shemaleup.net
xfetish.club
site-rips.club
sexvr.us
Sie sind hier: Startseite / Informationen / Erfahrungsberichte / Renate Löhr (Reisen)
Samstag, 15. Dezember 2018
Renate Löhr

Mit diesem Bericht möchte ich Hörgeschädigten Mut machen, sich auch allein fröhlich in diese Welt zu begeben.

Renate Löhr

Erfahrungsbericht

von Renate Löhr, veröffentlicht in CI-IMPULSE 04/2010

Barrierefrei Reisen –
Behindertenservice auf Flughäfen

Auf einem großen Schild las ich gut sichtbar meinen Namen. In der krabbeligen Ankunftshalle auf dem Flughafen Marco Polo in Venedig zeigte der Taxenfahrer ihn an einer Stange wie eine Fahne hoch über den Köpfen der Reisenden. Sie strebten dem Ausgang zu. Es herrschte ein ungemütliches Durcheinander. Ich atmete erleichtert auf. Man erwartete mich. Bis hierher hatte die Reise gut geklappt. Auf der letzten 30 km langen Etappe zum Hotel in Montegrotto konnte ich mich getrost der Ortskenntis des Taxenfahrers anvertrauen. Ich war am Ziel meiner Reise angekommen. – Gott sei Dank!

Und dem Behindertenservice auf den Flughäfen in Hannover-Langenhagen und in Venedig sei Dank in Bezug auf ‚Barrierefreies Reisen'! Diese Einrichtung war mir bisher nicht bekannt. Ich habe sie als ganz vorzügliche Hilfe erlebt. Seit 2007 – seit meinem schweren Hörsturz mit totaler Ertaubung und als CI-Trägerin – hatte ich Flughäfen und Flüge gemieden. Ich fürchtete, dass ich mich in dem Lärm und unter den vielen Menschen und Hinweisen in den großen Hallen nicht zurecht finden würde. Allein unter vielen und ohne Gehör, mit starkem Tinnitus, mit Gehstock wegen der Gleichgewichtsstörungen, mit Gepäck für 14 Tage Aufenthalt – diese Situation schien mich zu überfordern. Wie finde ich den richtigen Check-in-Schalter, das richtige Gate, das richtige Koffertransportband, einen Kofferträger, den richtigen Lift, das Hoteltaxi?

Doch irgendwann habe ich mir gesagt: Du willst Dich in Deinem Dorf nicht einigeln und abschotten. Die Welt ist schön, und Du willst daran teilhaben, soweit und so lange es möglich ist. Ich habe nach Hilfe und Begleitung gesucht – und gefunden!

Der Service bei eingeschränkter Mobilität

Die Mitarbeiterinnen meines Reisebüros entdeckten den PRM-Service, den Hilfsdienst für Passengers with Reduced Mobility, Passagiere mit eingeschränkter Mobilität. Ich buchte den Hin- und Rückflug Hannover-Venedig. Gleichzeitig wurde der PRM-Dienst angefordert. Dazu musste ich meinen Behindertenausweis vorlegen, dessen Nummer auf dem Ticket vermerkt wurde. Nun lief alles nach Plan.

Auf dem Flughafen in Hannover meldete ich mich am Check-in-Schalter. Ein PRM-Dienstmann nahm mich in Empfang, kümmerte sich um meinen Koffer, besorgte das Einchecken, überwachte die Kontrollen, geleitete mich zum Abflugraum und ins Flugzeug. Dort war ganz vorne ein Platz am Gang reserviert. Die Stewardessen erklärten mir ihre Ansagen, die ich nicht verstand, persönlich. Beim Starten und Landen schaltete ich das CI aus! Übrigens: Ohne CI, d. h. ohne Gehör, ist es im Flugzeug angenehm leise! Bei den Kontrollen ist darauf zu achten, dass CI-Träger nicht den Röntgenbogen passieren dürfen! Die Leibeskontrollen geschehen durch Abtasten.

In Venedig lief das Hilfsprogramm in umgekehrter Reihenfolge ab. Dort fuhr der PRM-Dienst mit einem Hydraulik-Lastwagen an das Flugzeug heran. Wir Behinderten wurden direkt ohne Treppe auf den Wagen verfrachtet und zum Flughafengebäude gefahren. Das war besonders angenehm für die Rollstuhlfahrer unter den Reisenden. Auf den Flughäfen stehen Rollstühle bereit. Der PRM-Servicehelfer holte den Koffer vom Band, begleitete mich zum Ausgang und übergab mich dem Taxenfahrer.

Ausgebildete Helfer auch bei Auslandsreisen

Der PRM-Service ist auch auf ausländischen Flughäfen – mit Buchstaben in gelber Leuchtfarbe auf den Westen – anzutreffen. Ich habe mich erkundigt: Die Männer des PRM-Service sind fest angestellte Flughafenmitarbeiter. Sie haben eine besondere Ausbildung für ihre Aufgaben. Und sie machen ihre Sache gut! Ich verlebte erholsame 14 Tage in Italien. Der Rückflug war ebenso problemlos.

Fazit: Reibungsloser ist ein Flug für Behinderte kaum möglich. Meine Sorgen wurden zerstreut. Mein Vertrauen in die Hilfsangebote für Behinderte wurde gestärkt. Meine Erkenntnis: Unser sozialer Rechtsstaat tut mehr für Behinderte, als ich geahnt habe. Ich wurde nicht mitleidig als Patientin oder Fürsorgebedürftige behandelt, sondern als vollwertiges, gleichberechtigtes Mitglied unserer Menschengesellschaft, mit einem Defizit behaftet, aber umso mehr persönlich ernst genommen.

Schließlich noch ein Hinweis: Alles über den PRM-Service auf Flughäfen kann man im Internet nachlesen, z. B. unter www.hannover-airport.de . Unter dem Stichwort ‚Barrierefrei Reisen' findet man die nötigen Informationen. (natürlich kann man auch eine andere Flughafenadresse anklicken).

Mit diesem Bericht möchte ich Hörgeschädigten Mut machen, sich auch allein fröhlich in diese Welt zu begeben.

Renate Löhr

(Kontaktaufnahme möglich über die HCIG)

 
shemaleup.net xbdsm.club jav-stream.online