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Samstag, 15. Dezember 2018
Hannah Tinten

Ich bin 23 Jahre alt, Medizinstudentin. Von klein auf schwerhörig - vermutlich durch Toxoplasmose. Mehrere, schon früh auftretende Hörstürze. Jetzt hochgradig schwerhörig, auf dem rechten Ohr gehörlos. Beidseits immer mit Hörgeräten versorgt gewesen. Das rechte Ohr wurde im September 2008 mit einem CI versorgt (Uniklinik Franfurt/M.).

Hannah Tinten

Erfahrungsbericht

 

Eigentlich unglaublich

Kurz zu meiner Person, zu Schule und Studium

Ich bin 23 Jahre alt, Medizinstudentin. Von klein auf schwerhörig - vermutlich durch Toxoplasmose. Mehrere, schon früh auftretende Hörstürze. Jetzt hochgradig schwerhörig, auf dem rechten Ohr gehörlos. Beidseits immer mit Hörgeräten versorgt gewesen. Das rechte Ohr wurde im September 2008 mit einem CI versorgt (Uniklinik Franfurt/M.).

Bis zum Abitur (Schule für Hörgeschädigte) habe ich eigentlich keine Hörprobleme empfunden. Ärzte wiesen wohl wiederholt auf die Möglichkeit des CI hin, ich stufte mich jedoch nicht als CI-Kandidatin ein. Erst mit Studienbeginn wurde ich mir meiner starken Schwerhörigkeit bewusst, daher informierte ich mich in Internetforen, kontaktierte CI-Firmen und sprach mit anderen CI-Trägern.

Das Medizinstudium fordert mich sehr, und ich will es auf jeden Fall schaffen. Klar: Ein besseres Verstehen ist unabdingbare Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss. Daher die Entscheidung zu einer CI-Implantation!

Voruntersuchung, die Frage „Welche Ohrseite?" und die Wahl des CI

Die Voruntersuchung bestätigte mich als CI-Kandidatin! Zweifel an meiner Bereitschaft zur OP gab es nicht. Ein Termin fand sich sofort und noch in den Semesterferien. Zusammen mit den Ärzten wurde entschieden: Implantation auf der „schlechteren" Seite, zumal ich ja noch sehr an meinem Restgehör auf der „guten" Seite hing.

Zu dem Zeitpunkt habe ich mich für ein Produkt von AB entschieden, weil mich u.a die Farbkappen, die Akkus und die Technik besonders angesprochen haben. Beim Ausfall einer Elektrode müsste auch nicht gleich implantiert werden ( die Elektroden können voneinander unabhängig vom Akku Strom aufnehmen ). Zudem gab es sehr gute Werte im Störschall.

Damit bin ich sehr glücklich. Am meisten profitiere ich heute davon, dass bei diesem CI das Mikro direkt vor dem Höreingang liegt. (Dies bitte nicht als Firmenpräferenz missverstehen).

OP-Nachwirkungen, Erstanpassung und erste Eindrücke

Die OP selbst verlief problemlos und ohne unerwünschte Nebenwirkungen. Der Umstand, dass ich meine Zunge in den ersten beiden Wochen irgendwie immer nur auf einer Seite wahrnahm und ich mir sehr oft auf die Zunge biss, bedrückte mich schon.

Nach dem ersten Einstellen des Sprachprozessors war es (nur) unheimlich laut. Am liebsten hätte ich mir das CI wieder vom Kopf gerissen!

Lange Zeit konnte ich mit dem CI nur Geräusche differenzieren: Das Klacken von Stöckelschuhen trieb mich fast in den Wahnsinn. Selbst leises „Klack-Klack", der Ton einer Fahrradklingel oder das Ticken von Uhren waren nicht zu ertragen. Zeitgleich suchte ich nach einer Logopädin. Leider brachten mir diese Übungsstunden nicht viel.

Die ärgsten Probleme

Im folgenden Semester war ich kurz vorm Durchdrehen. Die CI-Seite machte sich zunehmend stärker bemerkbar, auf der anderen Seite dominierte das Hörgerät immer noch. Mir schien, dass Informationen auf der einen Seite schneller ankamen als auf der anderen. Ich hatte den Eindruck, alles zweimal zu hören, aber trotzdem nichts zu verstehen. Mein Gehirn kombinierte die Informationen einfach nicht zu einem Ganzen.

In den Vorlesungen konnte ich nicht aufs Hörgerät verzichten (mit dem CI verstand ich noch keine Sprache). Das war für das Training mit dem CI natürlich nicht förderlich. - Es sollte fast ein Jahr vergehen, bis die Rentenversicherung meinen Reha-Antrag endlich genehmigte.

Nach einem grottenschlechten Semester - am Ende hatte ich gar nichts mehr verstanden - konnte ich dann endlich in den Semesterferien nach Bad Nauheim zur Reha fahren.

Zurzeit sitze ich stets in der ersten Reihe - meine uralte FM-Anlage macht weite Entfernungen nicht mehr mit. Bis heute kann ich sie leider nur mit dem Hörgerät-Ohr verwenden. Für das CI-versorgte Ohr hat die Krankenkasse weder einen Empfänger noch eine Induktionsschleife (ComfortAudio) genehmigt. Schüler bekommen so etwas von der Krankenkasse bezahlt, Berufstätigen finanziert so etwas das Integrationsamt. Studenten, Hausfrauen und Rentner fallen unbegreiflicherweise durch das Raster der Krankenkassen-Richtlinien! – Leider: Mit der ComfortAudio-Anlage könnte ich die Vorlesungen gut stereo mit beiden Ohren verfolgen.

Entscheidendes geschieht in der Reha!

In der Reha ging es endlich bergauf! Mir wurde geraten, schnellstmöglich auf das Hörgerät zu verzichten und nur das CI-Hören zu trainieren.

Im Speisesaal war es tierisch laut! Wieder las ich alles nur von den Lippen ab. Aber dann die erste CI-Einstellung: Sogleich hörte und verstand ich deutlich besser. Da erst wurde mir klar, dass mir zuvor viel zu wenige Einstellungen angeboten worden waren. Aber woher soll man auch wissen, dass es an den Einstellungen liegt?

Wöchentlich wurde nun die Einstellung ein bisschen verändert. Ich erlebte das CI nicht mehr so fürchterlich laut, es wurde zunehmend leiser, sodass ich es schrittweise lauter einstellen lassen musste, um zu verstehen. Gegen Ende der Reha waren CI und Hörgerät ungefähr gleich laut empfunden. Das CI-Hören ist für mich immer noch viel mechanischer. Aber mit dem CI kann ich viel mehr Frequenzen hören als mit dem Hörgerät, und genau das war es, was mich anfangs so gestört und verwirrt hatte.

Viele Geräusche nahm ich nun wahr, etwa das Rascheln von Kleidung, was ich bislang nicht als Geräusche verursachend einstufte. Zudem brachten das viele Reden und das Zuhören in der Reha mein Hörverstehen mit dem CI entscheidend voran! Erstaunlicherweise war ich schließlich sogar in der Lage zu telefonieren - ein Wunder nach so langer Zeit schlechten Verstehens mit dem CI. Ich selbst telefoniere immer noch lieber mit beiden Ohren. Daher benutze ich meistens eine Hörschleife zum Telefonieren.

Warum dauerte es bei mir so lange?

Im ersten Jahr fragte ich mich oft, warum es bei mir mit dem verstehen Lernen so lange dauerte? - Es lag vermutlich auch daran, dass ich 15 Jahre lang absolut gar nichts auf dem Ohr gehört hatte. Ich trug zwar stets ein Hörgerät, konnte jedoch schon seit meinen Hörstürzen auf dem Ohr keine Sprache mehr wahrnehmen.

Hinzu kamen anfangs unzureichend wenige Einstellungen am CI (s. o.)! Heute weiß ich, dass das Verstehen entscheidend von der Qualität der CI-Einstellung bestimmt wird. Wenn man nicht in der Lage ist, Sprache differenziert zu hören, kann man auch nicht angeben, wie die CI-Einstellung verändert werden soll.

Wesentlich ist schließlich auch der viel zu spät erfolgte Verzicht auf das Hörgerät (s. o.)!

Was brachte mir das CI ?

Das CI hat mir erheblich dazu verholfen, nicht mehr so rasch zu ermüden, denn die gewaltige und ermüdende Anstrengung, jederzeit jedes Wort vom Munde ablesen zu müssen, ist entfallen. Alles verstehe ich immer noch nicht, und es wird auch sicherlich nie so sein. Doch das Verstehen fällt mir heute bedeutend leichter, Vorlesungen machen mir nun sogar Spaß.

Früher waren gehörte Töne eher ein unklares Irgendetwas oder unverstandene Texte. Jetzt verstehe ich schon deutsche Texte. Hörte sich früher eine Geige einfach nur grausam an, erscheint mir ihr Klang heute mit dem CI doch wunderbar.

Das Lernen im Studium ist viel erfolgreicher geworden. Dennoch: Als Hörgeschädigte(r) muss man viel mehr nachlesen und viel genauer zuhören als Normalos. Viele denken leider auch, dass man mit einem CI wieder ganz normal hören kann. - Mit meinem CI werde ich übrigens meistens als ein Exot angesehen. Schade, es erschwert, Kontakte mit neuen Kommilitonen zu knüpfen. Ein CI ist leider vielen Menschen noch unbekannt!

Was andere sagen und wie die jetzige CI-Einstellung aussieht

Einige haben mich nach der Reha angesprochen (sie waren überrascht): Ich hätte jetzt viel mehr Satzmelodie in der Stimme und würde merklich sauberer sprechen. Mir selbst war das nicht so bewusst. Mir fiel aber auf, dass ich nun viele Menschen verstehen konnte, die ich früher nie verstanden hatte.

Ich finde es immer noch schwierig, CI-Einstellungen zu beurteilen. Beim letzten Mal habe ich eine NRI-Messung erbeten: Dabei misst ein PC die einzelnen Elektroden automatisch durch, ich brauche nicht mehr „zu laut" oder „zu leise" anzugeben. Auf diese Weise kam es zu einer CI-Einstellung, bei der sich nun alles viel gleichmäßiger anhört und es keine Probleme mehr mit einzelnen Elektroden gibt.

Zudem ist ein Programmplatz nun mit „ClearVoice" belegt: Ein Programm, mit dem ich in lauter oder geräuschvoller Umgebung mein Gegenüber deutlich besser verstehen kann – allerdings nicht in einer extrem lauten Umgebung.

Ein Fazit

Hören ist etwas Wunderbares! – Als Folge meiner progressiven Schwerhörigkeit hatte ich bis zur Erstanpassung nie glauben können, dass ein besseres Hören möglich ist. Dann - mit dem CI - stellte ich fest: Hören können allein ist noch nicht alles. Aufs Verstehen kommt es an! -Wie ein Kleinkind musste ich das Hören, das Verstehen ganz neu erlernen.

Gerade die leisen Töne und Geräusche des Alltags lassen besonders bewusst werden, dass man besser hört. - Eigentlich schade, dass vieles so schnell selbstverständlich wird, was lange Zeit nicht selbstverständlich war.

Unklar ist noch, ob das Restgehör mit Hilfe eines Hybrids oder Duet-CI (Hörgerät und CI in einem) erhalten werden könnte. – Aber: Die Zeit für mein zweites CI ist reif! Die Genehmigung der Krankenkasse liegt bereits vor. Die OP erfolgt voraussichtlich in den Sommerferien.

Hannah Tinten

(Kontaktaufnahme möglich über die HCIG)

 
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