shemaleup.net
xfetish.club
site-rips.club
sexvr.us
Sie sind hier: Startseite / Informationen / Erfahrungsberichte / Martina Lichte-Wichmann
Samstag, 15. Dezember 2018
Martina Lichte-Wichmann

Martina Lichte-Wichmann

Erfahrungsbericht

von Martina Lichte-Wichmann, veröffentlicht in CI-IMPULSE 01/2010

Fünf Monate mit Nucleus 5

Im Juni 2009 bot sich mir die Möglichkeit, an einer Studie mit dem neuen Sprachprozessor der Firma Cochlear teilzunehmen. Als studienerprobte bilaterale CI-Trägerin, die schon den Wechsel vom Esprit 3G zum Freedom miterlebt hatte, war ich gespannt auf die Unterschiede zwischen dem Nucleus Freedom und dem neuen „CP 810", im Folgenden Nucleus 5 genannt, mit der zugehörigen Fernbedienung „CR 110".

Ich habe ein sehr gutes Verstehen seit meiner Erstimplantation 2004, obwohl kein komplett symmetrisches Hören vorliegt, und meine Ansprüche an das CI sind nicht unbedingt niedrig angesetzt.

In der Studie ging es um das Handling

In der Studie ging es vorwiegend um die Bedienbarkeit des Systems, also wie ich als Probandin das „Handling" bewerten würde, des weiteren um Batterie- und Akkulaufzeiten und natürlich wurden auch Hörtests mit jeweils beiden Systemen bilateral gemacht.

Der Nucleus 5 ist kein komplett neues System, er basiert auf der Freedom-Technik, die miniaturisiert und erweitert wurde, z. B. durch die Fernbedienung und die neuen Mikrofone (2) im Sprachprozessor. Auch das Implant ist flacher, aber dieser Aspekt betraf mich natürlich nicht.

Die Art der Stimulation (parallel in Abhängigkeit von den Maxima), Pulsweite, IDR, Sprachverarbeitungsstrategien sind dieselben wie beim Freedom.

In meinem Falle wurden die Freedom-Maps dem Nucleus 5 angepasst und sie waren gegen Ende der Studie fast identisch: ACE-Strategie, vier verschiedene Programme: Standard, Everyday (ADRO), Noise (ASC, ADRO), Focus (ASC, ADRO, BEAM).

Meine Vergleiche beziehen sich auf das Standardprogramm ohne zusätzliche Optionen, mit dem ich in der Regel höre und auch die Tests erfolgten.

Zunächst zur Hardware selbst:

Der Nucleus 5 ist deutlich weniger voluminös als der Freedom, vor allem flacher. Für kleinere Ohren ist das ein bedeutender Vorteil! Bei mir war der Tragekomfort gleich gut, meine „Öhrchen" haben keine Probleme mit dem großen Batteriemodul des Freedom. Bei sportlichen Aktivitäten saß der Nucleus 5 etwas besser hinter meiner Ohrmuschel, er rutschte nie ab, hatte in meinem Falle aber auch einen längeren Ohrhaken.

Im Gegensatz zum Volumen ist das Gewicht nicht verringert. Mit je zwei Batterien im Modul, dem kurzen Spulenkabel und Magnetstärke 2 wiegt der Nucleus 5 19g, der Freedom 18g (mit drei Batterien 22g). Scheinbar ist dies in der Verarbeitung des neuen Systems begründet, es gibt mehr Metall und weniger Plastik.

Der Prozessor hat nur noch zwei Tasten, kein Display (dafür gibt es die Fernbedienung) und die Zubehöranschlussbuchse direkt unterhalb des Spulenkabels an der Prozessor-

einheit. Die beiden Tasten sind zwischen den Mikrofonen ebenfalls auf der Prozessoreinheit angebracht. Mit diesen lässt sich das System ein- bzw. ausschalten, ein Programmwechsel vornehmen, die T-Spule zuschalten (wenn sie nicht bereits einprogrammiert ist) und wahlweise je nach Einstellung entweder die Mikrofonempfindlichkeit oder die Lautstärke regeln.

Licht und Schatten

Weil der neue Sprachprozessor so schmal ist, sind die Tasten entsprechend schmal und flach. Ich persönlich finde sie zu flach und zwischen den Mikrofonen etwas ungünstig platziert, denn während das Einschalten durch Drücken der unteren Taste leicht geht, müssen beim Ausschalten beide Tasten genau zeitgleich gedrückt werden. Ich habe dabei oft die Programme – unabsichtlich - verstellt oder gar die - von mir nie benutzte - T-Spule aktiviert und war ohne Displaykontrolle entsprechend verwirrt, wenn ich nicht sofort – situationsbedingt - über die Fernbedienung eine Kontrolle haben konnte. Es gibt zwar eine akustische Kontrolle ( Piepser wie beim Freedom) und eine optische mit LED-Blinken orange/ grün, aber letztere hat mich eher unsicher gemacht; zumal es bei hellen Lichtverhältnissen im Sommer schlecht zu erkennen war, vor allem in der kalifornischen Wüste während des Urlaubs. Ich ging dann dazu über, den Sprachprozessor durch Trennen des Energiemoduls auszuschalten, was auf Dauer den Kontakten nicht unbedingt gut getan hätte. Nach zwei Monaten machte ich die Erfahrung, dass sich beide Prozessoren nach dem Ablegen nach wenigen Minuten automatisch ausschalteten, was nicht vorgesehen war.

Mein persönliches Audiokabel musste beim Nucleus 5 direkt unterhalb des Spulenkabels eingestöpselt werden statt an der Unterseite des 3er-Batteriemoduls des Freedom. Diesen neuen Sitz fand ich ungünstig, da beide Kabel dicht beieinander liegen und das Audiokabel nach unten zieht. Die Verschlusskappe war schwer zu öffnen (Ich habe mir etliche Fingernägel abgebrochen!), dafür aber immer leicht zu schließen im Gegensatz zur ausleiernden Gummiabdeckung des Freedom.

Leider konnte ich das neue bilaterale Audiokabel des Nucleus 5 nicht testen, da es in der Studienphase noch nicht zur Verfügung stand. Da ich durch eine Sonderanfertigung eines Y-Steckers tatsächlich stereo Musik über IPod hören kann, wäre dieser Vergleich für mich sehr interessant gewesen.

Das Spulenkabel ist von der Spule des Nucleus 5 abtrennbar. Bei Verschleiß des Kabels muss also nicht mehr die Spule gleich mit ausgetauscht werden, das finde ich sehr wirtschaftlich designt. Leider ist die Spule kaum kleiner geworden und auch nicht unbedingt optisch ansprechender. Mir fiel auf, dass sie sehr exakt am Kopf über dem Gegenmagneten des Implants positioniert sein muss, damit die Impulsübertragung funktioniert, beim Freedom sitzt sie sofort.

Wie waren die Hörergebnisse?

Der neue Prozessor hat wie bereits erwähnt aus Platzspargründen kein Display mehr, das ist vielmehr Hauptbestandteil der Fernbedienung, und auf dieser größer und farbig.

Die Größe der Fernbedienung ist okay, vergleichbar mit einem Handy. Diverse Einstellungsparameter lassen sich besser verändern als am Prozessor selbst, auch solche, die beim Freedom nur der Audiologe ändern kann, z. B. das Mischungsverhältnis vom Mikrofon zum externen Audioeingang. Ganz neu ist eine regelbare Zoomfunktion des Mikrofons, vergleichbar mit der Zoombreite bei FM-Anlagen. Diese lässt sich über die Fernbedienung einstellen, sofern das gewählte Programm keine BEAM-Funktion enthält. Das Zoomen ist sozusagen BEAM light bei allen anderen Programmen. Ich selber habe es nicht benutzt, da ich wie gesagt in der Regel mit dem Standardprogramm höre. Von daher bin ich nicht jemand, der gerne eine Fernbedienung benutzt; aber bei häufigen Programm- oder Parameterwechseln ist diese sicherlich sehr hilfreich. Sie hat eine Reichweite von bis zu 2 m, muss also nicht direkt auf den Prozessor gerichtet werden.

Die Menüführung war für mich gewöhnungsbedürftig und manchmal auch etwas langsam, wenn ich die beiden Prozessoren einzeln verstellen wollte.

Die Fernbedienung kann wahlweise am PC, an der Akkuladestation oder über eine Steckdose aufgeladen werden und benötigt wenig Energie.

Etwas mehr Energie brauchte allerdings der Sprachprozessor. Schon vom Freedom an einen relativ hohen Energiebedarf gewöhnt, wurden mit dem Nucleus 5 die Energielaufzeiten noch kürzer. Anscheinend stehe ich dauernd „unter Strom"!? Bisher nur an Batterien gewöhnt, konnte ich auch einen Akku testen, in diesem Fall den kleinen Kompaktakku. Die maximale Laufzeit betrug acht Stunden. Zwei Batterien hielten im Mittel 22 Stunden, beim Freedom 32 Stunden (drei Batterien: 42 Stunden). Nach Reduzierung der Sendespulenleistung von 68% auf 55% - bei gleicher Hörqualität - erhöhte sich die Lebensdauer auf durchschnittlich 28 Stunden mit dem Nucleus 5.

Wie waren die Hörergebnisse? Subjektiv und objektiv verschieden, aber insgesamt gut!

Ich wurde anfangs gewarnt, der Klang des Nucleus 5 könnte ein anderer sein als der des Freedom; er war trotzdem gleichwertig und keinesfalls ungewohnt. Das neue System hatte für mich weniger „Grundlärm", die tieferen Töne (z. B. Lüftung) waren leiser, die höheren (z. B. Papierrascheln) lauter. Musik klang mit dem Freedom besser, außerdem war die Hörweite größer. Im Störschall habe ich mit dem Nucleus 5 besser verstanden (Gespräche im Zug, Durchsagen im Bahnhof, Autoradiosprecher), obgleich das objektiv nicht bestätigt werden konnte! Die Hörtests (OLSA) waren gleich gut zu meinem Erstaunen. Deren Aussagekraft gibt mir zu denken, denn ich kenne den Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Jedenfalls mache ich diesen für mich wichtigsten Vorteil an den neuen Mikrofonen des Nucleus 5 fest.

Telefonieren war gleich gut, ohne T-Spule üblicherweise bei mir und wie alles Andere auch stets im Standardprogramm. Anders geht es auch kaum in meinem Job in einer Klinik, wenn ich 50 Telefonate im Dienst führe, meist mit Lärm im Hintergrund. Meine Kitteltaschen waren übrigens sehr schwer mit Fernbedienung, Akkus, Batterien ...

Ich habe das ganze Equipment der beiden Systeme auch vier Wochen durch fünf Bundesstaaten der USA geschleppt, es gab keinen Ärger bei der Flugkontrolle, keine Ausfälle durch die teilweise extreme Hitze (48 Grad Celsius), Zuhause aber nach fünf Monaten einen Totalausfall des einen Nucleus 5, der sich partout nicht mehr einschalten lassen wollte. Das wird von Cochlear in Australien analysiert.

Gegen Ende der Studie hatte ich in meiner CI-SHG die Gelegenheit, die farbig gemusterten „Überzieher" in Augenschein zu nehmen, da der Nucleus 5 mittlerweile markteingeführt war und Demomaterial zur Verfügung gestellt wurde. Nun, diese „Gamaschen" könnten ein Schutz für den Prozessor sein, über deren Optik sich geschmacklich streiten ließe; bei einem Batterie- oder Akkuwechsel müssen sie aber abgezogen werden. So gesehen finde ich die unifarbigen Mikrofonabdeckungen des Freedom zweckmäßiger.

So will ich auch mit einem Design-Vergleich meinen Erfahrungsbericht beenden:

Der Freedom ist wie ein bauschiges, schwungvolles Kleid von Diane von Fürstenberg, der Nucleus 5 ein puristischer, eleganter Anzug von Jil Sander – gegebenenfalls mit mehr Beinfreiheit. Seit Studienabschluss trage ich mein Kleid übrigens kürzer (Mini-BTE).

Ich bedanke mich für die Geduld, Zeit, Kompetenz und Extratermine bei Herrn M. A. Schüßler im HZH.

Für die Zukunft bin ich gespannt auf neue Sprachverarbeitungsstrategien.

Martina Lichte-Wichmann, im Januar 2010

(Kontaktaufnahme möglich über die HCIG)

 
shemaleup.net xbdsm.club jav-stream.online