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Samstag, 15. Dezember 2018

Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Bericht von Hans-Peter Berghaus, der in der Ausgabe 03-2008 unserer Zeitschrift CIIMPULSE veröffentlicht wurde und die Wurzeln der HCIG beschreibt.

Cochlea-Implantation: Wie alles begann

Ich selbst war 1964 durch einen Autounfall ertaubt. Man teilte mir mit, die Hörnerven seien kaputt, ich müsste mich leider damit abfinden. 1964 konnten die Ärzte so etwas noch nicht feststellen. Durch einen Zufall las ich in einer Zeitung einen kleinen Artikel aus Hannover: In der MHH wurde eine Frau, die ertaubt war, durch eine Cochlea-Implantation wieder hörend. Im Dezember 1984 bekam ich in der MHH einen Voruntersuchungstermin.

Der Promontoriums-Test ergab, meine Hörnerven wären ok, man könnte sofort operieren. Am 29. Januar 1985 (nach 21 Jahren Taubheit) bekam ich ein Cochlea Implantat der Firma Nucleus als sechster Patient in Europa. Dr. Rolf-Dieter Battmer war zuständig für den gesamten technischen Bereich der Cochlea-Implantationen (prä- und intraoperative Messungen, postoperative Sprachprozessoranpassung und Nachsorge).

Mein erster Höreindruck nach der Anpassung war für mich sehr laut. Nach einigen Wochen und weiteren Einstellungen durch Dr. Battmer und Übungen konnte ich schon prima hören und verstehen. Mein sehr gutes Lippenablesen war dabei eine gute Hilfe. Auch meine Familie sprach sehr viel mit mir. Ich konnte die Stimmen meiner Söhne unterscheiden. Geräusche, wie Flugzeug und Hubschrauberlärm, Autohupen, alles war für mich Neuland.

Am 14. März 1985 wurde das Cochlea-Implantat der Presse vorgestellt. Das erste Implantat war noch sehr dick (etwa wie eine Fünfmarkmünze). Der Schnitt war sehr lang ausgeführt. Anfangs wurden die Patienten ohne Magnet operiert und erhielten zum besseren Halt einen Kopfbügel, an dem Spule und Mikrofon befestigt waren. Das sah sehr lustig aus! Wir hörten wieder und es war uns egal, wie andere darüber lachten.

Der Kopfbügel fiel später weg und den Patienten wurde nachträglich durch einen kleinen Schnitt ein Magnet eingepflanzt. Da ich Brillenträger bin, habe ich mir keinen Magnet einpflanzen lassen. Dr. Battmer und ich überlegten, wie man Spule und Mikrofon an eine Brille befestigen könnte. Dr. Battmer fuhr mit mir zu einem Akustiker in Hannover. An den Brillenbügeln wurden rechts und links Mikrofone angebracht, so dass ich richtungsweisend hören konnte.

Mit meiner Familie konnte ich mich prima verständigen. Bei fremden Menschen musste ich noch das Lippenablesen benutzen. Im Haushalt und im großen Umfeld gab es viele Geräusche, die ich in den 21 Jahren meiner Ertaubung vergessen hatte und deshalb neu erlernen musste (Wohnungstürklingel, Wecker, Staubsauger, Eierkocher usw.). Meine Frau schenkte mir 10 CDs von Elvis. Den ganzen Tag hörte ich Musik von Elvis! Meine Familie konnte die Musik nicht mehr hören! Im TV übertrugen einige Sender Beiträge mit Videotext.

Ein Fernsehtechniker baute mir eine Buchse am Fernseher ein und ein Übertragungsteil für den Videotext. Damit ich alle Übertragungen verstehen konnte, baute ich (Elektroniker) mir zusätzlich ein kleines Gehäuse, Drehwiderstand, Kabel, Drehknopf. Prima, ich verstand viel von den Beiträgen der Sender. Mit meinem Probeexemplar und Dr. Battmer fuhren wir zum Akustiker, der mein Gerät mit verbesserter Optik nachbaute. Die Krankenkassen übernahmen die Kosten für das Hilfsmittel. Australien brachte später für den Spectra einen Audio-Input-Selector heraus.

1988 bekam in der MHH das erste Kind ein CI. Bei einem gemeinsamen Abendessen fragte mich Prof. Lehnhardt, wie es wäre, wenn er ein Kind operieren würde. Viele Kollegen rieten ihm davon ab. Meine Antwort darauf lautete, er wäre doch der Chef und sollte mit Zustimmung der Eltern zwei aufgeweckte Kinder operieren. Es wurde ein voller Erfolg!

Wegen der großen Nachfrage an Cochlea-Implantaten benötigte die MHH Personal und Räume. Hier waren die Klinikdirektion und das Ministerium in Niedersachsen zuständig. Wir hatten Erfolg und die Rehabilitation konnte besser und schneller abgewickelt werden. Die MHH als Pionierklinik der CI-Versorgung ist die größte implantierende Klinik weltweit und macht die meisten CI-Operationen.

Als Patienten sind wir Prof. Battmer sehr dankbar. Sein unermüdliches Schaffen im Bereich der CI-Entwickung, seine menschliche Hilfsbereitschaft und sein immer feundliches Wesen gaben uns Patienten ut zur Mitarbeit. Selbst bei schwierigen Fllen war Prof. Battmer zur Stelle. Er machte sich bei Selbsthilfegruppen und Vereinen einen Namen. 1986 besuchte er mit seinem Sohn die erste SHG Ruhrgebiet West.

Auch wenn Prof. Battmer die MHH verlässt und in eine Klinik nach Berlin geht, werden wir Patienten ihn nicht so schnell vergessen. Wir wünschen ihm alles Gute und bedanken uns herzlich bei ihm.

 
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