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Donnerstag, 27. Juli 2017

Was ist ein CI?

Einige Erläuterungen zum Cochlea-Implantat (CI)

Wer kann von einem CI profitieren?

Normalerweise werden  Schallwellen vom äußeren Ohr aufgenommen und über Trommelfell sowie Gehörknöchelchen an das flüssigkeitsgefüllte Innenohr (Cochlea) weitergegeben. Die dort gelegenen Hörsinneszellen, sogenannte Haarzellen, wandeln den Schall in kleine elektrische Ströme um, die über die angekoppelten Hörnervenfasern an das Hörzentrum  des Gehirns  zur Verarbeitung weitergeleitet werden. Bei 99 Prozent aller tauben Menschen sind die Hörsinneszellen zerstört, während der Hörnerv noch funktioniert.  Diese Patienten sind für eine CI geeignet
Schwerhörigkeit und Ohrgeräusche gehören zu den häufigsten Krankheiten in der Bevölkerung; statistisch leiden 14 bis 15 Millionen Menschen an einer Schwerhörigkeit, das entspricht etwa 15 Prozent der Bevölkerung. Die häufigsten Ursachen für eine Schwerhörigkeit sind Hörsturz, genetische Faktoren, besonders bei Kindern und Jugendlichen, Altersschwerhörigkeit und Entzündungen sowie Lärmschädigung. Bei der Innenohrschwerhörigkeit können die einmal ausgefallenen Hörsinneszellen nicht mehr reaktiviert werden, therapeutisch helfen nur noch Hörgeräte oder ein Cochlea-Implantat.
Rund 200.000 Menschen in Deutschland sind taub, davon ca. 80.000 von Geburt an. Taubheit bedeutet nicht nur, nicht hören zu können, sondern führt entweder zu massiven Einschränkungen der Sprechfähigkeit oder, bei Taubheit in sehr frühen Jahren, dazu, dass Sprechen erst gar nicht erlernt wird. Damit sind die betroffenen Menschen nur noch über das Sehen an ihre Umwelt angeschlossen. Familienleben, Ausbildung und Beruf leiden darunter einschneidend.


Wie funktioniert ein CI?

Cochlea-Implantate sind künstliche Innenohren, mit denen ertaubte und an Taubheit grenzend schwerhörige Menschen eine deutliche Verbesserung ihres Hörvermögens erzielen können. Es ersetzt die Funktion der Hörsinneszellen, indem es den Schall über ein Mikrofon aufnimmt, in eine Abfolge von elektrischen Impulsen umsetzt und diese über eine Elektrode auf die Hörnervenfasern weitergibt. Die künstlichen elektrischen Impulse werden genauso wie die natürlichen an die zentrale Hörbahn weitergegeben. Das Cochlea-Implantat wird mit einem Elektrodenträger operativ in den Knochen hinter dem Ohr eingesetzt. Die Elektroden bestehen aus feinsten Einzeldrähten, die als Bündel in die Schnecke (= Cochlea) hineinragen.
Außen am Kopf befindet sich die Sendespule mit dem Mikrofon; am  Ohr wird der sogenannten Sprachprozessor getragen, welches den Schall in codierte Stromreize verwandelt. Sprachprozessor und  Sendespule  sind über ein Kabel verbunden. Die Voraussetzung ist ein funktionsfähiger Hörnerv und eine operativ zugängliche Hörschnecke. Die Sprachprozessoren gibt es bei den verschiedenen Cochlea-Implantat-Firmen in mehreren Modellen. Unsere Abbildungen zeigen einige Ausführungen davon. Der Trend geht bei sämtlichen Cochlea-Implantat-Firmen derzeit in Richtung Hinter-dem-Ohr-Prozessor, mittelfristig wahrscheinlich sogar in Richtung vollimplantierbares CI.


Verschiedene Cochlea-Implantate-Fabrikate

Wichtig ist die Feststellung, dass fast alle ertaubte und an Taubheit grenzend schwerhörige Menschen von der Cochlea-Implantat-Technologie profitieren. Der für die CI-Versorgung wichtige Hörnerv ist in 99 Prozent der Fälle ausreichend intakt. Häufig leben taube Menschen jahrelang mit der Fehldiagnose „Hörnervenschaden”. Dies ist in der Regel falsch; sogar bei Hirnhautentzündungen ist der Hörnerv praktisch immer unberührt. Schädigungsort ist stets die Hörschnecke, was für eine CI-Versorgung kein Hindernis ist. Festgestellt werden kann dies allein durch eine fundierte Untersuchung an einem Cochlea-Implantat-Zentrum.
Nach der Operation beginnt die Phase des Hörtrainings und der Sprachtherapie. Wie bei einem Rennwagen kommt es darauf an, das richtige Feintuning mit dem Patienten zu erarbeiten und das Implantat auf die individuellen Empfindungen einzustellen. Bei erwachsenen Menschen kann man mit einiger Vergröberung annehmen, dass ca. 50 Prozent der Patienten mit CI wieder eine Telefonierfähigkeit erreichen. Bei Kurzzeitertaubten liegt dieser Prozentsatz noch beträchtlich höher. Für nahezu alle Patienten gilt dagegen, dass sie in Verbindung mit dem Lippenlesen zu einem deutlich verbesserten Sprachverstehen (mehr verstandene Wörter pro Sekunde) gelangen.
Bei Kindern sind die Erfolge durchschlagend in Bezug sowohl auf Hörvermögen als auch in Erlangung der Lautsprachkompetenz. Die Implantation sollte bei ihnen möglichst früh erfolgen, idealerweise bis zum Ende des  1. Lebensjahres. Cochlea-Implantate wurden an der Medizinischen Hochschule Hannover im Jahre 1984 eingeführt. Durch kontinuierlichen Ausbau des Cochlea-Implantat-Programms ist die HNO-Klinik der MHH heute das größte Cochlea-Implantat-Zentrum der Welt.

 

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

Kontaktadresse: 

DHZ - Deutsches HörZentrum Hannover

Karl-Wiechert-Allee 3 (et cetera Gebäude)
30625 Hannover
Tel.: 0511 / 532 6603
Fax: 0511 / 532 6833
Email: Lenarz.Thomas@mh-hannover.de

Wer einmal hören möchte, wie es sich anhört mit CI zu hören, hat hier die Möglichkeit.
Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass es sich um eine theoretische Simulation handelt.

 
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