Überblick und Zusammenfassung des Wissensstands 2024
Chronischer Tinnitus ist ein häufig auftretendes Symptom des auditorischen Systems, dessen Pathophysiologie aufgrund der Multikausalität (ähnlich anderen chronischen Erkrankungen) noch nicht endgültig geklärt wurde. Multidimensionale Verursachung verlangt interdisziplinäre Diagnostik und individuell angepasste Therapiestrategien. Basierend auf einer PubMed-Suche mit dem Begriff „Tinnitus“ für den Zeitraum September 2023 bis September 2024 wurden für dieses Review zur Zusammenfassung aktueller wissenschaftlicher Fortschritte zum Tinnitus 1079 Treffer gefunden, von denen die wichtigsten für diese Zusammenfassung verwendet wurden. Die Tinnitusforschung und -behandlung hat im vergangenen Jahr vorliegendes Wissen in den Bereichen Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie vertieft und erweitert. Aufbauend auf neuen Studien wurden zentrale Mechanismen besser verstanden: Tinnitus entsteht oft durch cochleäre Schäden, die zentrale neuronale Veränderungen und maladaptive Plastizität bewirken. Fortschritte bei der Bildgebung und psychoakustischen Tests werden zu einer präziseren Diagnostik beitragen, während in der Behandlung multidisziplinäre Therapieansätze vermehrt in den Fokus rücken müssen.