzwerk beschränkt. Auch rechtshemisphärische Areale wurden bereits mit sozial-emotionalen Aspekten von Sprache in Verbindung gebracht. Auffällige Aktivierungen außerhalb dieser Kernregionen wurden in der Vergangenheit jedoch häufig als methodisches Rauschen abgetan.
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