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Samstag, 15. Dezember 2018
Gaby Horn

22-jährig legte ich 1972 als normal Hörende das Staatsexamen als Krankenschwester ab. Schon bald danach musste ich bei Gesprächen im kleinen Kreis immer wieder nachfragen. Allerdings verlief die Kommunikation mit Kollegen und Ärzten „problemlos", wenn die Ansprache vom direkten Gegenüber und nur von einer Person aus ging, etwa bei Visite und Gespräch mit Patienten. Von Hörbeeinträchtigung war noch keine Rede.

Gaby Horn

Erfahrungsbericht

von Gaby Horn, veröffentlicht in CI-IMPULSE 02/2011

Mein langer Weg zum zweiten CI

22-jährig legte ich 1972 als normal Hörende das Staatsexamen als Krankenschwester ab. Schon bald danach musste ich bei Gesprächen im kleinen Kreis immer wieder nachfragen. Allerdings verlief die Kommunikation mit Kollegen und Ärzten „problemlos", wenn die Ansprache vom direkten Gegenüber und nur von einer Person aus ging, etwa bei Visite und Gespräch mit Patienten. Von Hörbeeinträchtigung war noch keine Rede.

Zehn Jahre später gab es eine Episode. Während eines Museumsbesuches bat ich die führende Dame um Wiederholung des Gesagten, weil ich „nicht verstanden habe." Sie fragte daraufhin meinen Mann, ob ich Ausländerin sei.

1985 bei einem HNO-Arztbesuch mit anderen Problemen vorstellig, erkannte der Arzt als Zufallsdiagnose meinen Hörschaden. Ich fühlte mich überrumpelt mit der Diagnose, mittelgradig beeinträchtigt zu sein. In Hinsicht auf eine spätere berufliche Tätigkeit verordnete er mir zwei Hörgeräte, ansonsten wäre nur ein Ohr versorgt worden.

Das Eingewöhnen war katastrophal, ich hörte wie vom Tonband Gesprochenes. Bei Elternsprechtagen waren die Hörsysteme von Vorteil, doch danach nahm ich sie wieder ab – bis zur nächsten Versammlung. Den Fernsehton verstand ich bei unmittelbarer Nähe zum Mikrofon.

Der Wiedereinstieg ins Berufsleben zwang mich nun zum ständigen Tragen beider Geräte. Zum Blutdruckmessen nahm ich sie ab, sonst hätte das Stethoskop keinen Platz im Ohr gehabt. Bei anschließendem Gespräch mit dem Patienten sprach mein Gegenüber plötzlich nicht mehr im normalen Wortlaut, sondern abgehackt – das so genannte „Ausländerdeutsch".

Benötigte ich einen Arzt, fragte dieser aus einigen Metern Entfernung schon nach dem Grund meines Anliegens (Reha-Klinik Bad Laasphe).

Nach vier Jahren wechselte ich zu einer Reha-Klinik mit Abteilung für Hörgeschädigte nach Bad Berleburg. Hier war ich eine Betroffene unter vielen, auch hörgeschädigte Mitarbeiter gab es. Die Akzeptanz uns „Geschädigten" gegenüber fand ich wohltuend. Ich arbeitete dort 18 Jahre bis zu meiner Berentung.

1999 erfuhr ich durch den DSB-Report und die Sendung „Sehen statt hören" vom teilimplantierbaren Hörgerät. Eine chronische Otitis externa veranlasste mich, über eine Operation nachzudenken. Mein Hörstatus verlief nur langsam progredient. Nach gründlicher Voruntersuchung in der MHH erhielt ich auf Studienbasis das vorgesehene Implantat. Leider war der Erfolg gering, das Verstehen nach jeder Optimierung hielt nur wenige Wochen an, das störende Rückkopplungspfeifen meldete sich genauso oft wie mit konventionellen Hörgeräten. Eine Infektion hatte die Explantation im gleichen Jahr zur Folge. Ich wünschte mir Hörerfolge und wurde 13 Monate später reimplantiert.

Fast sechs Jahre war das Gefühl, wie unter einer Glasglocke zu leben, entschwunden, bis es zum Ausfall des Implantates kam. Jetzt begleiteten mich Scheuklappen, privat wie beruflich. Auf dem Arbeitsplatz wurde die Telefonanlage umgestellt, die Mitarbeiter wurden verpflichtet das DECT-Telefon, womit wir immer und überall erreichbar sind, zu tragen. Bisher konnte ich mit meinem (durch das Integrationsamt bewilligten) Spezialtelefon gut arbeiten. Mit dem DECT-Telefon musste ich bei hausinternen Gesprächen auf dem Festnetz zurückrufen. Externe Gespräche leitete ich an Kollegen auf anderen Stationen weiter, die aber oft nichts damit anfangen konnten, weil ja ich der gewünschte Gesprächspartner war.

Leider wurde auf vorab hörgeschädigtes Personal keine Rücksicht genommen. Ein Jahr dauerte dieser Stress. Unser Audiotherapeut Peter D. gab nicht auf, opferte viel Zeit für Telefonate und Recherchen zur Lösung dieses Problems. Ein modifiziertes Headset, gekoppelt mit MikroLink und DECT-Telefon, war die ersehnte Lösung.

Mit meinem alten konventionellen Hörgerät war kein Verstehen mehr möglich. Mit dem „guten Ohr" verstand ich nur noch mit zugeschaltetem Mikro-Link. Ich war ein „Grenzfall" für ein CI. Erfahrungen mit CI-Patienten häuf-ten sich während meiner Arbeit in der Baumrainklinik. 2007 fand bei mir die Implantation in der MHH statt. Der Erfolg war immens, die Reha-Maßnahme in Bad Nauheim die Krönung. Auch für meine Kollegen wurde das Miteinander nicht mehr so stressig.

Allmählich verschlechterte sich das „gute Ohr", so dass ich mit diesem allein nur nach mehrmaligem Wiederholen verstand. Zum CI zugeschaltet, waren zwar mehr „Raum" und ein besserer Klang da, aber das Gehörte klang mehrstimmig. Sang ich vor mich hin, war ich mein eigener Chor. Mit der Zeit war dieses Hören im Gespräch nicht mehr zu ertragen.

2008 stellte ich den Antrag für das zweite CI. Der wurde abgelehnt. Nach Hilfestellung durch Egid Nachreiner (HCIG-Beraterteam), Einsatz der verantwortlichen Ärzte, Verfassen der gewünschten Berichte durch meine Hörgeräteakustikerin und etlichen eigenen Schreiben mit dem Kostenträger – ein Jahr war bereits vergangen – gab ich mir selbst eine Frist von einem weiteren Jahr Wartezeit vor, um wieder aktiv zu werden.

Ich kontaktierte meinen Rechtsschutz, der mir Abwarten empfahl.

Meine Nachfrage im HZH führte unmittelbar zur Auskunft, dass die Kostenübernahme vorlag. Der OP-Termin wurde vereinbart.

Ein Durchstöbern meiner Patientenakte erbrachte Erstaunliches: Die Kostenzusage hatte bereits im September 2009 vorgelegen, adressiert an mich mit teilweise falscher Adresse. Dieses Schreiben hatte ich nie erhalten. – Im HZH gab es wohl einen sehr tüchtigen Mitarbeiter, der „unnütze" Schreiben in Akten einheftete, um für andere die Arbeit zu reduzieren.

Nach der Implantation im Oktober kam es zum Vestibularis-Ausfall; ich musste wiederholt zur Behandlung in die MHH und wurde mit guter Prognose entlassen. Nach sechs Wochen war Autofahren wieder möglich. Ein Schwankschwindel ist immer noch vorhanden. Zum CI kam ein oft wiederkehrender, extremer Tinnitus hinzu – wie ein immer lauter werdendes bedrohliches Rauschen. Auf der alten Seite gab es ein fast ständiges monotones Geräusch, mit und ohne Sprachprozessor. Die Hoffnung auf weitere Linderung gebe ich nicht auf.

Die stationäre 5-Tage-Anpassung des Sprachprozessors war von Vorteil, weil täglich nachjustiert wurde, so dass bis heute keine weitere Anpassung nötig war. Der Hör- und Versteherfolg mit dem zweiten CI ist enorm – „Raum mit Volumen!"

Gelernt habe ich aus dieser Erfahrung – wie auch Herr Dr. N. sagt: „Nachfragen, immer wieder nachfragen!" Bescheidenheit und Zurückhaltung führen bei diesen Angelegenheiten nicht zum Erfolg!

Gabi Horn

(Kontaktaufnahme möglich über die HCIG)

 
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