Wer feiern geht, kennt es: das Pfeifen im Ohr danach. Bisher ließ sich Tinnitus nur über die Aussagen von Betroffenen feststellen. Das könnte sich aber bald ändern. Das Pfeifen im Ohr nach einer Nacht im Club kann kein Arzt messen. Genau das ist das Problem der Tinnitusmedizin. Ob und wie stark jemand leidet, steht bislang fast nur in den Schilderungen der Betroffenen. Zwei Studien liefern nun einen ersten objektiven Hinweis – und zwar im Blut. Im Innenohr sitzen winzige Hörzellen, die Schall verstärken. In ihnen steckt ein Eiweiß namens Prestin, das es nur dort gibt. Der HNO-Arzt Kourosh Parham vermutet, dass bei Problemen im Ohr etwas davon ins Blut gelangt. Seine Teams haben es gemessen und bei Menschen mit dauerhaftem Tinnitus deutlich mehr davon gefunden als bei Menschen ohne.